Pole pole auf dem Bau

Eine Woche ist ins Land gezogen und wir haben uns an die neue Umgebung und den Tagesablauf gewöhnt. Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr, wir schlüpfen in unsere vom Vortag verschwitzen sowie dreckigen Bauklamotten und setzen uns draußen an den von unserem Küchenengel bereits gedeckten Frühstückstisch. Nach einer Portion Porridge und einem Erdnussbutter-Toast quetschen wir uns zu elft (wir neun, Kahindi und Bernd) in den Pajero.
An der Baustelle angekommen begrüßen wir den Rest des Teams; die drei Bauarbeiter und die Lehrerin Sumeiya. Sie hat aus Begeisterung für das Projekt ihre Abaya abgelegt und gegen Bauklamotten getauscht. Beeindruckt von ihrem Tatendrang und Engagement arbeiten wir Hand in Hand mit Schaufel und Spitzhacke. Gemeinsam heben wir Gruben für das Fundament aus, mischen noch mehr Zement an, mauern und verputzen wie die fleißigen Bienchen. Die kenianische Lebensphilosophie „Pole pole“ (langsam) spüren wir allerdings jeden Tag auf der Baustelle. Dies bildet auch das erste Wort in unserem Swahili Wortschatz. Unseren Vorsatz jeden Tag eine neue Phrase zu lernen haben wir bis jetzt erfolgreich durchgezogen. Bei jedem kleinsten Wort, das wir auf Swahili sagen, merken wir, wie sehr sich die Einheimischen darüber freuen, dass wir versuchen ihre Sprache zu lernen.

Wenn die Mittagssonne vom Himmel strahlt, kommt das Mittagessen auf dem Boda Boda (Motorrad-Taxi) angefahren und wir genießen es auf dem Boden des baldigen Lehrerzimmers. Großzügig wird unter allen geteilt, bevor alle ein kleines Nickerchen im Staub machen. Etwas verschlafen, aber mit neuer Energie, starten wir in die zweite Hälfte des Tages. Die harte Arbeit endet zwischen 4 und 5 Uhr und wir machen uns erschöpft, aber zufrieden auf den Weg zu Bernd. Begleitet werden wir von einer Horde Schulkinder, die uns ihre Heimat in all ihren Facetten näherbringen möchte. Wir probieren Kräuter, Beeren, die wie unreife Äpfel schmecken und andere Früchte.

Bei Bernd gönnen wir uns eine lauwarme Erfrischung im Meer, spritzen uns anschließend mit dem Gartenschlauch ab und springen dann in den Pool. Nachdem wir ausreichend abgekühlt sind, machen wir uns mit Buda Budas auf den Heimweg zur Koslafarm. Dort tischt unsere sehr lieb gewonnene Köchin ein herrlich duftendes kenianisches Gericht auf. Mit Verstärkung von Kahindi und anderen Gästen sind die Teller schnell leer geputzt. Anschließend lassen wir den Abend mit einer Runde UNO und Reisetagebücher schreiben bei einer immer noch zu warmen Außentemperatur auf der Außenterasse ausklingen. Im Hintergrund läuft entspannte Musik und wir vermissen eine kühle Brise, die uns zumindest für einen kleinen Moment eine Abkühlung verschafft.
Bevor wir in unsere Betten fallen durchsuchen wir unsere Zimmer nach weiteren Mitbewohnern, die teilweise nicht zu klein geraten sind. Mithilfe der Jungs werden diese dann in einer Nacht und Nebel-Aktion aus den Betten entfernt.

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