Karibu Kenya – Willkommen in Kenia!

Die ersten Tage auf dem Bau an der New Furaha School in Kikambala sind nun geschafft, jetzt ist es mal wieder Zeit für ein Update.
Bernd, der Projektleiter, hat uns mit offenen Armen und den Worten „Seid ihr meine Kinder?“ am Flughafen empfangen. Die ersten Blicke, die wir aus dem Autofenster warfen, waren sehr vielfältig. Autos, Motorräder, Busse, TukTuks, Fahrräder und Fußgänger wuselten scheinbar ohne Verkehrssystem umeinander herum. Nach einiger Zeit merkten wir jedoch, dass trotzdem alles funktionierte.
In dem bunten Treiben stachen rechts und links von der Straße zur Hälfte abgerissene Häuser besonders hervor. Wie uns Bernd erklärte, war dies eine Maßnahme der Regierung zur Verbreiterung der Hauptstraße. Hiervon sind vor allem Geschäfte betroffen, wodurch viele Kenianer ihre Lebensgrundlage verloren haben. Uns schockierte, wie wenig die Regierung Rücksicht auf die Bevölkerung nahm.
Außerdem wunderten wir uns, als 300m vor uns einfach so ein Baum auf die stark befahrene Straße fiel. Er wurde ohne irgendwelche Vorbereitungen wie das Trimmen der Äste oder Absperren der Straße gefällt. Es stand ein Verkehrschaos, welches wir in diesem Ausmaß noch nie gesehen haben. Die zweispurige Straße verwandelte plötzlich in eine fünfspurige, weil jeder versuchte als erster an dem Baum vorbeizufahren. Diese Situation entstand ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite, wodurch sich unsere Ankunft um einige Zeit verzögerte.

Nach dieser turbulenten Fahrt erreichten wir unsere Unterkunft für die nächsten 4 Wochen. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Dies trifft auch auf Bernds zu Hause zu, welches wir am Sonntag kennenlernten. Dank der Herzlichkeit von Bernd und seiner Frau Irene fühlten wir uns sofort wie zu Hause. Dort sind wir immer willkommen, was auch für viele Besucher aus dem Dorf gilt. Man lernt jeden Tag neue Leute kennen und spürt die kenianische Gastfreudlichkeit. Diese spüren wir vor allem auch, wenn wir durch das Dorf laufen und uns von allen Seiten „Jambo“ (Hallo) zugerufen wird. Dennoch wird uns dadurch immer mehr bewusst, was wir für eine große Aufmerksamkeit nur aufgrund unseres anderen Aussehens hervorrufen. Uns werden Privilegien zugeschrieben von denen wir nicht überzeugt sind, dass wir sie verdienen. Der Umgang mit diesen Situation fällt uns weiterhin schwer, weil wir stets bemüht sind den Unterschied so gering wie möglich zu halten.

Am Montag begann der Ernst des Lebens: unser erster Tag auf dem Bau. Auf Anhieb sind wir von der Schule mit all ihren Farben, dem schönen schattigen Pausenhof in der Mitte und den gackernden Hühnern begeistert. Die Bauarbeiter Jonah, Kahindi, Nico und Abbah teilten uns mit, dass wir in den 4 Wochen ein Lehrerzimmer, eine Küche und ein Medizinraum bauen werden. Dafür mussten wir uns leider aufteilen, sodass Aileen, Leon, Tobi, Saskia und Lenny auf der einen Seite fleißig gehackt haben um ein Fundament zu legen und Hannah, Anne, Klara und Johanna den ersten Zement für die Küchenwand mischten. Die Arbeit ist hart, aber macht Spaß. Schon während wir bauten hatten wir kleine Zuschauer und Klasse 1 war vom Duo Johanna-Hannah und ihren Tanzmoves Feuer und Flamme. Auch in der Pause war es nicht anders. Die Kinder waren  neugierig und super herzlich. Vor allem als wir die Fußbälle rausholten waren sie nicht mehr zu halten und der Ausnahmezustand begann. Jedes Kind versuchten mit aller Kraft ohne Rücksicht auf Verluste den Ball zu berühren. Alles wurde zur Zielscheibe: Dächer, Bäume, Erstlklässler und auch wir. Manche waren so motiviert dabei, dass ein Schuh auf dem Klassendach landete und Tobi und Leon huckepack zur Stelle waren. Der wieder gewonnene Schuh löste einen Freudentanz aus.

Mittlerweile ist die Küche fast fertig und laut Abba kann ab nächster Woche der erste Topf Ugali (Nationalgericht) gekocht werden. Beim Lehrerzimmer wurde der Grundstein gesetzt, sodass wir in den nächsten Tagen tatkräftig anpacken werden und ordentlich ins Schwitzen kommen werden. Der Wasserkonsum steigt täglich und auch die Essensversorgung hat sich mengenmäßig verbessert. Anfangs wurde der Hunger der „German Maschines“ (O-Ton Jonah) leicht unterschätzt und das Knurren der Mägen war deutlich zu hören. Aber schnell nahmen uns Merian, Fathya und Fatima auf und kochten köstliche kenianische Speisen wie Chapati (frittierte Pfannkuchen) oder Pillaw (Reis mit viel Kardamom und Zimt) für uns. Sie sind sehr lieb und lassen uns Einblicke in ihren Alltag gewähren, die wir sehr wertschätzen.

Insgesamt sind wir von der kenianischen Warmherzigkeit, der schönen Umgebung und der Situation auf dem Bau umgeben von den Schulkindern begeistert und freuen uns sehr auf die kommenden Zeit 🙂

 

 

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