Abwechslung zum Baualltag

Auch am Wochenende nutzten wir die Zeit, um das Land zu entdecken. Wir machten uns mit zwei Autos auf den Weg zu Clemens und Maria; die beiden sind gute Freunde von Bernd. Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir in der Nähe in der Mida Creek Eco Lodge. Wir hatten den Luxus die Lodge für uns alleine zu haben und schliefen in Holzhütten ohne Strom. Vor allem die Dusche unter freiem Himmel hatte es uns angetan. Direkt am ersten Abend wurden wir mit frisch gefangenem Fisch, einer großen Portion Reis und Früchten verwöhnt. Wir waren uns alle einig, dass das der beste Fisch war, den wir je gegessen haben und sogar die Vegetarier der Gruppe konnten nicht widerstehen. Unsere Fischexpertin Saskia eilte stets zur Hilfe, um den Fisch fachgerecht zu zerlegen. Um den Tag perfekt abzuschließen gönnten wir uns das erste kalte Bier in Kenia. Auf dem Rückweg zu den Hütten betrachteten wir den klaren Sternenhimmel und fielen glücklich ins Bett.

Zerstochen von jedem Scheiß, lernten wir am nächsten Morgen endlich Clemens und Maria kennen. Vom ersten Augenblick an waren wir von den beiden hin und weg. Wir setzten uns auf die Terrasse und unsere Augen begannen zu glitzern, als wir den von Clemens selbstgebackenen Schokokuchen erblickten. Es war ein Gaumenschmaus!

Schnell merkten wir, dass unsere Gespräche tiefgründig wurden, obwohl wir die beiden noch nicht lange kannten. In unseren Augen ist Maria eine unglaubliche Powerfrau, die mit all ihren Ideen und Ansätzen versucht, die Community in ihrer Gegend zu unterstützen. Bei unserm späteren Strandspaziergang erzählte sie uns mehr über ihre Ansichten zum Thema Entwicklungszusammenarbeit. Sie betonte, dass den Einheimischen nicht durch Geben geholfen werden kann. Es geht viel mehr darum, sie zur Selbständigkeit zu motivieren, damit kein Abhängigkeitsverhältnis entsteht. Die Menschen sollen eigene Wege finden, um auch auf längere Sicht ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dieser Ansatz spiegelt sich in mehreren Projekten von ihr wieder. Marias Überzeugung entspricht in unseren Augen exakt der Philosophie von Weitblick. So erzählte sie uns zum Beispiel von einer von ihr gegründeten Frauengruppe, die sich aus verschiedenen Communitys zusammensetzt. Es entstand ein enger Zusammenhalt zwischen den Frauen, der vorher nicht denkbar gewesen wäre. Gemeinsam schafften sie es zwei Wassertanks für die Community zu errichten.

Aber auch Clemens begeisterte uns mit seinem Tatendrang. Er erzählte er uns seine Lebensgeschichte und führte uns anschließend über sein Grundstück. Seine Ideen wie zum Beispiel Wasserflaschen 6 Stunden lang in der prallen Sonne stehen zu lassen und so das Wasser zu filtern oder Bäume zum Häuserbau als Anlage für Maria zu pflanzen beeindruckten uns sehr.

Das ganze Wochenende über verwöhnte uns Clemens mit leckeren Gerichten. Als Highlight tischte er uns deutschen Kartoffelsalat auf, während die beiden Hunde Elsa und Donna von uns eine Fußmassage genossen. Wir freuen uns schon sehr Clemens und Maria nächstes Wochenende beim Auftritt von Bernds Band, welche auch von Maria gegründet wurde, am Diani Beach wiederzusehen.

Für uns alle war es ein schönes Wochenende mit wundervollen Gesprächen. Sogar die Rückfahrt wurde mit DJ Klara zu einer Party und alle sangen schief aber dennoch lautstark mit. Die Fahrt in den Sonnenuntergang mit traumhafter Landschaft führte   uns vor Augen, was wir für ein wahnsinniges Glück haben diese Erfahrungen machen zu dürfen.

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