Lehrerworkshop in Dogbo – Die Vorbereitung

„Nach Berlin gehst du also.“

„Nein, nach BENIN.“

„Ach so. Benin, wo ist das denn?“

Diese Frage musste ich ziemlich oft beantworten. Und wenn man dann sagt, dass Benin in Westafrika liegt, kommt oft:

„Was? Westafrika?! Da ist doch überall Ebola!“

Ich bin trotz Ebola-Fieber (das gar nicht in Benin ist) geflogen und bin seit über 2 Wochen in Dogbo, wo es mir total gut geht. Vorab zur Ebola Situation: Die Beniner sind sehr wachsam, was das Thema angeht. Es werden im Fernsehen Videos zu Ansteckungsmöglichkeiten gezeigt und es ist ein wichtiges Gesprächsthema. Eine wichtige Möglichkeit zur Informationsverbreitung ist das Handy. Als es die zwei Verdachtsfälle gab, wurden Sammel-SMS verschickt, die jeder an seine Kontakte weiterleitet. Das Thema ist also präsent, ich verfolge die Nachrichten diesbezüglich, habe aber keine große Angst mich anzustecken. Eine Vorsichtsmaßnahme ist z.B. kein Fleisch zu essen, da man nie weiß, ob unter das Schweinefleisch doch Buschfleisch gemischt wurde.

Die Zeit vergeht wie im Flug, ich erlebe eine wunderbare Zeit mit sehr gastfreundlichen und interessanten Menschen, die mich überall mit hinnehmen auch in die Buschdisko (von typischen Afrikasounds bis zur Musik aus den 90´ern läuft hier alles). Dadurch bekomme ich einen tiefgehenden Eindruck von den kulturellen Traditionen und den Lebensumständen in Dogbo. Z.B. wird man immer zuallererst gefragt, ob man gut geschlafen hat, auch wenn es schon nachmittags ist. Es ist mir auch schon um 10Uhr morgens ein Sodabi (selbstgebrannter Schnaps) angeboten worden. Total beeindruckend fand ich eine Vodun-Zeremonie, zu der ich in ein kleines Dorf mitgenommen wurde.  Am 15. August fand hier in Dogbo das Fest der Kommune statt, zu dessen Anlass verschiedene Veranstaltung angeboten wurden. Bei solchen Festen ist es Tradition durch gleiche Kleidung zu zeigen, dass man zusammengehört. Auch für mich wurde also ein Kleid aus dem gewählten Stoff genäht (ich fand es eher kartoffelsackig, die Beniner fanden es super 🙂 ).

 

 

 

Bevor ich aber auf weitere Eindrücke eingehe, erst einmal was zu dem Grund, weshalb ich hier bin: Ein kleines Orgateam aus Münster hat zusammen mit ESI (Education service international) in Dogbo einen Lehrerworkshop organisiert, der zum Ziel hat, über den Austausch unter Lehrern und Lehrerinnen den Unterricht vor Ort  im Ansatz zu verbessern. Die Idee dazu kam auf, als der Bürgermeister von Dogbo beim Besuch einer Weitblickreisegruppe anfragte, ob wir uns neben dem Schulbau auch für die Verbesserung der Unterrichtsqualität engagieren wollten. Wir waren uns einig, dass ein solches Engagement für Weitblick nach dem Schulbau der nächste logische Schritt sei. Seit Oktober letzten Jahres sind wir also am Planen und Hin- und Herdenken, wie man einen solchen Workshop organisieren könnte.

Der Workshop ist so geplant, dass wir eine Woche lang zu bestimmten Themen diskutieren, Inhalte vorstellen und Unterrichtsmaterial neu konzipieren. Denn bei einer Fragebogenumfrage, die wir vorab durchgeführt haben, kam heraus, dass die Lehrer vor allem am methodischen Arbeiten interessiert sind. Auf dem Stundenplan steht also z.B.: Was ist guter, was ist schlechter Unterricht? Was ist ein guter Lehrer/ eine gute Lehrerin? , wie gehe ich angemessen mit Disziplinschwierigkeiten in meinem Unterricht um? Wie kann ich den Computer in meine Unterrichtsvorbereitung einbauen und welche Methoden werden in Deutschland verwendet, die man modifizieren und im Unterricht im Benin verwenden kann? Außerdem soll es um einen beninisch-deutschen Ideenaustausch unter Lehrern und Lehrerinnen gehen.

Die erste Woche vor Beginn des Workshops bin ich also mit viel Organisatorischem beschäftigt und ich habe bei einem ersten Treffen die Teilnehmer kennengelernt: Es sind insgesamt 13 Lehrer und Lehrerinnen. Wir hatten direkt einen guten Draht zueinander. Unser Ziel ist es eine den Austausch fördernde Atmosphäre zu schaffen, bei der wir uns alle auf Augenhöhe begegnen.

Also ich bin wirklich gespannt, wie die Workshopwoche ablaufen wird und halte euch natürlich auf dem Laufenden!

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