Grameen Bank – The bank of the poor

Die Grameen Bank

Hauptsitz der Grameen Bank

Die Grameen Bank wurde 1982 vom bengalischen Wirtschaftsprofessor Dr. Yunus gegründet. Sie vergibt Kleinstkredite an die ländliche Bevölkerung, die über keinerlei oder nur sehr geringes Vermögen verfügen. Menschen ohne Vermögen können gewöhnlichen, kommerziellen Banken keine Rückzahlungssicherheiten bieten, weshalb diesen Menschen der Zugang zum Kreditmarkt in der Regel verwehrt bleibt. Die Grameen Bank fordert keinerlei Sicherheiten von ihren Kreditnehmern und schliesst keine rechlichen Vertraege mit ihnen vor der Kreditausgabe. Trotzdem besitzt sie eine Rückzahlungsquote von über 97%.

Blick ueber Dhaka vom 20. Stock der Grameen BankDie Hauptverwaltung der Grameen Bank sitzt in Dhaka. Da die Mikrokreditvergabe allerdings nur auf dem Land und nicht in den Städten Bangladeschs stattfindet, geschieht die wirklich Arbeit der Bank auf dem Land. In 144283 Dörfern, werden Mikrokredite zwischen ca. 500 und 250000 Taka (5 bis 2500 Euro), vorwiegend an Frauen, ausgegeben.

 

Das Praktikantenprogramm

Das Praktikantenprogramm der Grameen Bank besteht aus drei Teilen. In der ersten Woche bekommt man auf theoretischer Basis die Struktur und Arbeitsweise der Bank erklärt. In der

zweiten Woche bricht man dann zu einem „village trip“ auf und besucht und wohnt in einer Grameen Filiale auf dem Land um auch praktisch das Mikrokreditsystem kennen zu lernen. In der dritten (und vierten) Woche lernt man dann die verschiedenen Schwesterunternehmen der Grameen Bank kennen.

 

Die Mikrokreditvergabe und das Landleben in Bangladesch

Grameendorfgruppentreffen

In der letzte Woche hatten wir die Möglichkeit die praktische Seite der Mikrokreditvergabe kennen zu lernen. Wir verbrachten fünf Tage in einem Grameen Filialbüro auf dem Land. Ein Kleinbus brachte mich, eine weitere Praktikantin und unseren Übersetzer in ein Dorf, 7 Stunden nördlich von Dhaka, fast an der indischen Grenze. Wir wohnten im Haus desFilialmanagers und folgten ihm auf Schritt und Tritt. Wir besuchten viele  wöchentliche Treffen verschiedener Dorfgruppen, bei denen die Kreditnehmerinnen ihre Kredite anteilig zurück. Wir sprachen mit vielen dieser Frauen und ihren Familien.

Das Leben auf dem Land in Bangladesch ist sehr schön: es ist unglaublich ruhig (vor allem im Vergleich zu Dhaka). Kein Mensch ist in Eile, was vielleicht auch daran liegt, dass es zum einen unglaublich heiß ist und zum anderen ständig der Strom ausfällt und man (vor allem wenn es dunkel wird) einfach nichts mehr machen kann. Auch die Rickschafahrer fahren viel langsamer. Alles ist grün, überall Reis- und Bananenfelder und die Menschen sind zwar schüchtern, aber gleichzeitig auch sehr nett und unglaublich interessiert und neugierig. Einmal sprachen wir mit einer Bettlerin, die auch einen Kredit von der Grameen Bank erhält und das ganze Dorf versammelte sich in einem Kreis um uns. Mit einem Publikum von 50 Personen funktionierte ein ernsthaftes Gespräch natürlich nicht mehr sonderlich gut. Allerdings waren die Dorfbewohner umso glücklicher mit ihren Mobiltelefonen Fotos mit uns schießen zu können und als wir die drei Sätze Bangla sagten, die wir vorher gelernt hatten,freuten sie sich sehr.

Für mich persönlich war eine der beeindruckendsten Erfahrungen mit welch großem Stolz und Selbstbewusstsein die bangladeschischen Frauen uns ihren kleinen Geschäfte, bewirtschafteten Felder, Fischzuchten und Rickschas zeigten, die sie mit Hilfe der Mikrokredite aufgebaut hatten.

 

Nachdem wir übers Wochenende noch eine Teeanbauregion und einen Nationalpark besucht haben sind wir nun wieder Dhaka und senden euch chaotische Grüße,

Susanne und Marion

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1 Kommentar zu “Grameen Bank – The bank of the poor”

  1. sophie schreibt:

    Sep 27, 11 um 12:33

    oh das hört sich spannend an! unbedingt weiter berichten!!!!!! liebe grüße aus münster!


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