„Ich nehm‘ dich mit nach Hause“ – Männer im Benin

Genau so wird man tatsächlich des Öfteren angesprochen. Nicht, dass man nach der eigenen Meinung dazu gefragt würde, wozu auch? Schließlich entscheiden doch die Männer im Benin! Und die meinen oft, sich so Einiges herausnehmen zu können. Die milde Form ist, dass man immer und überall von jedem Mann nach seiner Nummer gefragt wird – sei es vom Polizisten am Strand, der dort eigentlich Aufsicht führt, oder vom Familienvater, der vor seinem Haus an der Straße sitzt und sich langweilt. Hat man dann einmal seine Nummer herausgegeben, kann man sich allen Ernstes auf mindestens 5 Anrufe täglich gefasst machen.
Die Stufe der Telefonnummer überspringt der ein oder andere allerdings direkt und fragt ohne großes Zögern, ob man ihn nicht heiraten will oder zumindest ein „Souvenir“ in Form eines Kindes haben möchte – am besten direkt zwei, eins für ihn, eins für mich.
Man sollte gerade abends also besser nicht alleine auf die Straße gehen – zumindest nicht als weiße Frau. Die Meisten Männer sind zwar harmlos und hinter dem, was sie von sich geben, steckt meistens nicht Viel, trotzdem sollte man vorsichtig sein.
Im Nachhinein hat mich auch erstaunt, dass ich fast nur zu Männern dort überhaupt Kontakt hatte. Die Frauen bleiben zu Hause, kümmern sich um Haus und Kinder – das hört sich nach Klischee an, ist aber die Realität. Kein Wunder also, dass es im ganzen Land extra Werbeplakate gibt „Les filles à l’école!“.
Natürlich gibt es auch viele nette Männer im Benin, das möchte ich hier gar nicht infrage stellen – trotzdem habe ich leider viele negative Erfahrungen gemacht, denn insgesamt hat die Frau in dieser Kultur eben keine sehr hohe Stellung. Das macht sich, denke ich, auch darin bemerkbar, dass die Polygamie im Benin sehr verbreitet ist. Neben ihren Frauen haben die Männer dann oft noch einige Geliebte – insgesamt zeugt das nicht von großem Respekt gegenüber Frauen, im Gegenteil!
Doch auch in diesem Bereich zeigen sich langsam Besserungen, zumindest was den Respekt gegenüber Frauen betrifft: ich habe mehrere beninische ÄrztINNEN kennengelernt, es gitb viele Micro-Kredit-Initiativen für Frauen usw …

Die Frauen hüten die Kinder

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2 Kommentare zu “„Ich nehm‘ dich mit nach Hause“ – Männer im Benin”

  1. Tweets that mention weitblicker unterwegs» Blog Archive » “Ich nehm‘ dich mit nach Hause” – Männer im Benin -- Topsy.com schreibt:

    Mai 04, 10 um 23:25

    […] This post was mentioned on Twitter by weitblick. weitblick said: aus dem weitblog: “Ich nehm‘ dich mit nach Hause” – Männer im Benin https://bit.ly/bxsaYE […]

  2. Birgitta Bahner schreibt:

    Mai 31, 10 um 14:56

    Hallo Sybille,
    da wir zwei Jahre in Benin lebten (und arbeiteten), erkenne ich einiges wieder, was du schreibst. allerdings sind die Frauen meistens die „stillen Herscherinnen im Hintergrund“. Ohne sie läuft nichts. Projekte sind nur mit Frauen sinnvoll und zukunftsfähig. Die Männer sind zwar ziemliche Machos, aber die Frauen lernen, sich zu wehren und durchzusetzen, … es geht nur alles sehr, sehr langsam voran. Schau mal hier rein: http://www.chance-fuer-benin.de – danke und gruss Birgitta


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