Time to say goodbye

Die letzten drei Wochen vergingen wie im Fluge und wir starteten schweren Herzens und zugleich erwartungsvoll in die vierte und letzte Woche im kleinen Kikambala.

Für Dienstag war der Besuch der St. Josephs School geplant, auf den wir sehr gespannt waren. Diese Schule wird von Weitblick Köln durch Sachspenden – wie zum Beispiel Schulbänke und Bücher – unterstützt. Anders als bei der Grundschule New Furaha School verfügt die St. Josephs School zusätzlich über verschiedene Ausbildungsstätten. Wir wurden mit offenen Armen von Rose, einer Lehrerin, empfangen und sie zeigte uns mit Stolz und Euphorie das Schulgelände. Sie betonte, dass sie besonders dankbar über die Schulbänke von Weitblick Köln ist, da vorher die Kinder im Unterricht auf dem Boden saßen. Uns wurde in diesem Moment noch einmal vor Augen geführt, wie viel auch kleine Unterstützungen bewirken können. Als nächstes zeigte sie uns die Schreinerwerkstatt, in der Schülerinnen und Schülern nach Abschluss der 8. Klasse die Möglichkeit gegeben wird, eine Ausbildung zu machen. Gegen Ende ergab sich die Gelegenheit mit der Schulleiterin über das kenianische Schulsystem, Herausforderungen im Schulalltag, Zukunftspläne und weitere Kooperationen zu sprechen. Ihre Lebensphilosophie beeindruckte und berühte uns. Wir spürten, dass sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, anderen Menschen in allen Lebenslagen zu helfen, um ihnen das Leben zu erleichtern. Und sie vermittelte uns das Gefühl, dass wir mit unser Weitblick-Arbeit ein wichtigen Beitrag dazu leisten. Carolin’s Lebensenergie übertrug sich auf uns, sodass wir uns nach dem Gespräch inspiriert und neu motiviert auf den Heimweg machten.

Schon mit einem mulmigen Gefühl kamen wir am Gründonnerstag – unserem letzten gemeinsamen Arbeitstag mit den Kindern – auf der Baustelle an. Umringt von Kindern strichen wir die zwei Gebäude, bauten die Fenster ein und deckten das Dach mit typisch kenianischen Hilfsmitteln wie zwei miteinander verbundenen Leitern.

Nach der üblichen Mittagspause wollten wir uns von den Kindern verabschieden. Nach einigem Hin und Her fanden wir uns mit einem Großteil der Kinder in einem Klassenzimmer wieder. Offensichtlich hatten die Kinder für uns Tanz-Performances einstudiert, die in den nächsten 2 Stunden stolz und lebensfroh aufgeführt wurden. Plötzlich wurden auch wir mit auf die Tanzfläche gezogen und stimmten zum Abschluss gemeinsam mit den Kindern das einzige Lied, was wir auf Kisuaheli können („Jambo Bwana“) an. Als dann der Moment des Abschieds gekommen war, wollten die Kinder uns gar nicht gehen lassen. Auf beiden Seiten wurden einige Tränchen verdrückt. Uns viel es schwer „Kwaheri“ (Tschüss) zu sagen. Begleitet von High-Fives und winkenden Händen machten wir uns auf den Weg zur Kosla-Farm, um die anstehende Abschiedsparty vorzubereiten. Zu Hause angekommen halfen wir Fathiya bei den Essensvorbereitungen, dekorierten die Veranda mit bunten Luftballons und buddelten auf kenianische Art eine Feuerstelle, über der das Fleisch gegrillt wurde, während die Band von Bernd ihr Equipment aufbaute. Zur Freude aller hatten sich die sieben dazu entschloßen, auf unser Abschiedsparty zu spielen. Nachdem das leckere Buffet, zubereitet von Fathiya und ihren helfenden Elfen, schnell verputzt war, wurde die Tanzfläche eröffnet. Bis in die Nacht feierten wir zusammen mit all unseren in der Zeit liebgewonnen Menschen. Spürbar wollte keiner so richtig, dass der Abend zu Ende geht.

 

 

 

 

 

 

Mit einem leichten Kater und leider aufgrund von Kalkulationsproblemen ohne Trinkwasser begann der allerletzte Tag auf dem Bau. Da die Kinder heute keinen Unterricht hatten, konnten wir unsere Musikbox aufstellen. Während die letzten Pinselstriche gemacht wurden, wurde lautstark mitgesungen, getanzt und wie üblich mit den Bauarbeitern gescherzt. Damit Jonah, Kahindi, Nico und Abbah uns gut in Erinnerung behalten können, schenkten wir jedem von ihnen zum Abschied ein kleines Polaroid-Bild.

Der Abschied fiel keinem von uns leicht und es war schwer, zu realisieren, dass wir die vier wahrscheinlich nie wiedersehen werden. Jeder einzelne von ihnen ist uns ans Herz gewachsen. Es war eine eindrucksvolle und unvergessliche Zeit für uns. Wir sind dankbar, diese einmalige Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Vier Wochen voller unterschiedlicher Eindrücke, bunter Erfahrungen, neuer Freundschaften und bewegende Momenten gehen zu Ende…

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