Und dann kam der Regen…

Wir starteten noch mit Sonnenschein in unseren neuen Arbeitstag und mauerten was das Zeug hielt. Und auch unser Dachdeckertrupp, bestehend aus Lenny, Tobi und Kahindi, waren fleißig und zimmerten und beizten die Dachbalken für das Küchendach. Doch nach der Mittagspause sah man die schwarze Wolkenwand immer näher kommen. Kahindi, unser Wetterfrosch, lag mit seiner Annahme anscheinend richtig und der Regen ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb von wenigen Minuten hatte sich der Schulhof in eine einzige Seenlandschaft verwandelt. Unser neu errichtetes Lehrerzimmer liegt genau in einer Senke, durch die früher das Regenwasser abfließen konnte. Nun staute es sich ziemlich an der neuen Bodenplatte. Wir flüchteten schnell ins Trockene und wollten das Gröbste abwarten. Uns fehlten nur noch ein paar Steine und wir wären für diesen Tag fertig gewesen, aber das Wetter hatte uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unser Dachdeckertrupp scheute den Regen jedoch nicht so

wie wir und stellten die Dachkonstruktion fertig, bevor sie sich klitschnass zu uns ins Trockene gesellten. Nach ein Paar hoffnungsvollen Minuten, dass der Regen nachlassen würde, sahen wir ein, dass es Zeit wurde unsere Arbeit für diesen Tag niederzulegen. Mit Hilfe der fleißigen Schulkinder, die einen großen Spaß daran fanden die Werkzeuge im neu entstandenen See zu waschen, konnten wir schnell den Heimweg antreten. Da alles überflutet war, entschieden wir uns dazu zu Fuß nach Hause zu laufen, anstelle der alltäglichen Boda Boda-Fahrt. Zum Glück zeigte uns Sumeiya einige Abkürzungen durch das Dorf. Nass, aber glücklich, kamen wir zu Hause an. So fühlt sich kenianische Kälte an!

Am Freitag fand dann endlich das ersehnte Fußballtunier der umliegenden Schulen statt. Wir wurden schon in der ersten Woche von den Schulkindern dazu eingeladen, jedoch wurde uns zweimal ein falscher Termin genannt, sodass wir uns diesmal auch bis zur letzten Minute nicht sicher sein konnten, ob nun endlich der Tag gekommen war. Mit offenen Armen und strahlenden Augen wurden wir am Fußballplatz empfangen. Schnell sprangen die Kinder von ihren Plätzen auf und boten uns ihre Plastikstühle an. Es war uns etwas unangenehm und deshalb setzten wir uns lieber im Schneidersitz in den Sand. Umringt von Kindern wurden uns die Haare geflochten, Blumen ins Haar gesteckt und wir als lebendige Klettergerüste genutzt. Um 16 Uhr stand das Team der New Furaha School auf dem Platz. Ausgestattet mit einem von uns mitgebrachtem Ball begann das Spiel. Die Tore wurden wie eine riesige Party gefeiert: alle rannten aufs Feld, jubelten, tanzten und wir waren mittendrin. Zur Freude aller gewann das Team 2:1 und sie somit qualifizierten sie sich, genauso wie die Mädchenmanmschaft ein paar Stunden vorher, für das Finale am nächsten Freitag. Glücklich und erfüllt riefen wir „Kwaheri“ (Tschüss) und verließen das Spielfeld erneut im Regen.

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