Kontrastreiches Wochenende

Obwohl wir ein bisschen hinterher hängen, möchten wir von unserem letzten Wochenende berichten:

Am Samstagmorgen geht es im Schlepptau von Fatma mit dem Matatu, umgeben von diesmal entspannter Reggaemusik, nach Mombasa. Da treffen wir auf die beiden Töchter von Fathija, Aisha und Hadida. Die nächste Strecke bewältigen wir mit einem anderen Verkehrsmittel und bekommen zum ersten Mal den kenianischen Fährbetrieb zu spüren. Schon seit 20 Jahren dauert die Planung für eine Brücke an, jedoch scheint die konkrete Umsetzung noch in weiter Ferne zu liegen. Am Fährterminal herrscht reger Betrieb und sobald eine Fähre anlegt, strömt eine große Menschenmasse auf dem schnellsten Wege vom Schiff. Wir müssen ein paar Minuten länger warten, da eine Fähre im Moment für den Vizepräsidenten auf Hochglanz polierten wird. Kurz darauf rauscht eine lange Kolonne an SUVs mit verdunkelten Scheiben an uns vorbei. Sie füllen die komplette Fähre. Die nächste Fähre können auch wir dann endlich nehmen, und da wir glücklicherweise in der Fast line stehen, können wir noch vor den meisten aufs Schiff.

 

Trotzdem bekommen einige von uns mit, wie ein Mann mit schwerem Handwagen zwischen die Stahlplatten gerät und sich tief in die Zehen schneidet. Gott sei dank ist Saskia für alle Fälle vorbereitet und zückt sofort ihr Erste-Hilfe-Täschchen. Gekonnt stoppt sie die Blutung und der Mann wird von Board geschleppt. Die Aktion bringt einige von uns ziemlich ins Grübeln. Ein Krankenwagen wurde anscheinend gerufen, aber wann oder ob er überhaupt kommen wird, kann uns keiner sagen. Für eine Notversorgung soll anscheinend gesorgt sein, jedoch erzählt uns Fatija später, dass auch das ohne Geld wohl nicht möglich ist. Eine Behandlung sei sehr teuer und auch sie könnte es sich, falls einer ihrer Töchter etwas passieren würde, nicht leisten. Für den Mann in unserem Falle wird dieser Unfall sehr wahrscheinlich seine Lebensgrundlagen genommen haben, denn seinen Wagen ziehen, wird er voraussichtlich nicht mehr können.

Auf der anderen Seite des Flusses quetschen wir uns in mehrere Tuk Tuks und schaffen es bis zum kleinen Dorf, in dem auch Fatijas Haus steht. Hier sieht es etwas anders aus, als bei uns in Kikambala. Überall gibt es tiefe Steinbrüche, die teilweise so nah an die Häuser heranreichen, dass man Angst bekommt, sie würden hineinstürzen. Auch Fatijas Haus liegt nah an einem der Abgründe. Sie begrüßt uns mit strahlenden Augen und nach einem ausgiebigen Essen
für uns – wir denken es ist Mittagessen und schlagen uns die Bäuche voll, kurz darauf stellt sich jedoch raus, dass es erst das Frühstück ist – führt uns Fathija durch ihr kleines Dörfchen. Während wir an den kleinen, meist noch unfertigen Häusern vorbei schlendern, erzählt sie uns ihre Lebensgeschichte. Sie beeindruckt uns mit ihrer Lebendigkeit und Aufopferung, um ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Mit ihrer witzigen, spritzigen Art, zaubert sie uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Nachdem wir bei ihrer Schwester selbstgemachte Mahambrins gegessen haben, entscheiden wir uns mit Hadida und Aisha an den Strand zu fahren und eine Runde zu schwimmen.

Gut gefüllt mit Reis, Bohnen und Chapati, machen wir uns auf den Weg nach Diani Beach und tauchen in einer ganz andere Welt ein als wir das Hostel erreichen. Der schicke Pool und die Backpacker passen so garnicht zu unseren Eindrücken aus dem kleinen Dorf in dem Fathija wohnt.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf, um Bernds Band live zu erleben. Mit einem traumhaften Blick auf einen weißen Strand und türkises Meer lauschen wir der Coverversion von „Thinking out loud“ von Ed Sheeran. Wir machen es uns in einer Ecke gemütlich und nach einiger Zeit hält es einige von uns nicht mehr auf den Plätzen und sie beginnen zu der Reggaemusik zu tanzen. Wir sind von dem Können der Band und dem vielseitigen Repertoire begeistert. Und auch Bernd gibt alles und übernimmt immer mal wieder das Mikro.

Dank Clemens schaffen wir es an dem Abend noch alle sicher nach Hause.

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