Erste Impressionen aus Benin

Mit einem PAM setzen wir auf der nassen beninischen Landebahn auf. Vom Regen in den Regen – aber bei  40° mehr. Die nächsten drei Wochen werden wir, wie auch die Reisegruppen der vielen letzten  Jahre, durch Benin reisen, unsere Projekte besuchen, Kontakte knüpfen, ein wenig in die vielschichtige beninische Kultur eintauchen.

Die ersten Tage sind intensiv. Auf ausgedehnten Fahrten durch Cotonou, sicher manövriert von Charles, dem Fahrer unserer Partnerorganisation ESI, durch den dichten Verkehr, den wir als gar nicht so anarchisch empfinden wir er uns beschrieben wurde, erleben wir die ersten Eindrücke dieser Stadt. Eigentlich könnten wir, von beninischer Musik begleitet, den ganzen Tag so verbringen, ohne uns satt gesehen zu haben. An den Straßen wird von Obst über Hochzeitsbetten bis hin zu für uns noch nicht identifizierbaren großen, bunten Schläuche alles angeboten. Überall gehen Menschen  den verschiedensten Besorgungen nach,  die viele in wunderschönen Gewändern aus bunten Stoffen.

Doch auch wir haben viel zu erledigen. Schon am ersten Tag treffen wir einige beninische Partner. Zum Mittagessen sind wir in einem kleinen gemütlichen Restaurant auf dem Campus der Université d’Abomey-Calavi mit Professor Mensah Tokponto vom Verein Sonafa verabredet. Es geht um den gemeinsamen Schulbau, aber auch um die gegenwärtige politische Situation in Benin. Unsere erste beninische Mahlzeit besteht aus Reis, Fisch und Kochbananen. Danach geht es weiter mit einem Besuch des Startup Valleys. Für das WB+ Projekt „Young Business“ führen wir dort ein spannendes Gespräch, das viele offene Fragen klärte. Zu Abend essen wir nahe einem Strand. An diesem zeigen sich uns die scharfen Kontraste Benins: Vor uns der malerische Sonnenuntergang über dem Meer, daneben einerseits Wellblechhütten, von einer pompösen Villa Richtung Gischt gedrängt, Müllhaufen und dazwischen spielende Kinder, andererseits der Industriehafen, Knotenpunkt der beninischen Wirtschaft.
Am nächsten Tag besuchen wir die auf Stelzen gebaute Stadt Ganvie. Im motorisierten Holzboot schippern wir durch eine Ansammlung von Häusern, zwischen denen das ganze Leben auf dem Wasser stattfindet. Der Markt, die Schlange für Frischwasser – für fast alles steigt man hier ins Boot. Dabei fahren wir an Fischern und Marktfrauen vorbei, die sich paddelnd auf den langen Weg zum Festland gemacht haben und an Wäldern aus Palmenstöcken, die Teil der hiesigen Fischfangmethode sind.

Nachdem sich ein Teil der Gruppe noch mit dem deutschen Botschafter getroffen hat, geht es weiter nach Porto-Novo, der politischen Hauptstadt des Landes, zum INJEPS Campus. Auf der Fahrt fällt uns auf, wie grün dieser Teil Benins ist, welch Pflanzenvielfalt er bietet. Dort angekommen, werden wir  von einer förmlichen Zeremonie mit viel Gesang und Fahnen empfangen. Abends ergibt sich noch eine spontane Dance-Session, bei der wir, mäßig erfolgreich, versuchen, uns ein paar Moves von den sehr talentierten Sportstudierenden abzuschauen. Außerdem spielen wir noch ein traditionelles Wurfspiel, das entfernt an Wikingerschach erinnert, aber mit kastanienähnlichen Samen gespielt wird und viel Spaß bringt.

Während es am nächsten Tag dann um unsere eigenen Projekte geht (Besuch des Campus‘ in Djavi, Gespräch mit dem Direktor), besuchen wir am übernächsten Tag ein Projekt einer anderen Organisation: Auf 22 ha voller Felder, Fischbecken, Biogasanlagen und vielem mehr erstreckt sich das Songhai-Center. Mit der Mission, in nachhaltiger Weise autark zu leben, in dem in unzähligen Kreisläufen alles genutzt und wiederverwendet wird, und dieses Wissen an die lokale Bevölkerung weiterzuvermitteln, haben sich mehrere solcher Center über dem ganzen Kontinent gebildet. Die durchdachten, innovativen ökologischen Ansätze und Strukturen beeindrucken uns sehr.

Noch vollkommen damit beschäftigt, die vielen Eindrücke der ersten Zeit aufzunehmen und zu reflektieren, machen wir uns auf den langen Weg in den Norden des Landes.

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren