Lehrerworkshop 2017 in Benin – „à l’école on travaille…“

Hallo liebe Weitblicker,
unser Abenteuer in Bénin ist mittlerweile schon ein paar Wochen her, trotzdem möchten wir euch noch einen Rückblick über unsere Arbeit mit den Lehrern vor Ort geben.

Wir sind Sandra und Hanna, zwei Französischlehrerinnen aus Münster, und wurden Anfang des Jahres durch Mona und Sarah auf den Lehrerworkshop aufmerksam, den wir nun im vierten Jahr fortführen.

Zu Beginn der Sommerferien brachen wir zunächst nach Cotonou auf, wo wir herzlich von Charles und Prisca empfangen wurden. Nach den ersten spannenden Eindrücken der Großstadt (z.B. unzählige Motos, ständiges Hupen, Besuch des Campus, Strandspaziergang und erstes landestypisches Essen) brachen wir auf in Richtung Dogbo. Dort angekommen empfing uns das gesamte Team von ESI und zeigte uns das Projektgelände (Bäckerei, Werkstatt, Internetcafé, Buvette…). Basile ist vor Ort für die Projekte von Weitblick zuständig und war unser erster Ansprechpartner. Nicht unerwähnt darf Maurice bleiben, der uns täglich vegetarische und beninische Köstlichkeiten zubereitet hat.

Nach einem vorbereitungsintensiven und regenreichen Wochenende starteten wir montags mit dem fünftägigen Workshop. Es nahmen insgesamt 35 Lehrerinnen und Lehrer aus Dogbo und Umgebung teil, von denen jeweils die Hälfe im Primarbereich und die andere Hälfte am Collège unterrichtet. Leider nahmen nur sechs Frauen teil – in Zukunft soll jedoch ein ausgeglichenes Verhältnis angestrebt werden.

Hochmotiviert beschäftigten wir uns mit verschiedensten methodischen und didaktischen Aspekten guten Unterrichts. Dazu gehörten zunächst einmal die täglichen Kennenlern-, Motivations- und Aufwärmspiele (Déblocage). Vor allem die Gymnastikübungen mit Hanna boten viele lustige Momente.


Neben interkulturellem Austausch (Mon école de rêve, l’iceberg culturel…) ging es zunächst um die Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde. Exemplarisch stand hier bei uns « le marché de Dogbo » im Fokus. Aufgrund der schwierigen Unterrichtsbedingungen in Bénin (Größe der Klasse, Materialmangel, finanzielle Nöte) entschieden wir uns in der Weiterarbeit für Methoden, die einfach und mit wenig Material umzusetzen sind. Arbeitsteilig arbeiteten die Lehrer zu den Stationen Arrêt de bus, chaise chaude, set de table und lettre aux élèves.

Wichtig war dabei vor allem, das vorherrschende frontale Unterrichten aufzubrechen, mit den Schülern nicht nur im, sondern auch über Unterricht zu sprechen. Am Ende der Woche standen daher verschiedene Feedback- und Evaluationsmethoden auf der Stundentafel.
Auf Wunsch der beninischen Lehrer gaben wir zudem einen Einführungskurs im Umgang mit Computern, wobei wir feststellen mussten, dass noch ein großer Bedarf an Grundkenntnissen am PC besteht (z.B. Kenntnisse der Tastatur und Schreibprogramme). Leider gab es zu dem Zeitpunkt keinen Internetzugang.

Nach fünf intensiven Tagen konnte dann am Freitag der Nachweis der Teilnahme in Form einer Urkunde übergeben werden. Gemeinsam stießen wir zufrieden auf diese erfahrungsreiche und interessante Zeit an, übergaben Briefe für Schüler und tauschten Materialien und Lieder aus.
Nicht nur für die beninischen Lehrer, sondern auch für uns war es eine Woche voller neuer Eindrücke, in der wir viel über Unterricht nachgedacht haben und die gesammelten Erfahrungen nun nach den Sommerferien mit in das neue Schuljahr nehmen können. Unsere Schüler werden sich auch über unsere Berichte und Fotos aus dem Senegal freuen, den wir anschießend bereist haben.
Wir hoffen, dass sich auch im nächsten Jahr wieder Interessierte für die Durchführung des Workshops finden, die Spaß am Unterrichten und am « échange bénino-allemand » haben.

Ein großes MERCI an Weitblick, ESI und prodogbo, die den Workshop ermöglichen.

Sandra und Hanna

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