Weitblick – Bericht aus Porto Novo

Hallo ihr Lieben,

ich will euch gerne wieder ein bisschen von meinem Leben in Benin berichten:

Schon zwei Monate ist es her, dass ich nach Porto Novo umgezogen bin, um die Weitblick-Projekte bei unseren Partner dem INJEPS voranzutreiben. Das INJEPS ist eine Fakultät, die zur Universität Abomey-Calavi gehört und an der Sport und kommunale Wirtschaft gelehrt wird. Weitblick engagiert sich hier mit dem Bau eines neuen Campus und dem Austauschprogramm.

In Porto-Novo habe ich ein schnuckeliges kleines Appartement gefunden. Dank der Familie, die direkt nebenan wohnt und mittlerweile zu meiner „Porto-Novo-Familie“ geworden ist, fühlte ich mich sofort super wohl! Die Stadt an sich finde ich auch toll. Porto Novo ist die Hauptstadt von Benin, aber viel kleiner als Cotonou (Gott sei Dank ;) ), viel grüner, sauberer, leiser und dennoch findet man alles, was man so zum Leben braucht. Auffällig sind vor allem die vielen alten Kolonialbauten, die das Bild der Stadt prägen.

Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit in Porto habe ich mich mit verschiedenen Projekten beschäftigt. Zum einen habe ich den Bau des Schlafgebäudes des neuen Campus Djavi begleitet. Der Bauunternehmer ist leider nicht sehr zuverlässig, sodass es zu einem Baustopp kam. Deswegen fanden einige Verhandlungen mit dem Bauunternehmer, dem INJEPS, ESI und mir statt. Mittlerweile läuft der Bau wieder. Ich hoffe, dass ich mit der Nachricht, dass der Bau des Gebäudes fertig ist, nach Münster zurückkomme!

 

Mit dem Direktor vom INJEPS und seinem Stellvertrter

Ansonsten habe ich mich viel mit einer neuen Projektidee von Weitblick Plus beschäftigt: Young Business. Durch den Austausch mit den Studierenden in Benin haben wir gemerkt, dass viele Studierende nach ihrem Abschluss keinen Job in ihrer Fachrichtung finden. Unsere Idee: Unternehmensgründung fördern, um nachhaltige Jobs zu schaffen und die Eigeninitiative der Studierenden und Absolventen anzuregen. Nach vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen des INJEPS und Institutionen im Bereich der Unternehmensgründung, haben wir unser Konzept zu Young Business an die beninische Realität angepasst. Ich konnte außerdem eine Struktur der Stiftung der Universität Abomey-Calavi ausfindig machen: Das Start-up Valley. Diese Struktur existiert schon seit ca. 3 Jahren und begleitet Studierenden und Absolventen bei ihrer Unternehmensgründung durch Weiterbildungen im Rahmen von Workshops, Beratung und durch die Herstellung von Kontakten zu z.B. Finanzinstitutionen. Mit der Weitblick-Gruppe Young Business arbeiten wir gerade daran, eine Partnerschaft mit dem Start-up-Valley zu verhandeln, um so die Unternehmensgründung zu fördern.

In Porto Novo habe ich außerdem viele alte und neue Bekannte getroffen: Unsere ersten Austauschstudierenden Jacques und Ephraim leben auch in Porto und sind mittlerweile ebenfalls dabei ihre eigenen Unternehmen zu gründen. Auch den Austauschstudierenden Herman habe ich des Öfteren wiedergesehen. Es ist wunderschön in ein doch so anderes Land zu kommen und alte Freunde wieder zu treffen :) Am INJEPS habe ich auch schnell ein paar neue Freunde gefunden, mit denen man super Ausflüge in die Umgebung unternehmen, sich über die Kulturen austauschen oder einfach ein Basketballspiel gucken gehen kann.

Herman stellt ein neues Projekt seiner NGO in einer Schule vor

Ausflug in Calavi mit Herman

 

Die neuen Austauschstudierenden Gilles und JulienIch konnte weiterhin die beiden neuen Stipendiaten des Austauschprogramms für das kommende Wintersemester kennen lernen: Gilles und Julien (Foto)  sind super nett, sprechen schon ganz gut Deutsch und freuen sich sehr auf die Zeit in Deutschland mit euch !

 

Das Projekt, in das ich definitiv am meisten Herzblut investiere ist das Schulbauprojekt von Weitblick mit sonafa und ESI. Mit den beiden Partnerorganisationen führe ich eine Art Evaluation durch, in der die soziale Wirkung des Projektes im Rahmen meiner Masterarbeit gemessen werden soll. Ich habe einen Interviewleitfaden erarbeitet und schon mit den ersten Interviews für das sonafa-Projekt begonnen. Außerdem habe ich ein Treffen zwischen den beiden Partnern organisiert, um Erfahrungen zum Bau auszutauschen.  Mit ein paar ESI-Mitarbeitern haben wir ein paar Schulen von sonafa besucht.

Nach dem Interview mit dem König - das ich ich mal eben vor versammelter Mannschaft gehalten habe

Auch wenn mir mein Leben in Porto Novo sehr gut gefällt, ist mein beninisches Zuhause nach wie vor Dogbo. Zwischendurch komme ich viel zu gerne hierher zurück: ESI und ein paar anderen Menschen aus Dogbo sind längst zu meiner beninischen Familie geworden. Fast unbeschreiblich sind hier Zusammenhalt, Geborgenheit und die Verrücktheit, die mir die Menschen hier entgegenbringen. Deswegen verbringe ich meinen letzten Monat August auch noch einmal in Dogbo.

Liebe Grüße und ay sabba,

Marieke

 

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren