Bericht aus Dogbo – Weitblick

Bä me wiwi – Das Leben ist schön

Nachdem die Reisegruppe und auch meine Reisegefährtin Franzi mich in Benin zurückgelassen haben, habe ich im April mein Praktikum bei unserem Partnerverein ESI angefangen. Drei Wochen waren geplant – Fünf wundervolle Wochen sind es geworden.

Projektgelände ESI

Projektgelände ESI

Bei ESI habe ich auf dem Projektgelände wohnen können. Das Ziel der NGO ist es jungen Menschen einen (Aus-)Bildungszugang zu ermöglichen. Dies geschieht auf verschiedene Art und Weise: Es existieren unter anderem zwei Heime für Jugendliche, drei Ausbildungsstätte (Bäckerei, Metallwerkstatt, Kfz-Werkstatt) oder ESI baut mit der Unterstützung von Weitblick Schulen in der Kommune Dogbo. Auf dem Projektgelände von ESI ist immer etwas los: Über Tag wird gearbeitet oder auch zusammen gegessen, abends kann man ein Bier in der projekteigenen „Kneipe“ trinken und nachts wird in der Bäckerei gearbeitet.

Tomek & Andi

Tomek & Andi

Ich habe ebenfalls tagsüber gearbeitet und zwar am meisten in der Administration der NGO. Ich habe mich z.B. mit der Kommunikation zwischen Weitblick und ESI beschäftigt. Auch wenn wir gemeinsam schon viele tolle Projekte auf die Beine stellen konnten, ist die Kommunikation nicht nur wegen der sprachlichen, sondern auch kulturellen Unterschiede manchmal etwas schwierig. Ich habe einen Workshop zum Thema Kommunikation mit ESI abgehalten, in dem wir unter anderem gemeinsame Lösungen für die zukünftige Kommunikation erarbeitet haben. Es war sehr produktiv und hat viel Spaß gemacht! Des Weiteren kümmere ich mich während meines Praktikums um die Evaluation des Grundschulbauprojekts von Weitblick und ESI. Gemeinsam haben wir nun schon 9 Schulen gebaut, sodass nun der Projekterfolg überprüft werden soll. Dabei steht die Frage, ob die intendierte soziale Wirkung des Projektes – dass die Kinder bessere Lernbedingungen haben – auch erreicht wird. Dieses Thema finde ich so spannend, dass ich nun meine Masterarbeit über das Projekt schreibe. Dabei werde ich auch das Schulbauprojekt unseres anderen Partner Mensah Tokponto mit dem Verein sofana e.V. unter die Lupe nehmen. Beide Partner freuen sich sehr, dass ich mit ihnen gemeinsam dieses Projekt durchführe und unterstützen mich in der Durchführung.

Beim Kommunikations-Workshop fehlte der Weitblick nicht ;)

Beim Kommunikations-Workshop fehlte der Weitblick nicht ;)

Abgesehen von den spannenden Projekten bei ESI war mein Leben außerhalb von der Arbeit erlebnisreich. Die Menschen bei ESI sind wie fast alle Beniner sehr liebenswürdig und durch die gemeinsame Arbeit und das Leben bei der NGO sind sie zu einer kleinen Familie zusammengewachsen. In diese Familie wurde ich herzlich aufgenommen und das sogar mit einem kleinem Ritual:  Die meisten Leute in Dogbo besitzen einen zweiten Namen auf der Landessprach Adja. Dieser Name wird von den Freunden / der Familie bestimmt. Meiner ist clodowi – heißt Eisvogel – ein schöner, eleganter Vogel, damit bin im Vergleich zu den anderen Namen definitiv sehr gut weggekommen ;)

Ich und der Weitblick-Verantwortliche Basile

Ich und der Weitblick-Verantwortliche Basile

In Dogbo habe ich sehr viele Freundschaften geschlossen und man nahm mich sehr gerne überall mit hin: Zu einer Beerdigung  (die ein Fest war, weil die verstorbene Dame sehr alt war), in das abgelegenes Dorf der Familie vom Bäckermeister Mathurin in der Nähe von Togo, zum Osterfest, mir wurde gezeigt wie man nationale Gerichte wie Palmnussosse und pâte macht, wie man Moto fährt, wie man ein paar Worte Adja spricht usw. Ich werde definitiv nicht nur wegen des Grundschulbauprojektes nach Dogbo zurückkommen!

Ostern in Dogbo

Ostern in DogboBei Mathurins Familie

Amis

Amis

Nun befinde ich mich in Porto Novo, um die Projekte an der Universität voranzubringen, aber davon berichte ich ein anderes Mal ;)

Liebe Grüße aus dem schönen Benin,

Marieke

 

 

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