(Fast) Abschlussbericht

Meine Aufenthalt im Centre ALABRI neigt sich langsam seinem Ende zu und leider mache ich immer wieder aufs neue die gleiche Feststellung, die mir eigentlich auch zu Beginn schon recht klar vor Augen stand : zwei Monate sind nicht annähernd genug.

Es handelte sich hierbei zwar mit Sicherheit um die zwei intensivsten und lehrreichsten zwei Monate meines bisherigen Lebens; trotzdem gibt es momentan nur eins was ich mir wünschen würde und das ist mehr Zeit.

Der Einstieg ins Projekt gestaltete sich etwas abenteuerlich (wenn auch wenig erfreulich); da der Beginn des Schuljahres von der madagassischen Regierung um einen Monat nach hinten verschoben wurde.

Die Gründe dafür waren zwar nicht ganz einsichtig, jedoch wurde der Umstand (bis auf einige Privatschulen) klaglos hingenommen und somit begann das Schuljahr 2016/17 erst im Oktober.

Für uns Volontäre (wir sind momentan zu viert) und das Erzieherteam blieb nichts anderes übrig als die Zeit zu nutzen um bereits im voraus Aktivitäten für das kommende Schuljahr zu planen und uns mit den wenigen Kindern, welche das Centre trotz verlegten Schuljahres bereits aufgesucht hatten, zu beschäftigen.

Auf den Rat von Stefan hin unternahmen wir von Mitte September bis zum Anfang des Schuljahres eine kleine Reise über Moramanga und Tamatave in den Osten der Insel nach Ste. Marie (Nosy Boraha). Um unsere mehr als mangelhaften Madagassischkentnisse auszugleichen kam auch Nandrianina mit, eine ehemalige Wohnheimschülerin des Centre Antseranatsoa die momentan studiert um Hebamme zu werden. Sie sprang zu unserer großen Erleichterung jedes Mal ein, wenn Französisch zur Verständigung nicht gereicht hat.

Nach unserem aufgrund von Krankheit etwas in die Länge gezogenem Ausflug konnte auch endlich der Alltag im Projekt losgehen.

Da der Start des Semesters an den Universitäten relativ parallel zum Beginn des Schuljahres verläuft, hatten wir an unserem ersten Wochenende nach der Reise die Möglichkeit zwei Wohnheimschülerinnen nach Antsirabe zu begleiten, wo sie dieses Jahr ihr Studium beginnen werden.

Für Schüler von ALABRI, die ihr Abitur mit einer Auszeichnung erhalten haben, bietet das Zentrum zusätzlich die Finanzierung eines Studiums an.

Antsirabe, bekannt als Studentenstadt, ist zum Wohnort von mittlerweile 12 ehemaligen Wohnheimschülerinnen und Schülern geworden, die sich gemeinsam ein Haus etwas außerhalb der Innenstadt teilen.

 Zurück im Projekt begann dann das Lernspielprogramm mit Kindern im Grundschulalter, die vor- oder nachmittags das Essensangebot des offenen Jugendzentrums wahrnehmen und entweder davor oder danach an Aktivitäten zu bestimmten Themen wie z.B. Wasser teilnehmen können.

Zusätzlich gibt es auf der Terrasse des Rathauses Angebote für Kinder außerhalb des Wohnheims sowie unterschiedliche Sprachkurse und Freizeitangebote für die Wohnheimschüler, welche vom Erzieherteam und den Volontären gemeinsam geplant und durchgeführt werden.

Leider ist es für mich genau jetzt, wo sich so langsam der Alltag im Projekt einfindet Zeit schweren Herzens zurück ins kalte Europa und ins stressige Unileben zu gehen.

 

ALABRI, du wirst mir fehlen!

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