Weihnachten – weitweg von zuhause

Nachdem Jacques in seinem letzten Bericht über die Vorweihnachtszeit berichtet hat erzählt Ephraïm heute von Weihnachten.

Ephraïm

    “Ist es schön die Feiern am Jahresende weit weg von Familie, Freunden Bekannten zu feiern… – also kurz: weit weg von seiner Heimat? Ich wüsste nicht, ob ich ja oder nein sagen soll. Aber mit diesem Text über meine Erfahrung könnt ihr es dann beurteilen. Zuallererst war ich zwar weg von meiner Familie, aber in einer Familie. Das heißt, dass ich habe Weihnachten in einer Familie gefeiert.
    Schon am Abend des 23. Dezembers bin ich in meiner neuen Gelegenheits-Familie angekommen. Es war ein wunderbarer Empfang, Anna hat uns vom Bahnhof abgeholt und zu Hause wartete Barbara. Zusammen haben wir mit den Weihnachtsvorbereitungen angefangen, wobei die wichtigste Sache war, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Dies ist eine sehr beliebte Tradition in Deutschland und danach kam die Krippe neben den Baum. An diesem Abend haben wir noch lange gegessen und geredet, bevor wir schlafen gegangen sind. Am nächsten Morgen kam auch der Vater der Familie, Bernard, der auf einer Reise gewesen war, zu seiner nun vergrößerten Familie. Wir waren bis zum Abend zusammen, bis wir gemeinsam in die Kirche gingen. Nach der Rückkehr ist dann üblicherweise der „heilige Abend“ und damit das Austeilen der Geschenke in der Familie. Wir saßen an einem schön geschmückten Tisch, worauf die verschiedenen Geschenke lagen und wir haben nacheinander unsere gegenseitigen Geschenke ausgepackt. Ich verrate euch nicht, was ich alles bekommen habe, aber die Gaben waren wunderbar.
    Danach haben wir den Abend noch wunderschön verbracht und sind erst sehr spät schlafen gegangen. Am Morgen des 25., dem Weihnachtstag, haben wir nach dem Frühstück einen Spaziergang in einem großen Wald gemacht. Wir sind mit dem Auto in den Wald gefahren und dann 9 km gelaufen. Mittags dann die Rückfahrt, Essen, ein wenig erholen und abends haben wir dann in einer Gaststätte gemeinsam gegessen. Zurück zu Hause, war es ein weiterer fröhlicher Abend mit viel Unterhaltung.
    Am 26. hat uns Bernard früh am morgen zum Bahnhof gefahren und wir sind, von Raphael begleitet, nach Münster zurück gefahren. Die Familie musste zu anderen Familientreffen. Aber vor dem Losfahren haben wir noch Familienfotos gemacht, Kontakte ausgetauscht… Es war einfach großartig. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal ein so schönes Weihnachten so weit weg von meinem Land erleben würde! Wir konnten uns nur schwer verabschieden, haben aber den offensichtlichen Wunsch uns vor  unserer Rückkehr nach Benin noch einmal zu sehen.
    Am Bahnhof von Münster geht es für uns noch weiter in den nächsten Zug, Richtung Paderbon, wo uns Angela mit ihrer Familie erwartet. Empfangen am Bahnhof, haben wir noch, bevor wir mit ihr nach Schwaney gefahren sind, Paderbon besichtigt und vor allem die große Universität. Danach sind wir zu ihr gefahren und von Angelas Vater Joseph, ihrem Bruder Martin und seiner Verlobten begrüßt worden. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sind wir in die Stadt gelaufen, wo ihre Mutter wohnt und gemeinsam Mittag gegessen. Auch hier war es wieder sehr schön, sich in dieser Familie zu wissen. Nach dem Essen haben wir die Stadt besichtigt, eine Stadt umgeben von Bergen und schöner Landschaft umgeben.  Zurück in Schwaney sind wir noch am selben Abend in ein Bowlingcenter gegangen und ein sehr interessantes Spiel gespielt: Bowling. Ich habe es zum ersten Mal gesehen, aber ich habe es geliebt!
    Zurück zu Hause haben wir noch Karten gespielt, bevor wir schlafen gegangen sind. Am Morgen nach dem Frühstück unternahmen wir einen kleinen Spaziergang in die Natur, auf einen kleinen Berg. Die Landschaft ist wirklich schön. Es war kalt und es wehte ein leichter Wind, aber ich habe es kaum mitbekommen. Die schöne Landschaft hatte mich ganz in Beschlag genommen.
    Ich werde es sicher nicht missen euch zu sagen,  dass wir sogar ein kleines Video drehen sollten, um es der Schwester von Angela schicken sollten, die nicht da sein konnte. Ein weiteres Mal im Haus haben wir dann verschiedene Spiele gespielt: „Zug zum Zug“ und Memory und am Abend sind wir noch ins Kino gegangen. Unsere Zeit war mit emotionalen und bewegenden Momenten vollgepackt. Ich habe mich nie gelangweilt. Wir hatten Spaß und schallend mit Angelas Familie gelacht.
    Es war erst am 28., dass ich mein Zimmer wiedergesehen habe. Um die Wahrheit zu sagen, hatte ich unvergessliche Feiertage. Die Erinnerung an diese Zeit werden fest in meinem Gedächtnis verankert bleiben,  da ich nicht glaube, dass ich in Benin mehr erlebt und erfahren hätte.
    Persönlich bereue ich es auf jeden Fall nicht, die Erfahrung von diesen Feiern in Deutschland gemacht zu haben. Ganz im Gegenteil, ich habe es genossen. Und wenn sich mir die Gelegenheit noch einmal bieten würde, dann würde ich sofort zustimmen, um so viele dieser schönen Erlebnisse wie möglich zu wiederholen.”

Übersetzt von Ronja Fischer und David Tiede

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