Nataka jenga nyumba – Ich will ein Haus bauen

Jambo Ihr Lieben!

Nun sind wir schon eine gute  Woche hier und die Wände unseres  Klassenraums wachsen mit jedem Tag. Inzwischen haben wir sie schon bis zum oberen Rand der Fenster hochgezogen und unsere Mauertechniken werden immer besser. Auch der Kontakt zu unseren vier Kenianischen Bauleitern wird immer herzlicher. Wir sind Ihnen sehr dankbar, mit wie viel Geduld und Freundlichkeit  sie uns in die hohe Kunst des Häuserbauens einweihen. Schnell haben wir gelernt, dass wenn sie auf unsere Frage, ob wir etwas richtig gemacht haben, antworten: „Yes, It’s a little bit ok“, wir noch einmal versuchen sollten, unsere Arbeit nachzubessern. Wenn sie dagegen sagen „It’s perfect ok“, sind sie sehr zufrieden mit uns. So langsam wird aber auch unser Swahili besser. Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem unserer  täglichen Dialoge: „Habari nakasi?“ (Wie läuft die Arbeit?) „nzuri“ (gut) oder „Mambo vipi?“ (Wie geht es dir?) „Poa poa“ (gut).  Das macht auch den Kontakt zu den Kindern leichter, die von Tag zu Tag zutraulicher werden und uns oft in ihren Pausen in  großen Trauben umringen.

Zwischendurch hört man aber auch immer wieder deutsche Worte aus den Mündern der Bauleiter und man merkt deutlich, dass unsere Vorgängergruppen Spuren hinterlassen haben. So schaut manchmal ein fröhliches Gesicht durchs Fenster und fragt: „ Alles klar, Kollege?“  Spätestens dann ist alles wieder klar J

Um unsere Freundschaft mit unseren Bauleitern noch zu vertiefen, sind wir am Freitag mit Ihnen zusammen nach der Arbeit im Dorf Palmenwein trinken gegangen.  Der Wein wird dort aus dem Saft der Palmenrinde hergestellt und wurde uns teilweise in leeren Deogläschen oder Seifenblasenfläschchen serviert. Er schmeckte für uns äußerst gewöhnungsbedürftig, aber das Event war trotzdem sehr schön und wir konnten uns auch außerhalb der Arbeit besser kennenlernen.

Das Wochenende haben wir dann bei uns zu Hause verbracht und uns von der ersten Arbeitswoche und den vielen neuen  Eindrücken erholt. Wir durften uns dafür viel bei Irene und Bernd aufhalten, da es dort aufgrund der fußläufigen Küste sehr viel windiger und damit erfrischender ist.

Am Samstag haben wir es  geschafft, alle drei möglichen öffentlichen Verkehrsmittel hier zu benutzen: Boda Bodas (Motorräder, auf denen zwei bis drei Menschen transportiert werden können), Tuk Tuks (Dreirädige Fahrzeuge, in denen ca. 4 Menschen unterkommen) und Matatus (Sammeltaxen, in denen eigentlich unbegrenzt viele Menschen transportiert werden können). Letztere sind kleine Minibusse, die ihre festen Strecken fahren, an denen man ein- und aussteigen kann, wo man will. Sie hupen einen an, wenn sie vorbeifahren, in der Hoffnung, dass man mitfahren möchte. In manchen läuft laute Musik und sie mischen das Straßengeschehen noch einmal richtig auf.

Sowieso spielt sich sehr viel Leben auf der Straße ab. Hier werden viele Dinge zum Verkauf angeboten, man trifft sich, arbeitet, kocht und ruht sich aus. Es herrscht immer ein reges Treiben zwischen kleinen Marktständen, vielen herumrennenden Kindern  und einigen freilaufenden Hühnern und Ziegen. Das alles ist für uns noch immer ein faszinierendes Bild.

Wenn wir nachmittags von der Baustelle kommen, werden wir von Irenes Schwester Mariam  rührend versorgt. Sie kommt täglich und kocht für uns ganz typische kenianische Gerichte. Passend zu unserem täglichen Muskelaufbau sind immer viele Proteine im Spiel. Wir bekommen Eier-Tomaten-Sandwiches mit auf die Baustelle, die wir in unserer Mittagspause ergänzt von den Bohnen der Schulküche genießen. Zusätzlich essen wir täglich frische Kokosnüsse, Ananas, Mangos und Bananen. Unsere Jungs sind schon fachmännisch in das Knacken und Aushöhlen von Kokosnüssen eingeweiht worden, wovon wir alle profitieren. ;-)

Gestern und heute haben zwei von uns zusammen mit Kahindhi mit dem Zimmern der Fenster angefangen und haben die ersten beiden  Fenster schon fertig gestellt. Morgen geht es weiter damit, sodass wir bald mit dem Einsetzen der Fenster und dem Verputzen der Wände anfangen können. Der Rest der Gruppe hat heute einen Ringanker gegossen  und dabei eine große Menge „Morta“ (Mörtel) verwendet. Zuvor musste noch ein Metallgewinde gefertigt werden, ein sogenannter Fettenanker. (Danke an Kathrins Vater für diese Begrifflichkeiten ;-) )

 Kleine Rückschläge, wie dass uns am Wochenende ein Teil des Gerüsts geklaut wurde oder dass es immer wieder Stromausfall gibt, können uns nicht aufhalten.

Fotos folgen sobald wir besseres Internet haben! :)

Wir freuen uns schon wieder auf morgen, auf unsere Kollegen, die Kinder und den Fortschritt am Klassenraum!

 

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

1 Kommentar zu “Nataka jenga nyumba – Ich will ein Haus bauen”

  1. Claudia Ostwig schreibt:

    Mrz 12, 15 um 15:01

    Hallo Maike, hallo liebes Kenia-Team,

    wollte mich doch einfach mal ganz herzlich für die interessanten Berichte hier bedanken, ich schaue jeden Morgen voller Spannung in den Blog, um zu sehen, ob es etwas Neues von Euch zu lesen gibt. Ich finde es toll, was Ihr dort so macht und ich freue mich, dass Ihr so gute Fortschritte macht und nebenbei auch noch ein wenig Land und Leute kennen lernt. Ich wünsche Euch weiterhin gutes Gelingen und trotz der Anstrengung vor allem auch Spaß bei dem Ganzen. Und auf die angekündigten Fotos freue ich mich ganz besonders (falls das wirklich klappen sollte mit dem besseren Internet).

    Liebe Grüße an Euch alle, vor allem an Sascha und Siena,

    Claudia (Saschas Tante)


Kommentieren