Schulen, Spektakel, Sodabi- Weitblicker_innen in Benin 2014

 

 

 

Auf dem neuen Campus. Das erste Gebäude nimmt Gestalt an..Bonne Arrivée!

Mit diesen Worten wurden wir in unseren drei Wochen in Benin überall begrüßt – also, in diesem Sinne: Schön, dass ihr gut auf unserem Blog angekommen seid!

 

Vom 15. September bis 06. Oktober besuchte die diesjährige „Septemberreisegruppe“, bestehend aus neun Weitblickern aus Münster, Kiel und Freiburg, Benin.
Uns erwartete ein gut durchorganisiertes und abwechslungsreiches Programm: Vielen Dank an dieser Stelle schon einmal allen Beteiligten!

 

Angekommen in Cotonou, der inoffiziellen Hauptstadt Benins, ging es am ersten Tag gleich auf eine Bootstour in ein Stelzendorf, welches nur mit Kanus erreichbar war. Das Dorf hatte eine immense Größe von ca. 30000 Einwohnern und alles, was sich auch sonst in Dörfern finden lässt: Kirchen, Moscheen, Schneidereien, Schulen, Märkte, ein Guest House und sogar eine NGO.
Zudem besuchten wir noch eine Universität in der Nähe von Cotonou und konnten uns schon einmal einen Einblick von Hörsälen, Unterrichtsabläufen und einem Campus verschaffen. Die Hörsäle sind beengt, sodass nicht alle Studenten Platz finden, des Weiteren gibt es oft Probleme mit der Akustik, wodurch Studenten der letzten Reihen den Professor nicht mehr verstehen.

 

Einen Tag später ging es dann, frisch gestärkt mit dem morgendlichen Baguette, nach Porto-Novo ans Injeps. Porto-Novo ist die offizielle Hauptstadt Benins und nur ca. 25 km von Cotonou entfernt – durch den Verkehr braucht man aber ungefähr eine Stunde.
Am Injeps wurden wir sofort sehr herzlich von den Studenten begrüßt: Trommeln, Tanz und das Höflichkeitsritual, Gästen Wasser vor die Füße zu schütten und Ihnen reihum eine Calabas mit Wasser zu reichen, wurde auch für uns initiiert.
Nach einem Rundgang über den Campus und dem Einzug in die Zimmer, ließen wir den Abend alle gemeinsam in einer Disco gebührend ausklingen.

 

Am nächsten Morgen ging es dann in alter Frische auf zum neuen Campus, der etwa eine halbe Stunde vom Injeps entfernt liegt. Es ließen sich bereits Fortschritte feststellen: Der erste Stock des Gebäudes ist errichtet und ein Grundriss schon erkennbar – ab Semesterbeginn (Ende Oktober) sollen hier die STAPS-Studierenden (Sport) des ersten Uni-Jahres unterrichtet werden.

Uni baut Uni bekommt Form.
Allerdings ist die Situation der Studenten noch nicht optimal: Es gibt keine Möglichkeit auf dem neuen Campus zu übernachten, sodass jeden Tag ein Transport organisiert werden muss.
Doch frei nach dem Motto „Ca va aller“ wird auch das irgendwie funktionieren.

 

Die restlichen Tage am Injeps verbrachten wir mit Spielen (Kubb ist mittlerweile auch in Benin ein Hit!), Gesprächen mit dem Direktor und Verwalter des Injeps und einem Treffen mit „Les amis de Weitblick“. Les amis des Weitblick lässt sich als Studenteninitiative in Benin beschreiben, die ebenfalls soziale Projekte, wie das Verteilen von Schulmaterialien oder Kleidung, organisieren und einen Benin-Reiseführer schreiben wollen. Wir hoffen, dass sich ein dauerhafter Kontakt und Austausch ermöglichen lässt und haben dies im gemeinsamen Dialog besprochen.
Es folgte noch ein Besuch im botanischen Garten, bei dem auch die Affen durch den Wald rasten.

Zu Besuch im Injeps in Porto Novo.

Nach drei Tagen in Porto-Novo hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen und es ging weiter Richtung Dogbo, der Gemeinde, in dem der Partnerverein ESI sitzt und Weitblick Münster bereits sechs Grundschulen gebaut hat.


Wir wohnten auf dem Areal von „Pro Dogbo“, auf dem bereits eine KFZ-Ausbildungswerkstätte, die zum Teil durch Weitblick Münster mitfinanziert wurde, eine Bäckerei, eine Metallwerkstatt, ein Wohnheim und ein Internetcafé ihren Platz haben.

 

In Dogbo radelten wir viel durch die Natur, besuchten den „König“ der Gemeinde, shoppten fleißig Stoffe auf dem Markt, die dann anschließend von der Schneiderin zu Kleidern, Röcken und Hosen verarbeitet wurden (die Angaben der Größen und Formen waren allerdings ohne Gewähr!), besichtigten drei Weitblick Schulen sowie eine alte Mine, in der Erz abgebaut wurde.

Besuch beim König von Dogbo!Praktikumstag in Dogbo
Außerdem führten wir ein Gespräch mit den Mitarbeitern von ESI, unserem beninischen Partnerverein und reflektierten die gemeinsame Zusammenarbeit. Es war schön sich so durch viele Fragen besser kennen lernen zu können.
Auch das ein oder andere Bierchen wurde getrunken und natürlich durfte auch das beninische Nationalgetränk nicht fehlen: Sodabi! Der hochprozentige Schnaps, der aus Palmwein hergestellt wird, wurde bei jedem Empfang gereicht und wir wussten, dank eines Besuches auf einer Sodabi-Farm, mit der Zeit fast alles über diese süße Spirituose.
Ein Abend am Lagerfeuer und einer in der Dorfdisco krönten unseren siebentägigen Aufenthalt in Dogbo, bevor es dann weiter nach Grand Popo an den Strand ging.

 

In Grand Popo ließen wir uns einen Tag lang ordentlich den Wind um die Nase wehen, genossen den traumhaften Strand und das Meer, währenddessen sich gefühlt tausend Krebse an uns vorbeikrebsten. Nach den vielen Eindrücken der letzten zwei Wochen war das eine gute Gelegenheit etwas zur Ruhe zu kommen.

Grand Popo

Am nächsten Tag folgte dann die letzte gemeinsame Station unserer Reise: Ouidah. In Ouidah wurden in der Vergangenheit Sklaven aus vielen Teilen Afrikas verschifft, woran heutzutage noch die Sklavenroute und das Sklaventor erinnern. Am „Tor ohne Wiederkehr“ setzte das Schiff ab und es ging auf in eine ungewisse Zukunft.
Nach kurzem Innehalten fuhren wir weiter zum Schlangentempel von Ouidah: In Benin glaubt etwa ein Drittel der Bevölkerung an Voodoo, eine Naturreligion. In Ouidah gilt dabei die Schlange als heiliges Tier. In dem Tempel schlängelten ca. 30 (?!) Pythons herum, das Motto „ Nur gucken, nicht anfassen!“ hatte keine Gültigkeit und so durfte man sich auch von der Python den Hals umschlingen lassen.

 

Zurück angekommen in Cotonou, besuchten wir noch die deutsche Botschaft und erfuhren vom deutschen Botschafter, Hans Jörg Neumann, einiges über die Aktivitäten der Botschaft in Benin.
Und dann, nach zwei spannenden, spaßigen und spektakulären Wochen hieß es auch schon „Time to say goodbye“… äh pardon, „Au revoir“!
Zwei Weitblicker flogen gen Heimat, der Rest machte sich noch auf in den Norden Benins.

 

Der Abschied fiel uns allen schwer und wir sind sehr dankbar für die tollen Erfahrungen, die wir während unseres Aufenthalts sammeln durften.
In Benin verabschiedet man sich mit „A toute à l’heure“, also „Bis zum nächsten Mal.“

 

Bis zum nächsten Mal ist ein gutes Stichwort: Im März wird wieder eine Reisegruppe nach Benin fliegen und sich die aktuellen Veränderungen anschauen. Vielleicht wäre das Ganze ja auch etwas für dich?! Dann schau doch mal hier: http://weitblicker.org/content/pagewithpicts/M%C3%BCnster/Mit-Weitblick-M%C3%BCnster-ins-Ausland

Bis zum nächsten Mal bei Weitblick Veranstaltungen jeder ist willkommen mitzumachen, sich einzubringen und gemeinsam das Uni-baut-Uni Projekt weiter zu gestalten!

Beninisches Essen...

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2 Kommentare zu “Schulen, Spektakel, Sodabi- Weitblicker_innen in Benin 2014”

  1. Heiko schreibt:

    Okt 14, 14 um 07:40

    Toller Bericht, freu mich schon auf die Vorstellung und Bilder auf der Sitzung 🙂

  2. Mein Auslandsaufenthalt in Benin und was daraus geworden ist - WEITWEG BLOG schreibt:

    Okt 18, 14 um 18:05

    […] Was hat sich in der Zeit bis jetzt getan: Die ersten vier Wochen habe ich jeweils dreimal die Woche für zwei Stunden Französischunterricht genommen. Danach konnte ich mich immerhin halbwegs ordentlich unterhalten. Weil das aber doch ziemlich anstrengend war, habe ich mir nach dem ersten Monat eine wohlverdiente Pause mit der Weitblick-Reisegruppe in Dogbo beim Weitblick Projektpartner ProDogbo/ESI gegönnt. (Ein umfassender Bericht der Reise findet sich hier) […]


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