Mein Auslandsaufenthalt in Benin und was daraus geworden ist

Unterrichtsstunde Französisch

Französischstunde mit meinem Lehrer

« Cher Client, déjà 2 mois dans la grande famille Moov. » So hat mich heute Morgen mein Handyanbieter begrüßt. Bereits zwei Monate bin ich nun schon in Benin und genau zwei weitere werde ich noch bleiben.

Was hat sich in der Zeit bis jetzt getan: Die ersten vier Wochen habe ich jeweils dreimal die Woche für zwei Stunden Französischunterricht genommen. Danach konnte ich mich immerhin halbwegs ordentlich unterhalten. Weil das aber doch ziemlich anstrengend war, habe ich mir nach dem ersten Monat eine wohlverdiente Pause mit der Weitblick-Reisegruppe in Dogbo beim Weitblick Projektpartner ProDogbo/ESI gegönnt. (Ein umfassender Bericht der Reise findet sich hier)

Die Einschreibung an der Universität Abomey-Calavi (UAC) war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht weitergekommen, was aber auch daran lag, dass die Verwaltung (immer)noch in den Ferien war. Allerdings hatte Lambert schon meine Zeugnisse auf Französisch übersetzen lassen und an der zuständigen Behörde eingereicht, welche die Gleichwertigkeit meines Abiturzeugnisses bzw. meiner universitären Leistungen überprüfen sollte.

Weitblick-Reisegruppe

Besuch der Weitblick-Reisegruppe auf dem neuen Gelände des INJEPS in Djavi

Mit Abschluss der Reise und immer noch unsicher, ob eine Einschreibung überhaupt funktionieren würde (ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch mit keinem Offiziellen gesprochen) fuhr ich dann am Hauptcampus vorbei. Dort bin ich ins Physikgebäude reingelaufen und habe im Sekretariat gesagt, dass ich hier gerne Physik im dritten Jahr studieren würde. Von dort wurde ich an den Studiendekan (glaube ich) weitergeleitet, der mir kurz den Prozess des Einschreibens erklärte und mich dann ins Sekretariat des Vizedirektors schickte. Da mich niemand verwundert anschaute oder sogar fragte, ob ich dieses oder nächstes Jahr studieren wolle, war ich mir dann auch ziemlich sicher, dass die Einschreibung funktionieren wird.

Im Sekretariat des Vizedirektors holte ich mir die Liste der Dinge ab, die ich für meine Einschreibung einreichen muss und informierte mich kurz über Kosten und Ablauf. Die Studiengebühren für Physik für ein Jahr (es gibt hier nicht wirklich Semester) betragen für mich ca. 500 Euro und mit Abgabe meiner Unterlagen würde ich erst mal eine Pré-Inscription durchführen, könnte dann aber bis zum Abschluss meiner Einschreibung auch schon Kurse besuchen.

Physikgebäude

Physikgebäude auf dem Hauptcampus der Universität Abomey-Calavi

Das Problem, welches mir Lambert nach einer weiteren Woche eröffnete, war folgendes: Die Kurse werden wahrscheinlich erst Mitte November beginnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich aber schon längst dazu entschieden, dass ich zum Neuen Jahr wieder in Münster sein möchte. Aber immerhin würde ich dann noch einen bis eineinhalb Monate das Studium an der UAC erfahren und genießen können. Dachte ich mir.

Am letzten Tag waren wir mit der Reisegruppe in der deutschen Botschaft gewesen und dort hatte man mir den Kontakt eines Professors gegeben, der am IMSP (Institut de mathematique et science physique) lehrt. Da das IMSP auch in Porto-Novo liegt, habe ich mit dem Prof einen Termin ausgemacht und bin dort vorbeigefahren. Was dabei aber rauskam, brachte meine ganzen Pläne durcheinander. Die Physikkurse werden wohl nicht vor Ende November, vielleicht sogar erst Anfang Dezember beginnen.

Also erklärte ich ihm, dass ich schon Ende Dezember wieder nach Deutschland zurückfliege und habe ihn frei heraus gefragt, ob ich nicht einige Kurse und Vorlesungen besuchermäßig am IMSP besuchen könnte. Dazu muss man wissen, dass das IMSP das Institut für Masterstudierende und Doktoranden ist

Aushang

Aushang über die einzureichenden Dokumente für ausländische Studierende vor dem Sekretariat des Vize-Direktors. Aufgenommen mit meiner Handykamera, deshalb die schlechte Bildqualität.

(und führend im Bereich der theoretischen Physik in Westafrika) und die Vorlesungen hier früher anfangen. Netterweise wurde das nicht sofort abgelehnt, sondern mit dem Direktor des IMSP abgestimmt und jetzt darf ich hier Seminare und im November wahrscheinlich auch einige Kurse besuchen.

Wann die Vorlesungen am IMSP genau anfangen, kann ich noch nicht sagen, aber die Seminare laufen schon und ich konnte auch schon drei Stück besuchen. Im Gegenzug werde ich zweimal in der Woche einen Deutschkurs für die Studenten am IMSP anbieten, die Lust darauf haben, etwas in die deutsche Sprache hineinzuschnuppern. Eine reguläre Einschreibung an der UAC werde ich jetzt wohl gar nicht mehr brauchen.

Schade eigentlich, denn am Ende war ich mir tatsächlich sicher, dass eine Einschreibung kein Problem ist.

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1 Kommentar zu “Mein Auslandsaufenthalt in Benin und was daraus geworden ist”

  1. Jan schreibt:

    Okt 18, 14 um 19:47

    Ui, na immerhin kommst Du vermutlich doch noch zum ein bisschen Studieren – und das andere drumherum, das ist die Erfahrung des Auslandssemesters doch auch wert, oder? Gespiegelt ginge es beninischen Studierenden in Münster genauso: das Erleben des anderen Landes ist der eigentliche große Mehrwert.
    Weiter so und alles Gute!
    Jan


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