Mein Abschied in Benin

Hallo zusammen,

auch wenn ich bereits seit fast einer Woche wieder gut in Deutschland angekommen bin, so habe ich es natürlich nicht vergessen, dass noch ein Bericht über die letzte Woche in Benin aussteht. Generell ist mir diese Woche wirklich sehr schwer gefallen, da ich von vielen lieben Menschen Abschied nehmen musste, die ich vermutlich erst in ein oder zwei Jahren  das nächste Mal wiedersehen werde.

 

ESI und pro dogbo

Abschied ESI und pro dogbo

Mitte der Woche bin ich zunächst mit Lambert nach Dogbo gefahren, um mich von den Leuten unserer Partner-Vereine ESI und pro dogbo zu verabschieden. Hierbei haben wir noch einmal über den aktuellen Stand des Projektes gesprochen und reflektiert, was in den letzten Monaten gut gelaufen ist und was in Zukunft evtl. noch verbessert werden könnte. Nach einer gemütlichen Runde am Abend ging es am nächsten Tag wieder zurück nach Porto Novo.

 

Meine Lieblings-Verkäuferinnen

Meine Lieblings-Verkäuferinnen in Porto Novo

Während meiner Zeit in Benin habe ich meist die gleichen Verkäufer gewählt, damit ich nicht ständig neu die Preise verhandeln musste. Zwei Damen waren mir dabei besonders sympathisch, bei denen ich somit auch nahezu täglich mein Baguette und andere Kleinigkeiten gekauft habe. Als ich also das letzte Mal dort hingegangen  bin, um einzukaufen, haben mir die Frauen zwei Packungen Spaghetti in die Tüte eingepackt. Als ich meinte, dass dies heute nicht notwendig sei, da ich ja bald abreisen würde, meinten sie: nein, nein! -Das ist unser Abschiedsgeschenk für dich. Ich habe mich wirklich sehr über diese kleine Aufmerksamkeit gefreut!

 

Les amis de weitblick

Les amis de weitblick

Wie bereits angekündigt, haben die Studenten am Samstag vor meiner Abreise einen Überraschungs-Ausflug vorbereitet. Mit mehreren Motorrädern und einem Taxi sind wir also gemeinsam zu einem wunderschönen Naturgebiet gefahren und haben dort eine Rundwanderung gemacht, bei der auch zwei kleine Strecken mit dem Boot zurückgelegt werden mussten.  Für einige Studenten war dies eine sehr große Überwindung, da vielen Beniner das Schwimmen in der Kindheit nicht beigebracht wird und ein Fluss eine echte Bedrohung darstellt. Trotzdem sind alle Studenten tapfer in das Boot eingestiegen, sodass wir gemeinsam den Rundweg fortsetzen konnten und im Abschluss ein schönes Picknick veranstalten konnten. Nach dem Essen meinte Fabrice zu mir: Angela, nun kommt deine letzte Überraschung.

Wir sind somit zu einer ruhigen Stelle in der Nähe einer Farm gegangen, wo Fabrice und Lambert ein paar Abschiedsworte  gesprochen haben, wobei sie mir auch einen kleinen KakaoBaum überreicht haben. Diesen sollte ich symbolisch in die Erde pflanzen, damit ich das Wachstum des Baums ebenso wie das Wachstum des Projektes beobachten kann, wenn ich das nächste Mal nach Benin zurückkehre. Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, dass dies der mit Abstand emotionalste Punkt meiner gesamten Reise war…

 

Meine Nachbarn

Meine Nachbarn in Porto Novo

Den Sonntag habe ich anschließend größten Teils damit verbracht, meine Wohnung aufzuräumen und die Tasche zu packen. Am Abend hatte ich jedoch noch mal die Gelegenheit, das letzte Mal mit meinen Nachbarn Mael und Hervé ein Bier zu trinken und dabei die afrikanische Stimmung mitzuerleben, wenn alle gemeinsam mit Live-Musik den Tag ausklingen lassen. Die beiden sind mir während der Zeit wirklich sehr ans Herz gewachsen und haben immer gut auf mich Acht gegeben.

 

Die Studenten des INJEPS

Ausflug mit den Studenten vom INJEPS

Tja, und am Montag stand bereits der Tag der Abreise an. Da ich erst um 22:00 Uhr am Flughafen sein musste, konnte ich mich am Vormittag noch bei sämtlichen Studenten des INJEPS verabschieden, da jeden Montag  Morgen eine Studentenversammlung unter Anwesenheit des Direktors stattfindet, bei der die Nation Hymne gesungen wird und wichtige Neuigkeiten mitgeteilt werden. Nachdem der Direktor also noch ein paar Worte zum Projekt gesagt hat, durfte ich mich von allen verabschieden und auch dieser Moment ist mir nicht einfach gefallen.

Am Nachmittag ging es dann mit Lambert und Bibiane nach Cotonou, wo wir gemeinsam auf den Abflug gewartet haben.

Und so ist nun meine spannende Zeit in Benin vorerst beendet, wobei viele schöne Erinnerungen zurückbleiben. Sollte mich jemand fragen, was war die beste Entscheidung, die du in den letzten fünf Jahren getroffen hast, so kann ich ohne Nachdenken sagen: Die beste Entscheidung war mein Entschluss für das Projekt „Uni-baut-Uni“ nach Benin zu reisen.

Danke weitblick – ich werde diese Zeit nie vergessen!

Viele Grüße
Eure Angela

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren