Der 2. Januar 2014

Hallo zusammen,

ich wünsche euch allen ein frohes, neues Jahr und hoffe, dass ihr alle ein schönes Silvester gefeiert habt. Hier in Benin war der 31. Dezember ehrlich gesagt nicht ganz so spektakulär. Um genau zu sein, hätte ich an dem Abend noch nicht mal gemerkt, dass Silvester ist, wenn ich es nicht vorher gewusst hätte.

Zusammen mit Lambert und ein paar Freunden waren wir in Lokossa in einer Bar. Um kurz nach Mitternacht hat irgendjemand auf die Uhr geschaut und meinte: oh, wir haben ja schon das neue Jahr. Alle haben sich kurz die Hand gegeben und anschließend ging es genauso weiter wie vorher. Das heißt Feuerwerk und Countdown sind in diesem Jahr einfach mal ausgefallen…

Etwas anderes ist dann der 1. Januar gewesen. Der wird hier deutlich stärker gefeiert, d.h. die Familie und Freunde werden besucht und auch am Abend gehen viele Leute noch mal in die Bars, um zu feiern. Ich selbst habe den Tag bei Lucrèce (einer Studentin des INJEPS, die ebenfalls in Lokossa wohnt) verbracht und wurde dort mal wieder trotz geringer finanzieller Mittel mit größter Gastfreundschaft von der Familie empfangen.

Das wirkliche Highlight des neuen Jahres kam allerdings am 2. Januar. An diesem Tag veranstalten unsere Partner-Vereine pro dogbo und ESI traditionell ein großes Festival für die Kinder und Jugendlichen in Dogbo (kostenlos). Zu diesem Event kommen mittlerweile auch ziemlich bekannte Sänger des Landes, was mir vor dem Tag gar nicht so bewusst war.

In diesem Jahr hieß der Superstar also Kemy Oluwa (eine momentan absolut angesagte Sängerin aus Benin), die gegen Mittag in Lokossa angekommen ist, um dort gemeinsam mit den Moderatoren des Abends ein Radio-Interview zu geben. Hierbei durfte ich als Fotografin die ganzen Leute begleiten. Anschließend ging es mit dem Auto weiter nach Dogbo, wo Kemy von den Jugendlichen unseres Partnervereins bereits mit einer Motorrad-Karavane erwartet wurde.

Nach der Einfahrt in den Ort hat sich die Sängerin mit ihren Tänzerinnen auf das Dach des Autos gesetzt und den Leuten am Straßenrand freundlich zugewunken. Es war wirklich äußerst spannend, die Gesichter der Leute zu beobachten, die entweder fröhlich gelacht haben, weil sie Kemy erkannt haben, oder die ziemlich verwirrt geschaut haben, weil sie die Dame auf dem Auto-Dach doch etwas merkwürdig fanden. Mir  wurde hinterher erklärt, dass dies notwendig sei, damit die Leute in Dogbo auch wirklich glauben, dass der Promi am Abend in Dogbo auftritt.

Die Veranstaltung an sich war dann anschließend auch richtig gut. Ich würde mal tippen, dass ca. 3.000 – 4.000 Leute gekommen sind. Der einzige Aspekt, der an diesem gelungenen Tag wirklich sehr schade war, war die Tatsache, dass es um 2:30 Uhr ziemlich großes Gerangel in der Menschenmenge gab, sodass die Polizei die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen frühzeitig abbrechen musste. Dennoch glaube ich, dass es allen gut gefallen hat und ich finde es toll, dass unsere Partnervereine jedes Jahr ein solches Fest organisieren.

Nach den ganzen Feiertagen haben wir noch einen Strandtag zur Erholung in Grand Popo eingelegt, bevor es dann anschließend für mich zurück nach Porto Novo ging. Nun bleiben noch 5 Wochen bis zu meiner Abreise und der letzte Endspurt für das Projekt beginnt. Kann irgendwie noch gar nicht glauben, wie die Zeit hier verflogen ist…

Ich wünsche euch allen nun eine schöne Woche und sage mal einfach bis bald
Viele Grüße
Angela

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren