Weihnachten in Benin

Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr hattet alle schöne Feiertage und konntet diese im Kreise eurer Familie genießen. Hier in Benin war ja schon im gesamten Dezember bei 25-30 C° keine Weihnachtsstimmung aufgekommen und auch Weihnachten an sich hat da keine große Ausnahme gebildet. Trotzdem war es eine sehr spannende Zeit, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Generell wird in Benin nur der 25. Dezember gefeiert und dabei handelt es sich auch eher um einen Feiertag, der nur für die kleinen Kinder reserviert ist. Vor Weihnachten laufen dabei auch kleine Gruppen von Kindern durch die Straßen, die ein wenig Geld dazu verdienen wollen, um sich die Schulhefte und Stifte für das kommende Jahr zu finanzieren. Dabei sind ein oder zwei Kinder verkleidet und tanzen so lange, bis sie ein paar Münzen für die Gruppe erhalten haben.

Bis zum 23. Dezember wusste ich nun also selbst nicht so genau, wie ich feiern würde.  Habe somit am 24.  erstmal einen großen Weihnachtsputz veranstaltet, Getränke und Kekse für den Feiertag eingekauft und war außerdem am INJEPS, wo ich eigentlich noch ein paar Infos erhalten sollte. Irgendwie hat an dem Tag allerdings einiges nicht so geklappt, wie ich wollte und so hatte ich mich dazu entschlossen, abends zuhause zu bleiben.

Als ich dann gerade frühzeitig schlafen gehen wollte , klopft es bei mir an.  Dort stand mein Nachbar vor der Tür und sagte mir: Frohe Weihnachten, ich habe ein kleines Weihnachtsgeschenk für dich. War in dem Moment echt total verblüfft und habe mich sehr darüber gefreut. 🙂 Später habe ich gesehen, dass es ein Kuchen war.

Ich glaube, meinem Nachbarn war gar nicht bewusst, wie viel mir seine nette Geste in dem Moment bedeutet hat (die er auch für alle anderen Nachbarn vorbereitet hatte).  Habe ihn gefragt, was er am Abend noch vor hat und so ist daraus spontan mit einem weiteren Nachbarn meine erste Kneipen-Tour in Porto Novo entstanden, die um 5 Uhr morgens ihr Ende gefunden hat. 🙂

Der 25. Dezember war ebenfalls sehr schön, wobei ich zunächst 3,5 Stunden mit Lucrèce und Bibiane in der Messe war, die abgesehen von 2-3 Weihnachtsliedern allerdings ziemlich wenig mit Weihnachten zu tun hatte. Generell findet auf Weihnachten die Erst-Kommunion für ca. 30 Jugendliche statt, die bei uns ja üblicherweise im April ist. Somit stand auch nicht Weihnachten, sondern eben die Erst-Kommunion im Vordergrund. Die Lieder und die Zeremonie waren jedoch richtig schön und so war es mal eine ganz andere Weihnachtsfeier, wo die Zeit auch echt schnell vergangen ist.

Nach der Messe sind wir drei gemeinsam zu Bibianes Familie gefahren und haben dort gegessen. Der Nachmittag verlief dort im Kreise der Familie etwas ruhiger und abends hatte ich noch ein paar Studenten zu mir in die Wohnung eingeladen. Tja und dann war Weihnachten schon wieder vorbei und alle gehen am 26. Dezember wie gewohnt der Arbeit nach.

Im Nachhinein muss ich sagen, war es ein richtig schönes Fest, das mal vollkommen anders war, und von daher habe ich die Heimat zum Glück nicht ganz so stark vermisst, wie vorher etwas befürchtet.

Ich bin gespannt, wie Silvester ausfallen wird und darüber werde ich beim nächsten Mla berichten. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch, bis bald!

Viele liebe Grüße
Angela

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