Unsere Reise in den Norden des Landes

Hallo zusammen,

obwohl im Norden des Landes ursprünglich eine Safari geplant war, konnten wir diese aufgrund des Dauer-Regens in den letzten Wochen leider nicht antreten. Trotzdem hatten wir noch Glück im Unglück, da zumindest während unserer Reise der Regen  eine mehrtätige Pause eingelegt hatte. Wir haben somit die Zeit unter anderem dazu genutzt, um uns Parakou, die zweitgrößte Stadt in Benin, und deren Universität anzuschauen.

Anschließend ging es weiter nach Natitingou, wo wir einen kleinen Berg bestiegen haben, um uns die wunderschöne, grüne Landschaft einmal von oben anzuschauen. Im Rahmen des Ersatzprogramms haben wir außerdem noch einen echt schönen Wasserfall und das Leben in sehr einheimischen Dörfern kennengelernt. Ich muss zugeben, dass  mich diese Eindrücke zum Teil schon sehr mitgenommen haben, da ich manchmal wirklich das Gefühl hatte, ins Mittelalter zurückversetzt worden zu sein. Die Tiere leben häufig zusammen mit der Familie  in demselben Raum eines kleinen Steinhauses und jede Familie baut ein paar Nahrungsmittel an, um die Familie zu ernähren. Das einzige Ziel ist dabei die eigene Existenz zu sichern.

Dieser Zustand  ist vermutlich auch der Grund für die starke Unterernährung vieler Kinder gewesen, die wir in den Dörfern gesehen haben. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich viele Dorfmitglieder quasi täglich in den Abendstunden treffen, um sich gemeinschaftlich mit selbstgebrautem Bier zu betrinken. Auf den ersten Blick, wenn man in die gemeinschaftliche Abendrunde aufgenommen wird, um mit dem Einheimischen zu tanzen, ist es eine interessante und lustige Erfahrung, aber wenn man die restlichen Hintergründe dazu kennt, dann verändert sich das Bild schon ein wenig…

Mit vielen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck sind wir nach vier Tagen wieder nach Cotonou zurückgereist, wo noch die ein oder andere Überraschung auf uns gewartet hat. Unter anderem wurden wir an einer Kontrollstation angehalten, wo Ruben und ich unsere Reisetaschen öffnen mussten. Da jedoch nichts Verdächtiges darin zu finden war, konnten wir zum Glück  die Reise ohne Strafe fortsetzen. Lambert meinte zu uns, dass die Polizisten sich  lediglich etwas Geld dazu verdienen wollten….

Zusätzlich finde ich es nach wie vor echt erstaunlich, wie die Sachen in Benin transportiert werden. Dass die Autos und die Motorräder bis zum Anschlag vollgepackt werden, okay, aber eine lebende Ziege, die frei oben auf der Plane eines vollgeladenen LKWs  steht und den Fahrtwind zu genießen scheint, obwohl sie jederzeit abrutschen könnte, das ist schon der Hammer!

Tja und dann hieß es am nächsten Morgan am Flughafen Abschied nehmen, wobei ich  erstmals eine kleine Erfahrung mi der Korruption im Lande machen durfte. Eigentlich wollte ich mit den anderen in die Empfangshalle des Flughafens. Da ich jedoch kein Flugticket besaß, wurde mir der Eintritt verweigert. Die Wachperson meinte jedoch, dass es eine Möglichkeit gäbe, wenn ich ihm einen Kaffee ausgeben würde. Da ich dieses Verhalten wirklich nicht unterstützen wollte, habe ich also einfach draußen auf die anderen gewartet und mich dort von ihnen verabschiedet.

Jetzt bin ich seit 5 Tagen in meiner neuen Heimat Porto Novo angekommen, wo ich zusammen mit Lambert die Arbeit für das Projekt begonnen habe. Über meine Wohnung, die Gastfreundschaft des Direktors und andere Erlebnisse bei meiner Orientierungsphase in der neuen Stadt werde ich dann beim nächsten Mal berichten.

Liebe Grüße
Angela

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren