Erste Eindrücke von dem Studentenleben in Benin

Hallo zusammen,

wie beim letzten Mal versprochen werde ich heute ein wenig zu unseren Erlebnissen in Porto Novo, meiner langfristigen Heimatstadt, berichten.

In Porto Novo angekommen, wurden wir sehr herzlich von ca. 10 Studenten des INJEPS (Fakultät der Universität Abomay-Calavi) in Empfang genommen. Da zu dem Zeitpunkt jedoch noch Semesterferien waren, war der Campus ansonsten relativ wenig belebt. Nach der Begrüßung haben wir zunächst unsere Zimmer im Studentenwohnheim bezogen. In einem Raum von etwa 14m² schlafen hier vier Personen, d.h. neben den vier Betten gibt es zwei kleine Schreibtische und zwei Schränke und wenn man genau hinschaut auch noch ein oder zwei Mäuse (aufgrund der fehlenden Müll-Entsorgung in Benin). Echt der Wahnsinn, wenn man das mit den Luxus-Bedingungen in Deutschland vergleicht. Als wir von den beninischen Studenten dann auch noch gefragt wurden, wie viele Personen sich in Deutschland ein Zimmer im Studentenwohnheim teilen, kamen wir uns schon etwas komisch vor, als wir gesagt haben: eine Person wohnt normalerweise alleine in einem  Zimmer…

Die nächsten Tage haben wir damit verbracht, uns den aktuellen Campus und das Gelände für den neuen Campus außerhalb der Stadt anzuschauen. Die Studenten des INJEPS haben uns dabei stets begleitet und uns ihre Sichtweise geschildert. Generell sind sämtliche Sportmaterialien sehr veraltet und auch in der Bibliothek und in Bezug auf die elektronischen Geräte gibt es noch großen Bedarf. Hinzu kommt, dass die Zahl der Studenten stetig steigt und der aktuelle Campus kaum noch Kapazitäten bietet, um diese aufzunehmen. Es wird somit höchste Zeit, dass ein neuer Campus errichtet wird, bei dem die Studenten ihr volles Potenzial entwickeln können.

Zusätzlich hatten wir ein offizielles Treffen mit dem Direktor des INJEPS. Dieser hat sich noch einmal herzlich dafür bedankt, dass Weitblick sich dazu entschlossen hat, die Finanzierung des neuen Campus mitzutragen und er freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Im Anschluss wurden wir vom Direktor noch zu einem „festlichen Mahl“ eingeladen – zum Schweine Essen. Das Schwein gilt hier als Delikatesse und ich muss zugeben, dass es wie bei uns vom Grill geschmeckt hat. Natürlich wurde das Essen dabei auf traditioneller Weise mit der rechten Hand eingenommen.

Generell war es eine sehr schöne Zeit mit den Studenten am Campus, wobei viele interessante Gespräche entstanden sind. Ein Gespräch möchte ich euch zum Schluss nicht vorenthalten, da ich dieses Gespräch vermutlich nie vergessen werde: zu späterer Stunde bei einem gemütlichen Bier wurden wir von einem Studenten gefragt, ob wir glauben, dass zuerst der weiße oder zuerst der schwarze Mensch auf der Erde gelebt hat. Ich persönlich hatte mir dazu vorher noch nie Gedanken gemacht und war dementsprechend überfragt. Im Gegensatz zu mir hatte sich der beninische Student jedoch schon lange den Kopf darüber zerbrochen. Er hat gelesen, dass laut Evolutionstheorie der Mensch vom Affen abstammt. Da er bisher jedoch noch nie einen weißen Affen gesehen hat, war für ihn völlig klar, dass zunächst der schwarze Mensch auf der Erde gelebt haben muss und dass sich daraus dann irgendwann die weißen Menschen entwickelt haben. Was soll man darauf antworten? Ruben hatte im Anschluss noch eine etwas andere Theorie, die mit Vitaminen in der Haut zusammenhängt, aber ich glaube, das werde ich bei Gelegenheit noch mal in Ruhe recherchieren.

Viele Grüße in die Heimat!
Angela

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

1 Kommentar zu “Erste Eindrücke von dem Studentenleben in Benin”

  1. Konigorski, Johannes schreibt:

    Okt 29, 13 um 11:52

    Hallo Angela, vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich mal einen ausführlichen Bericht über die Evolution mit den neuesten Erkenntnissen gesehen und man kam mit ziemlicher Sicherheit zu dem Schluss, dass die Menschen sich aus Afrika, als Schwarze, über die verschiedenen Kontinente ausgebreitet haben müssen. Man konnte anhand von gentechnischen Vergleichen und Untersuchungen sogar die verschiedenen Ausbreitungswege nachweisen, die früher mit kleinen Booten und großem Mut bei niedrigerem Meeresspiegel und somit auf kürzeren Wasserwegen zwischen den Landteilen erfolgte.
    Aber ich bin sicher, dass für unsere Mutter Erde die Hautfarbe keine Rolle spielt.


Kommentieren