Das Projekt Uni-baut-Uni und unsere Aufgaben

Hallo zusammen,

nachdem ich in den letzten Berichten viel über die Erfahrungen und die Kultur in Benin erzählt habe, möchte ich nun diese Mail nutzen, um ein wenig mehr über den eigentlichen Grund meiner Reise zu berichten: das Projekt Uni-baut-Uni der Studenteninitiative weitblick.

Starten möchte ich zunächst mit dem Grund, warum wir überhaupt eine Uni bauen wollen:
Das INJEPS-Institut steht gezwungenermaßen vor einem Neuanfang: Das aktuelle Unigelände befindet sich im Besitz des Staates, der den aktuellen Campus in absehbarer Zukunft anderweitig nut
zen will. Zudem sind die aktuellen Lernbedingungen unzureichend. Es herrscht zum Beispiel erheblicher Platzmangel im Wohn- und Vorlesungsbereich. Die einzige Lösung stellt ein Umzug dar, wofür dem INJEPS-Institut bereits eine 20 Hektar große Fläche Land übergeben wurde. Weitergehende Unterstützung gibt es jedoch seitens der beninischen Regierung nicht. Das INJEPS-Institut verfügt selbst nur über geringe Investitionsmittel, womit bislang auf dem neuen Unigelände nur ein Wasserturm und ein Vorlesungsgebäude errichtet werden konnten.

Weitblick Münster und Kiel wollen den Campusaufbau finanziell Schritt für Schritt über einen Zeitraum von 10 Jahren unterstützen ‒ in Zusammenarbeit mit dem INJEPS ‒ das eine 15-prozentige Investitionsbeteiligung zugesichert hat. Das erste (Etappen-) Ziel in 2014 ist die Finanzierung eines Kombipaketes, welches aus einem Schlaf-, einem Vorlesungsgebäude und einem Sportplatz bestehen soll. Realisiert wird das gesamte Projekt vor Ort von unserem Partnerverein Education Service International (ESI), mit dem wir bereits in der Vergangenheit erfolgreich Grundschulen in Benin errichtet haben.

Zusätzlich soll neben der Errichtung eines neuen Universitätsgeländes ein Studentenaustausch zwischen der Universität Münster und der Universität Abomey-Calavi etabliert werden, sodass langfristig ein kultureller Austausch zwischen den Studenten entstehen kann.

Während meiner Zeit in Porto Novo werde ich dabei überwiegend mit dem ESI-Mitarbeiter Lambert zusammenarbeiten, der selbst auch am INJEPS studiert hat.

Was sind nun genau unsere Aufgaben vor Ort? Zur Umsetzung des Projektes wurden in Münster und Kiel vier Arbeitsgruppen definiert, für die wir aus Benin zuarbeiten werden.

Für das Team der Öffentlichkeitsarbeit werden wir überwiegend Bild- und Informationsmaterial sammeln. Zusätzlich müssen in den kommenden Wochen die 625 Studenten des INJEPS über das Projekt mit Präsentationen und Flyern informiert werden.  Das Ziel ist es, alle Studenten von dem Projekt zu begeistern, um sie zukünftig aktiv in die Projektarbeit einbinden zu können.

Die nächste Gruppe bildet das Fundraising. Für die Umsetzung des Projektes werden große finanzielle Ressourcen notwendig sein. Spendenanfragen müssen somit umfangreich und kreativ vorbereitet werden. Geplant ist dafür unter anderem eine Foto-Session mit 100 – 200 beninischen Studenten, die aus der Vogelperspektive fotografiert werden, nachdem sie sich in Form von unterschiedlichen Wörtern aufgestellt haben.  Zusätzlich werden wir eine kleine Umfrage durchführen, was für die Studenten das Projekt Uni-baut-Uni bedeutet. Die Fotos und Informationen werden anschließend in die Spendenanfragen eingebunden.

Um die Auswirkungen und Erfolge des Projektes zu verfolgen, wurde das Team Evaluation gegründet. Für dieses Team werden wir am INJEPS eine Studentenumfrage zu den Studienbedingungen und der Studienzufriedenheit in Form eines Fragebogens durchführen. Zusätzlich sammeln wir Statistiken und Abschlussarbeiten der Studenten des INJEPS, sodass wir eine gute Vergleichsbasis für die zukünftige Evaluation haben werden.

Das Team Vermitteln ist für die Organisation des Studentenaustauschs zuständig.  Das erste Ziel besteht darin, eine Universitätspartnerschaft zu erreichen. Hierzu müssen zunächst Informationen zu den Kursen in Porto Novo, Cotonou und Münster gesammelt werden, damit die Kurse anschließend für die Anrechnung verglichen werden können. Zusätzlich wollen wir die Möglichkeiten für Stipendien (beispielsweise DAAD) ermitteln und Informationen zu Sprachkursen einholen. Als letzter Punkt steht noch die Recherche bzgl. Praktika auf dem Programm, die eine weitere Austauschmöglichkeit bieten.

Ihr seht also, es gibt hier einiges zu tun und es wird wohl kaum langweilig werden. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Projekt in Zukunft entwickeln wird. Das erste offizielle Treffen zwischen ESI, dem INEPS und weitblick ist in der letzten Woche auf jeden Fall sehr positiv verlaufen und ich freue mich auf die weitere Arbeit im Rahmen dieses spannenden Projektes.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schöne Restwoche.

Liebe Grüße
Angela

PS: Falls ihr noch etwas mehr über das Projekt erfahren wollt, könnt ihr euch gern unsere Broschüre anschauen oder euch unter dem folgenden Link informieren http://www.weitblicker.org/UnibautUni

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