Angie in Benin – 2

Hallo zusammen,

in der letzten Zeit ist wieder viel passiert und jeder Tag bringt viele neue Überraschungen mit sich. Neben Dogbo haben wir uns die Städte Lokossa und Abomey angeschaut. Während Abomey vor allem für die Geschichte Benins und seine damaligen Könige bekannt ist, durften wir in Lokossa Lamberts Mutter kennenlernen, die uns herzlich in ihrem Haus begrüßt hat.

Anschließend sind wir mit Charles noch zu einer Beerdigungs-Zeremonie gefahren. Erst war mir dies nicht ganz bewusst. Ich dachte, dass es sich um irgendein Dorffest handelt, aber nachdem der gekühlte Sarg dann vor uns stand, gab es keine Zweifel mehr. Natürlich sind wir als Yovos (Weiße) wieder direkt aufgefallen und wir durften bei dem Tanz direkt in die Mitte, umringt von vielen, vielen Beninern. Wir haben dabei auf jeden Fall erneut zur Erheiterung der Masse beigetragen :-). Allgemein ist es schon der Wahnsinn, wie viel auf so einer „Feier“ getrunken und gegessen wird. Die Beerdigung dauert insgesamt 3 Tage und das gesamte Dorf und sämtliche Verwandtschaft wird eingeladen. Vermutlich werden sämtliche Ersparnisse der Familie bei der Beerdigung verbraucht, aber dennoch ist dies Tradition und wird in Benin so praktiziert. Die Feier endete für uns fünf so, dass nach einer Weile starker Regen einsetzte, sodass kleine Bäche in den Gassen entstanden sind und wir den Heimweg angetreten sind.

Am nächsten Tag sind wir mit Klaus und Basil zur 5. Weitblick-Schule gefahren. Diese wurde gerade fertig gestellt und wartet nur noch auf die Abnahme. Wenn man den Vergleich zwischen der alten und der neuen Schule sieht, dann ist es echt schön zu sehen, was Weitblick bisher schon bewegt hat und das sich die Mühe der Studenten wirklich lohnt. Nach dem Schulbesuch sind wir in das Viertel gefahren, wo Basil aufgewachsen ist. Die Hütten dort sind wirklich klein und als Europäer ist es schon heftig sich vorzustellen, dass die Menschen dort ihr Leben verbringen.

Leider hieß es am nächsten Tag Abschied nehmen von unserer „kleinen Heimat“ in Dogbo, wo wir für 5 Tage übernachtet hatten, sodass wir nach Grand Popo reisen konnten. Hierbei handelt es sich um eine kleine Stadt, die direkt am Meer gelegen ist. In diesem Ort haben wir zwei entspannte Tage verbracht, wobei die Sonne nicht ganz so stark schien, sodass wir es auf jeden Fall gut unter den Palmen aushalten konnten.

Auf dem Weg von Grand Popo nach Porto Novo gab es einen kurzen Zwischenstopp in Quidah. Hier gibt es einen Python-Tempel, der auf unserer Reise nicht fehlen sollte, da die Python-Schlange von vielen neben dem Voodoo als sehr heilig angesehen wird. In dem Tempel haben wir erfahren, dass die Schlangen 1 Mal pro Monat fressen. Zu dieser Zeit haben alle Schlangen „freien Auslauf“ in die Stadt, um dort bei ihrem „Zuhause“ zu essen (wo auch immer das sein mag). Sobald sie dann fertig sind, kehren sie wieder in den Tempel zurück und bleiben dort wieder einen Monat bis zum nächsten Ausflugstag. Wenn eine Schlange mal nicht in den Tempel zurückgekehrt ist, dann wird sie einfach von einem Bewohner der Stadt wieder zurückgebracht. Die Vorstellung, dass die Schlangen einfach so in die Stadt schlängeln finde ich äußerst gewöhnungsbedürftig, aber so ist das nun mal hier in Benin J Nachdem Lambert und Ruben sich so ein Tier um den Hals gelegt haben, wollte ich es zumindest auch einmal kurz versuchen, da uns versichert wurde, dass das Tier nicht giftig ist und auch keinen Hunger besitzt.

Nach Grand Popo sind wir weiter nach Porto Novo gereist, wo wir die aktuelle Uni des INJEPS besucht haben. Hierüber und über unsere Reise in den Norden werde ich allerdings erst in der nächsten Mail ausführlicher berichten.

Was die Mückenstiche und die Verdauungsprobleme angeht, so hatte es unsere Reisegruppe nach den ersten 1,5 Wochen leider doch etwas mehr erwischt, aber dies war uns ja bereits vor der Reise bewusst und ist vermutlich unumgänglich, wenn man nach Benin reist…

Heute morgen sind nun die anderen drei wieder zurück in die Heimat gereist und ich werde mit dem Projekt beginnen. Ich bin so gespannt, was alles in den kommenden Monaten passieren wird und werde darüber natürlich ausführlich berichten 🙂

Ich hoffe, euch allen geht es gut!

Bis bald

Ganz liebe Grüße in die Heimat
Angela




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