Angie in Benin

Hallo zusammen,
hier ist also mein erster Bericht aus Benin und ich kann euch berichten der Reisegruppe und mir geht es super. Wir haben bisher schon die drei „Städte“ Cotonou, Dogbo und Abomey gesehen und so viele schöne und interessante Dinge erlebt, dass ich mich einfach auf die einprägsamsten Erlebnisse beschränken werde, da die E-Mail andernfalls den Rahmen sprengen würde.
In den letzten Tagen haben wir die erste Weitblick-Grundschule besucht. Die Strecke haben wir dabei allerdings nicht wie üblich mit dem Bulli zurückgelegt, sondern mit kleinen Motorrädern. Saskia, Ruben, Miriam und ich durften also bei jeweils einem Beniner mitfahren und den Fahrtwind durch den grünen „Busch“ genießen. Während der gesamten Fahrt konnte ich immer noch nicht ganz fassen, dass ich jetzt tatsächlich in Afrika angekommen bin, aber hier wurde mir spätestens bewusst, dass die nächsten drei Monate eine ganz besondere Zeit für mich werden .
Bei der Grundschule angekommen , wurden wir herzlich von den Kindern mit lautem Gesang begrüßt und die Malstunde konnte beginnen . Witzig fanden wir, dass unseren erwachsenen Motorradfahrer ebenfalls zum Stift gegriffen haben, um ebenfalls ein paar Bilder zu malen. Als Resultat haben wir nun schöne Bilder , die wir später wieder mit nach Deutschland nehmen können und den Förderern von Weitblenick überreichen wollen.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Königs von Dogbo, bei dem wir Mittags um 12 den Spezialschnaps Sodabi getrunken haben, der einem erstmal die Kehle wegggebrannt hat. Nachdem das Gefühl wieder in den Hals zurückgekehrt ist, sind wir noch zu einer Wasserstelle gefahren, um Wasser in einer Schüssel auf dem Kopf zu tragen. Hier in Benin werden soviele und so schwere Lasten mit dem Kopf durch die Gegend getragen, das ist einfach nur unfassbar… Keine Ahnung, wie vor allem die Frauen das hinbekommen.

Total spannend war auch der Tam-Tam-Abend am Feuer. Hierbei singen und trommeln unsere beninischen Freunde und tanzen dabei um eine Feuerstelle herum. Uns wurde mitgeteilt, dass dies die traditionelle Art und Weise zu feiern ist, wobei wir natürlich mit einbezogen wurden. Neben den Tanzküsten der Beniner sahen unsere „deutschen Tanzversuche“ doch eher bescheiden aus.

Soviel also zu den ersten Erlebnissen: nun noch zu den allgemeinen Themen:
Wetter und Luft: Als ich aus dem Flieger ausgestiegen bin, kam mir erstmal eine ziemliche Hitzewand entgegen. Trotzdem bin ich überrascht, dass sich die Temparaturen noch verhältnismäßig gut aushalten lassen. Was mir mehr zu schaffen macht, ist hingegen der Geruch von Müll und verbranntem Plastik. Die Beniner schmeißen leider alles auf die Erde oder verbrennen es einfach neben dem „Haus“ oder wo gerade Platz ist. An der Stelle wird leider deutlich, dass vielen einfach nicht die Folgen bewusst sind. Hinzukommen die vielen Abgase der ganzen Motorräder, die das Atmen zum Teil echt schwer machen. In Cotonou, der wirtschaftlichen Hauptstadt, war es besonders extrem, in Dogbo ist dies schon deutlich besser.
Kommunikation: Da Saskia, Ruben, Miriam und ich absolute Beginner im Französischen sind, läuft die Kommunikation über eine Mischung aus Englisch, Französisch und ein ganz paar Brocken Deutsch ab. Manchmal dauert es zwar etwas länger, aber irgendwann versteht man sich schon gegenseitig. Man muss halt nur geduldig sein und langsam sprechen . Wir fanden es am Anfang etwas schade, dass wir so wenig sagen konnten, aber nach den ersten Tagen merkt man schon, dass es deutlich besser wird. Und wir haben festgestellt, dass man auch über andere Wege Brücken schlagen kann. Beispielsweise haben wir einen Nachmittag unsere Kartenspiele ausgepackt und festgestellt, dass dies international verbindet und alle über das gleiche Lachen können. Uno kannten die meisten Beniner dabei jedoch noch nicht 
Das Essen: bisher haben wir alle keine Verdauungs-Probleme und das Essen schmeckt prima. Hier in Dogbo werden wir in unserer Unterkunft vielfältig bekocht und ansonsten essen wir ganz viele Bananen und Ananas. Bisher gab es nichts, was nicht geschmeckt hat und ich hoffe, dass ich während meiner Zeit ein paar Gerichte erlernen werde.
Sicherheit: Generell haben wir überhaupt keine Sorgen, dass uns etwas zustoßen könnte, da unsere beninischen Freunde und Reisebegleiter Lambert, Basil und Charles immer ein gutes Auge auf uns werfen. Durch ihre Begleitung wird man direkt anerkannt, auch wenn unsere weiße Haut viele Blicke auf sich sieht und vor allem die Kinder immer: Yovo, Yovo (Weißer, Weißer) rufen.

Fazit: Die bisherige Reise ist einfach nur super verlaufen und ich bin gespannt, was mich in den nächsten Wochen noch erwarten wird. Jetzt sind es nur noch 2 Wochen, bis die anderen drei wieder zurück nach Deutschland fliegen und ich mit dem Uni-baut-Uni Projekt in Porto Novo beginnen kann. Im Anhang findet ihr noch zwei Fotos von der Reisegruppe und dem Besuch in der Grundschule.
Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und natürlich freue ich mich immer, von euch zu hören!
Bis bald
Liebe Grüße
Angela

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