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Cher! Cher! (tea-cher)

Die Wochen vergehen wie im Flug, so dass ich es regelmaessig verpasse einen Blogeintrag zu verfassen. Seid beruhigt: Mir geht es gut! Heute beginnen fuer mich die letzten zwei Wochen in Tropeang Trea, was auch direkt  mit einem ordentlichen Gewitter incl. einem 1,5std langen heftigen Regenschauer eingelaeutet wurde. Nun ist alles so halb im Wasser und ich habe eine Vorstellung davon bekommen, wie die Regenzeit aussehen wird.es regnet, die Erde wird nass

Hat auch zur Folge, dass UNmengen an Viechern aus ihren Verstecken kommen und mich in den Wahnsinn treiben. Tausende von Kaefern, Fliegen oder sonstigen fliegenden Artgenossen, die ueberall sind und selbst durchs Moskitonetz kriechen. Das einemal Regen reicht mir nun fuer den Eindruck. Am Wochenende findet also das langersehnte Khmer New Year statt und das hat zur Folge, dass sich kaum noch Schueler hier einfinden. Seit Ende Maerz findet kaum noch Unterricht fuer mich statt, was ich sehr schade finde, da ich befuerchte mich nicht von meinen ganzen Schuelern verabschieden zu koennen. Zumindest vorerst. Nach meiner weiteren Reise werde ich Ende Mai nochmal vorbeischauen und habe dann hoffentlich mehr Glueck. Aber die Hitze macht es auch kaum noch moeglich sich zu konzentrieren und die Schueler bleiben oft auch ihrer public school fern, weswegen sie dann auch nicht im Anschluss zu uns kommen. Seit Ende Februar hat sich meine Klasse am Abend von 42 auf mitlerweile 3 bis 6 Schueler reduziert. Die Klasse morgens wurde nun von 8 bis 9 verlegt, da es in der Mittagshitze einfach zu anstrengend ist.

In den letzten Wochen habe ich unglaublich viel gesehen und erlebt. Ich war im Osten des Landes und bin durch den Dschungel gewandert, habe Elefanten gewaschen und nachts in einer Haengematte geschlafen (nein, das ist NICHT bequem oder erholsam!).  Ich war ausserdem in der wohl entspanntesten Stadt Kambodschas, in Kampot. Ein Wochenende traf ich dort meinen Muensteraner Mitbewohner (hallo Timo!) und seine Freundin und habe meine erste Fahrt auf dem Roller absolviert und das war auf dem Hinweg grossartig. Der Verkehr ist in Kampot nicht sooo krass, nur ein wenig, weshalb es optimal war Roller zu fahren. In Phnom Penh wuerden mich keine zehn Ochsen auf einen Roller treiben! Bin froh, dass ich es schaffe unbeschadet ueber die Strasse zu gehen! Also das deutsche Ordnungsamt haette hier seinen Spass.. oder auch nicht. Jedenfalls war der Rueckweg weniger toll. Hat sich leider ein wenig in die Laenge gezogen, da mein Roller kein Benzin mehr hatte (warum auch der Anzeige vertrauen, die einen halbvollen Tank anzeigt) und der Roller von Timo hatten zur selben Zeit einen Platten. Timo hatte dann die Ehre mit dem platten Vorderreifen 35km zum Dorf zu tuckern. 25km davon bergab… Aber auch das hat irgendwie funktioniert.

Auch habe ich eine der traumhaft schoenen Inseln von Kambodscha kennengelernt und das einzig alptraumhafte waren die Sandfliegen, die mir hunderte von juckenden Stichen hinterlassen haben.

Ich muss trotzdem sagen, ich vermisse das Land schon jetzt. Mit meinen paar Brocken Khmer komme ich schon ganz gut zurecht und erfreue jeden Khmer damit. Die Busfahrten sind alle ein Erlebnis, auch wenn sie einen teilweise an den Rande des Wahnsinns treiben, da man manchmal mit mehr als 20 Leuten in einem so ziemlich schon schrottreifen Minibus durchs Land rast, oder aber auch in einem Reisebus mit viel zu vielen Menschen und viel zu vielen Stops durch die Gegend schleicht. Es gibt aber auch Luxusvarianten, die das Reisen angenehmer machen. Also wird mir alles geboten und je nach Laune und Geldboerse und Zeit kann gewaehlt werden. Weswegen ich dieses Land noch vermissen werde, ist ein ganz einfacher Grund: ALLE Khmer lieben meine Nase! Endlich wissen Menschen grosse Nasen zu schaetzen und finden sie gar schoen 🙂 Das muss der Himmel sein. Ich werde von jedem 2. Khmer auf meine Nase angesprochen und bekomme zu hoeren, wie toll sie ist und ihre kleine Stupsnasen ja so doof. Das entschaedigt meine Nase und mich fuer die vielen Jahre Spott 😉

Was die Schule betrifft geht es, wie gesagt, momentan schleppend zu. Ich habe eine „reading class“ ins Leben gerufen: The world of books. Sinn des ganzen Kurses ist es, die Schueler mehr ans Lesen und Sprechen zu bekommen und vor allem Geschichten zu lesen, die SIE interessieren, da die Oxford Englischbuecher doch an ihrer Welt sehr vorbei gehen. Die erste Geschichte, fuer die sie sich entschieden haben, war Aladdin und seine Wunderlampe. Ungefaehr 15 SchuelerInnen sind bisher dabei. Nachdem das Buch gelesen und darueber diskutiert wurde (u.a. „was wuerdet ihr euch vom Jeannie wuenschen?“), gab es noch den Disney Film dazu, um das Ganze abzurunden. Natuerlich auf Englisch. Seit letzter Woche sind wir beim Dschungelbuch. Da ich das Projekt bald verlassen werde, habe ich diese Klasse mit Daria zusammen geleitet, so kann der Kurs weiter am Leben erhalten werden.

Soweit so gut. Ich bin putzmunter, meinen Parasiten bin ich losgeworden (hat nur fiese Hautausschlaege hinterlassen)  und gerade geniesse ich die abgekuehlte Luft. Morgen richtet Sorya eine Khmer New Year Party fuer Lehrer und Schueler  hier in Tropang Trea aus. Zelt steht schon. Gekocht wird dann morgen fuer so 50 Leute, glaube ich. Ich bin gespannt.

In diesem Sinne,

bis im neuen Jahr!

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