Projekt To Ligado


 

 

Hey liebe Leute!

Heute hatte ich schon meinen sechten Tag beim Projekt To Ligado, hoechste Zeit also, euch davon zu berichten :-) .

Mein Name ist Lilly. Eigentlich wohne ich in Berlin zusammen mit zwei Freunden in einer WG.  Schon lange hatte ich den Wunsch, Brasilien zu besuchen, leider hat es sich immer nicht ergeben. Jetzt aber war die Zeit reif und zudem wollte mich mein Mitbewohner (Halloechen Niklas :-) )loswerden. Da habe ich also die Gelegenheit am Schopf gepackt und langsam begonnen alles dafuer Noetige vorzubereiten.

Gerade in der letzten Zeit war die Reise das bestimmende Thema. Alle Leute in meiner Umgebung mussten es sich anhoeren…ich hoffe es war nicht allzu schlimm :-) . Auch mein Arbeitgeber war davon nicht ausgenommen.

In Berlin habe ich bis zu meiner Abreise in einer Praxis als Ergotherapeutin gearbeitet. Hauptsaechlich bestand das Klientel aus Kindern. Mehrmals in der Woche sind wir aber auch in eine Caritas-Einrichtung gefahren. Dort haben wir jegliche Altersgruppen von Menschen mit einer geistigen oder koerperlichen Behinderung u.a. dabei unterstuetzt, lebenspraktische Dinge zu erlernen, sodass sie in ihrem Alltag moeglichst selbststaendig sind.

Ich hatte grosse Lust, etwas Aehnliches im Ausland zu tun. So wuerde ich gut meinen Beruf mit meiner Reise verbinden koennen.

Ich bin deswegen sehr gluecklich, dass ich Weitblick kennengelernt habe. Auf einer Benefitzparty in Berlin habe ich Konsti getroffen. Er hat mir von To Ligado erzaehlt. Klare Sache, habe ich mir gesagt, da gehe ich hin!

Und hier bin ich!

Heute ist Freitag, d.h. ich habe bereits sechs Tage hier verbracht…unglaublich!

Angekommen am Samstag, in der buetenden Mittagshitze :-) , genoss ich erstmal die Aussicht, die von hier oben unbeschreiblich ist. Da geht es mir wie allen anderen, die vorher hier waren. Damit haette ich nicht gerechnet.

Dann wurde ich herzlich von Beth und der leitenden Schwester in Empfang genommen. Wir erzaehlten ein bisschen und Beth fuehrte mich hier etwas herum. Nach einer noetigen Dusche ging es zum Mittagessen, bei dem ich gleich den anderen Freiwilligen kennenlernte, Gabriel. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse. Was ich ausserdem wieder aufs neue kennenlernte, war die Offenheit der Brasilianer. Es vergeht bisher kaum ein Essen, bei dem ich nicht einen neuen Menschen kennenlerne.

Gabriel zeigte uns gleich den schoensten Ort auf dem Gelaende, das Dach. Eine bessere Aussicht ist wohl schwer zu bekommen.

Nach einem entspannenden ersten Wochenende ging es am Montag mit dem Projekt los.

Ich war sehr gespannt und freute mich auf das, was kommen wird.

Am Eingang traf ich gleich auf einige Kinder, die zunaechst etwas schuechtern und zurueckhaltend reagierten, was aber voellig in Ordnung ist! So sollte es sein!

Die Mitarbeiter hier sind herzlich, mir gefaellt die Offenheit.

Am ersten Tag haben Gabriel und ich viel ueber die kommenden Englischstunden gesprochen, die ich zukuenftig mit ihm machen werde. Es wurde viel gequatscht, geplant und vorbereitet. Und dass alles auf portugiesisch. Gabriel ist da strikt und spricht nur selten auf englisch, was ich sehr gut finde:-).

Am zweiten Tag gab es eine reuniao, eine Teamsitzung. Das Thema war Analphabetismus bei Kindern. Viel haben uns dazu einige Kurzfilme angeschaut und dabei wurden mir meine fehlenden Portugiesischkenntnisse vor Augen gefuehrt :-) !

Es wurde aber deutlich, dass es hier ein grosses Problem ist. Viele Kinder koennen nicht schreiben, trotzdem sie schon laengst das Alter erreicht haben, in dem sie es koennen muessten. Es gefiehl mir, dass die aktuellen Probleme hier aufgegriffen werden. Denn innerhalb dieses kleinen Rahmens, in den Klassen sind jeweils etwa nur zehn Schueler, kann darauf viel gezielter eingegangen werden, als in den oeffentlichen Schulen, wo eine Klasse, so erzaehlte mir Gabriel, in etwa 30 Schueler fasst.

Nach dem Teamgespraech wurde ich von den Kindern gleich aufgefordert, an einem Ballspiel teilzunehmen. Das war, wie der Brasilianer sagt, muito legal :-) ! So konnte ich die Kinder besser kennenlernen. Ich versuchte, mir die ersten Namen zu merken, was mehr oder weniger gut klappte. Die Kinder waren toll, voller Freude und versuchten mir immer geduldig alles zu erklaeren. Gegen Ende des Tages nahmen Beth und ich uns nochmal die einzelnen Kinder vor. Von jedem Kind wurde fuer eine Organisation in England ein kleines Video gedreht, in dem sie sich kurz vorstellten.

Am kommenden Tag hatte ich zusammen mit Gabriel meinen ersten Unterricht. Wir hatten verschiedene Materialien vorbereitet zum Thema Farben und Zahlen. Die erste Stunde bestand nur aus drei Schuelern, war also sehr ruhig. In der zweiten Stunde, mit den juengeren Kindern, hatten wir das genaue Gegenteil. Es war ein ganz schoenes Durcheinander, zwischendurch musste ich immer wieder deswegen lachen, es war unglaublich.

Es ist wirklich eine Herausforderung, weil ich weder die Namen noch die Sprache richtig kann. Ausserdem finde ich es sehr wichtig, es bei den Kindern langsam angehen zu lassen, nicht gleich mit der Tuer ins Haus zu fallen und ganz streng zu sagen…du machst jetzt das und du setzt dich jetzt sofort hin. Wichtig ist fuer mich, erstmal eine Beziehung aufzubauen. Das andere kommt dann schon nach und nach.

Am Ende des Tages hatte ich nicht mehr nur ein Herz, sondern mindestens fuenf weitere, die alle auf meinen Beinen verteilt waren.

Gabriel und ich entschlossen uns, diese Klasse am naechten Tag aufzuteilen und den Unterricht in unterschiedlichen Raeumen zu geben.

Das war eine gute Idee. Jeder von uns hatte vier bis fuenf Kinder, was das ganze alleine schon viel ruhiger machte. Es hat irre viel Spass gemacht. Auch wenn es mit der Sprache noch schwierig ist, die Kinder sind sehr geduldig. Ich glaube, ich lerne mindestens genauso viel portugiesisch, wie sie englisch.

Die Aufteilung war ausserdem gut, weil wir  nun die Kinder mit einem aehnlichen Wissensstand zusammen haben. So kann man den Unterricht effektiver gestalten.

Heute ist Freitag, heute findet kein Englischunterricht statt. Dafuer werden wir, worauf ich mich sehr freue, am Musikunterricht teilnehmen. Mal sehen, was der Tag noch so bringt. Ich werde euch jedenfalls weiter berichten und hoffe, dass ich euch jetzt gerade kein Ohr abgekaut habe:-).

Leider liest dieser PC meine SD-Karte nicht, was der Grund dafuer ist, weshalb ich noch keine aktuellen Fotos anhaengen kann. Das werde ich aber so schnell es geht nachholen.

Liebe Gruesse,

Lilly

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

2 Kommentare zu “Projekt To Ligado”

  1. Lisa schreibt:

    Mrz 17, 13 um 19:11

    So, ohne konjugierte Verben….

    Eu ser convosco e teu vermelho casaco estar dependurado em corredor. Esquisito……Es war, als wärst du gar nicht weg.
    Ganz viel Spaß und viele neue Erfahrungen!

  2. Monika und Christoph schreibt:

    Mrz 27, 13 um 23:19

    Hat uns gut gefallen dein Bericht. Wir sind gespannt wies weitergeht und wünschen dir viele schöne Erfahrungen. LG Monika


Kommentieren