Erste Grüße aus Madagaskar

Hallo zusammen,

Hier kommt also als nahezu nahtloser Übergang zu Christian mein erster Beitrag aus Antseranantsoa in Madagaskar.Mittlerweile bin ich seit gut zwei Wochen hier und die Zeit vergeht wie im Flug. Aber von vorne…

Nach einer angenehmen und unproblematischen Anreise wurde ich am Flughafen von Antananarivo von einem regelrechten Empfangskomitee, bestehend aus Stefans Familie und den anderen Freiwilligen, begrüßt. Sehr angenehm war, dass der größere Teil der Anwesenden Deutsch sprechen oder zumindest verstehen konnte, sodass ich meine Französisch-Künste, wenn auch auf dem Flug fleißig geübt, nicht direkt auf die Probe stellen musste.

Vom Flughafen ging es direkt weiter ins Projekt, welches ca. 90 km westlich von der Hauptstadt Antananarivo entfernt liegt. Trotz „Schnellstraße“ dauert die Fahrt dahin allerdings, dank verschiedenster Tiere, Ochsenkarren oder anderen Gefährten auf der Fahrbahn, gewöhnlich zwei Stunden und mit Stau haben wir dann fast vier gebraucht. Im Projekt angekommen, wurde ich als neuer Vazah ( madagassisch für Fremder) zunächst von den Mitarbeitern und am nächsten Morgen auch von den Kindern mit einem sehr herzlichen tongasoa (Willkommen) begrüßt.

Die darauf folgende erste Woche war dann zunächst Eingewöhnungsphase, in der das Projekt und das Team kennengelernt, in die vielzähligen Bildungs-und Freizeitangebote des Zentrums reingeschnuppert, sowie schon kleine Teile der wunderschönen Landschaft erkundet werden konnten.

Seit dieser Woche der Welpen-Schutz nun aber vorbei, sodass „die Arbeit“, bestehend aus Saveurs Tropicales, Küchenhygiene und Fischzucht, beginnt. Teil dessen ist auch die tägliche Mitarbeit in der Küche, ein Aufgabe, die aber durch das sehr offene und motivierte Küchenteam mir sehr viel Spaß bereitet und auch bei den madagassischen Mitarbeitern eine Belustigung hervorruft, wenn zum Beispiel wieder einmal die Unfähigkeit des Vazahs, ein Feuer angemessen zu schüren oder ein Hühnchen zu rupfen, zu Tage kommt. Letzteres war Teil meiner ersten wirklich –naja sagen wir andersartigen- Erfahrung hier in Madagaskar: die Begleitung eines Hühnchen auf seinem kompletten Weg vom Käfig bis zum Kochtopf. Zwar ist es schön zu sehen, dass das was am Ende auf den Teller kommt wirklich 100% frisch und Bio ist, aber die im wahrsten Sinne des Wortes restlose Verwertung des Huhns kann dem verwöhnten deutschen Magen schnell etwas Unwohlsein bereiten.

Dies war aber auch wirklich die einzige Umstellung, die bisher “verlangt“ worden ist. Denn sowohl die Unterbringung als auch das Essen sind unerwarteter Weise mit den deutschen Gewohnheiten mehr als kompatibel. Nur an die enormen Mengen Reis, die hier selbst die kleinsten unter den Kinder bei jeder Mahlzeit verzehren, wollen noch nicht in meinen Magen passen.

So, damit lass ich auch für heute bewenden, da morgen um halb vier in der Früh das Taxi-Brousse vor der Tür steht und es los geht zu der ersten Erkundungstour auf der Trauminsel. (Dies ist im Übrigen vielleicht die zweite Umgewöhnung die mir blüht: die Eigenschaft der Madagassen, ihren Tag noch vor den ersten Sonnenstrahlen zu beginnen).

Viele Grüße aus dem Land, wo Vanille und Pfeffer wachsen.

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