Phine in Kambodscha – 2

Prost!

Ereignisreiche Wochen liegen wieder hinter mir. Zum einen war ich Gast auf einer Hochzeit hier im Dorf und zum anderen habe ich auch erfahren, was es bedeutet mit mehreren Herren am Tisch zu sitzen und auf ein Bier eingeladen zu werden. Letzteres war eine spontane Einladung, als Daria und ich auf dem Rückweg von einem Besuch bei Sreytouch und Sreyneang zu Fuß bei unseren Nachbarn vorbei gekommen sind. Der Tag an sich war schon sehr anstrengend, da wir zum Mittagessen eingeladen wurden und das bereits um halb 12 stattfand (wir hatten erst um 8 gefrühstückt ;)) und wir danach einen „kleinen“ Spaziergang hinlegten. Durch die brüllende Hitze zum Phnom Chisor. Das ist ein klitzekleiner Berg, um nicht Hügel zu sagen, an dessen Fuße sozusagen Tropangs Sdock liegt, wo die beiden Lehrerinnen wohnen. Auf dem Phnom Chisor finden sich eine Pagode und ein paar Affen, vor denen ich nun ein wenig Abstand halte, da ich von allen Seiten gewarnt wurde. Dabei sehen die doch so putzig aus! So sind wir dann zur Abenddämmerung ziemlich erschöpft in unserem Dorf angekommen und waren fast an der Schule, nur noch einmal um die Ecke, da riefen uns die Nachbarn an ihren Tisch. Ehe wir uns versahen, hatten wir ein Bier in der Hand und Essen vor der Nase. Hier wird in einem Tempo getrunken, so dass ich nur minimini Schlücke zu mir genommen hab, sonst hätte ich nach zwei Bier unterm Tisch gelegen. Zusammen mit all den anderen zig Bierdosen, welche die Männer schon geleert hatten. Und manche von euch wissen ja, dass ich mein Maß kenne 😉 Der Umgang mit Abfall und Müll ist hier gewöhnungsbedürftig. Eigentlich ziemlich einfach zu erklären. Es wird einfach alles, was nicht mehr gebraucht wird unter den Tisch geworfen. Unabhängig davon, ob da nun ein Müllbehälter steht oder nicht. Doch selbst wenn es an diesem Abend welche gegeben hätte, so wären sie ziemlich schnell überfüllt gewesen, denn die Männer haben einen Zug drauf, da kann man nur staunen! Also hieß es alle 20 Sekunden „chup mui!“ und es wurde angestoßen und getrunken. Wehe, wenn nicht! Da mein Khmer noch sehr holprig ist, war ich froh einen Khmer neben mir zu haben, der gut Englisch spricht und gerne gedolmetscht hat, bis auch er dann zu viele Bier probiert hat. Aber es war ein wirklich netter Abend und wir haben uns sehr über die Einladung gefreut, da wir mit ins Geschehen einbezogen wurden und die Menschen auch Interesse an unserer Geschichte haben. Ich habe sogar ein Bier gewonnen!

Das andere große Ereignis war die Einladung zu einer Hochzeit! Da ich diese aber an dem Tag erhalten habe, als wir auf dem Weg nach Kep waren und die Feier am Dienstag danach stattfand, blieb mir nur ein Tag einen passenden Dress zu finden. DAS war wirklich ne Herausforderung. Ich hätte mir gerne einen hübschen Seidenstoff gekauft und mir zu einem Kleid oder Rock nähen lassen, aber das konnte ich mir abschminken. Also hieß es mit drei Leuten auf einem Roller zum nächsten Dorf, welches einen Kleidermarkt hat und mich von Sreytouch und Sreyneang beraten zu lassen. Ich bin wirklich sehr froh über ihre Hilfe gewesen, auch wenn es ziemlich niederschmetternd war, dass sie meinen Vorschlag mit meinen eigenen Sachen zur Hochzeit zu gehen, in aller Deutlichkeit verschmähten…
…die Tage mehr!

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