Phine in Kambodscha – 1

Hellooooo teacher!

So werde ich jeden Morgen begrüßt. Auch sonst gehören „heeellooooo“ und „bye bye“ Rufe mittlerweile zur alltäglichen Geräuschkulisse. Zu dieser zählt auch abends das Grillengezirpe, das Käfergesurre, und auch die Musik jeglicher Feierlichkeit, welche aus den unzähligen aufgestellten Lautsprechern im Dorf bereits ab morgens um 4 dröht. Ich kann noch nicht sagen, dass ich mich an Letzteres gewöhnt habe, aber bestimmt kann ich irgendwann nicht mehr ohne Gebete, Predigten und Reden und Gangnam-Style einschlafen J

Abgesehen von der Geräuschkulisse, die ich noch nicht ganz abschalten kann, habe ich mich in den letzten zweieinhalb Wochen hier in Tropeang Trea eingewöhnt und kann nun sagen, dass ich angekommen bin. Es prasseln nicht mehr ganz so viele neue Eindrücke auf mich ein. Die allmorgendliche Portion Reis mit Schweinefleisch (zwischen 7 und 8 Uhr) kann ich bereits auf Khmer bestellen und auch einkaufen auf dem Markt und das Preise verstehen klappt mehr oder weniger ganz gut. Also verhungern würde ich hier nicht mehr. Auch die morgendliche kalte Dusche habe ich zu schätzen gelernt, denn so werde ich wenigstens nach einer halb schlaflosen Nacht (siehe Geräuschkulisse) richtig wach. Kühlung am Morgen aber keine Kühlung im Hause: Hier im Dorf ( ich kann noch nicht genau sagen, wie es in den Städten ist) gibt es kein richtiges Kühlsystem. Das heißt, es gibt keine Kühlschränke. Vielmehr stehen überall große Kühlboxen mit einem dicken Eisbrocken darin, die für die nötige Kühlung sorgen. Jedoch hält die nicht den ganzen Tag vor. Einen Kühlschrank gibt es auch hier in der Schule nicht, aber den brauchen wir auch nicht. So wird zumindest nichts weggeschmissen, sondern brav aufgegessen oder am nächsten Tag verwertet. Nur Schokolade werde ich schmerzlich vermissen…

Gestern war mein erster offizieller Tag als teacher, da ein Volontärüberschuss seit meiner Ankunft vorlag. So habe ich mir in den letzten zwei Wochen alle Klassen in Ruhe anschauen können und langsam alles und jeden ein wenig kennengelernt. Auch habe ich die kleine Bibliothek ordentlich geschrubbt und geordnet. Das wird mein kleines Nebenprojekt. In den letzten Monaten konnte sich keiner darum kümmern und sie blieb geschlossen, weshalb es nun an der Zeit ist, dass sie wiederbelebt wird. Da ein Volontär also seinen Aufenthalt letzte Woche beendet hat, habe ich nun seine zwei Klassen übernommen. Eine Elementary Class von 11-12 Uhr und von 17-18 Uhr geht es in die Pre-Intermediate. Morgens sind es bis zu 10 SchülerInnen. Habe nun halbwegs ihre Namen drauf, da wir am Sonntag viel Boule gespielt haben und die Armen mir ihre Namen gefühlte 100mal aufs Neue sagen mussten. Das ist aber auch echt nicht einfach! Die SchülerInnen dieser Klasse sind so zwischen 9 und 14 Jahre alt und wirklich goldig. Sie bemühen sich sehr Englisch mit mir zu sprechen, aber manche Übersetzungen auf Khmer sind immernoch notwendig. Vielleicht wird das in Zukunft ein wenig besser. Oder mein Khmer ;) Die SchülerInnen abends sind das genaue Gegenteil. Gestern waren es 42 und bei diesen SchülerInnen ist die Pubertät in vollem Gange. Nachdem alle wichtigen Fragen „bist du verheiratet?“, „Hast du einen Freund?“, „Wie viele Geschwister hast du?“, „Warum bist du eigentlich hier?“ geklärt waren und mein Name, der hier ein Zungenbrecher zu sein scheint, halbwegs gesagt werden konnte, hat dann auch der Unterricht begonnen.

Ich bin noch in der Planungsphase für eine eigene Klasse, da bereits zwischen 15 und 16 Uhr die ersten Schüler hier eintrudeln und weitestgehend nichts zu tun haben. Warum dann nicht mit mehr Wissen füllen, oder etwas mit ihnen machen, das Ihnen Spaß macht?
Das war mein Stichwort! In 10min geht der Unterricht los.

Beim nächsten Mal gibt’s dann mehr über die Verkehrsregeln und Bier-Trinkrituale, die ich am eigenen Leib erfahren durfte.
Alles in Allem geht es mir sehr gut! Es ist einfach schön hier und ich freue mich auf jede neue Erfahrung und Herausforderung, die kommt!

Bis ganz bald!
Eure Phine

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1 Kommentar zu “Phine in Kambodscha – 1”

  1. Andrea schreibt:

    Jan 30, 13 um 08:20

    Hallo Josephine,

    in Phnom Penh haben viele einen Kühlschrank. Mit der Schokolade hab ich es immer so gehandhabt, dass ich sie in Tropang Sdock in der Dusche ins Wasser gelegt habe. Das war relativ kühl. Oder Du kaufst jeden Tag Eis und legst die Schoki dann in die Eisbox. Ist zwar etwas umständlich, aber geht! Oder (aber das hab ich nicht ausprobiert) Du legst die Schokolade in eine kühle Ecke in einen Eimer Wasser. So schmilzt sie immerhin nicht.

    Viel Spass bei Sorya :)
    Andrea


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