Brasilien 2012 – Rio: Die Stadt & und das Projekt

Rio- bekannt für die große Lebenslust, unzählige Feste, Fußballspiele, ein Schmelztiegel von verschiedenen Kulturen. Gekrönt von der vielseitigen Landschaft, von grünen Bergen, weißen Sandstränden und dem tiefblauen Meer braucht man sich nicht wundern, dass die Stadt auch als cidade maravilhosa (wunderbare Stadt) bekannt ist.

Doch wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Die Kriminalitätsrate ist hoch und die soziale Ungerechtigkeit nicht in Worte zu fassen.
Selten sind Luxus und Armut, Vergnügen und Gewalt so enge und doch sich abwendende Nachbarn wie in Rio.

Die Favelas, die ihren Namen von einer brasilianischen Kletterpflanze erhielten, ziehen sich an den Bergen in der Stadt hoch. Diese comunidades verfügen in der Regel nicht über soziale Instanzen und organisieren sich unabhängig, oft unter der Führung von Drogenkartellen. Gewalt ist alltäglich und gegenwärtig.

Das Projekt To Ligado („ich bin verbunden“) befindet sich auf dem großen Gelände eines ehemaligen Klosters. Dies ist auf der Spitze von einem Berg gelegen, umgeben von favelas, mitten in Rio.

Das Projekt soll ein sicherer Rückzugsort für die Kinder, frei von Gewalt und Drogen, sein. Es soll eine Alternative zur Straße aufzeigen und vermittelt Werte, die die Kinder in ihrem Alltag oftmals nicht erfahren.

Zur Zeit kommen jeden Nachmittag 23 Kinder ins Projekt, wobei die Warteliste lang ist. Mit der Unterstützung einer Psychologin und verschiedenen Lehrern/innen bekommen sie hier Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenbetreuung, Englischunterricht, Musik, Kunst und Tanzworkshops. Außerdem schreiben die Kinder einen gemeinsamen blog um über Neuigkeiten aus dem Projekt zu berichten.

Mir gefällt die Idee des Projekts sehr gut und ich sehe wie die Kinder hier eine Auszeit bekommen, wo sie geschätzt werden und Werte lernen können. Am ersten Tag waren sie noch ziemlich distanziert, doch nachdem wir gestern zusammen Volleyball und Fußball spielten, konnten wir uns schon ein bisschen anfreunden..

Doch leider gibt es vor allem finanziell gesehen große Probleme. Gestern hatten wir ein Gespräch mit der Chefin. Das Projekt hat im Moment keine regelmäßigen Einnahmen, weshalb Planungen immer nur für kurze Zeit stattfinden können. Hier und da gibt es Spenden, doch es ist nie sicher wie der nächste Monat finanziert werden kann.
Aufgrund dieser Situation können nicht dauerhaft Lehrer/innen für das kreative Angebot angestellt werden. Das Projekt ist materiell ziemlich gut ausgestattet, verfügt über tolle Räumlichkeiten und viele Gitarren und Keyboards, Trommeln etc. Leider können diese kaum genutzt werden, weil es kein Lehrpersonal gibt. Das ist auch der Grund warum keine weiteren kids aufgenommen werden können.

Im Moment gibt es aber glücklicherweise 2 Freiwillige, die Musik und Tanz unterrichten. Mit der ganzen Bande ist das zwar ziemlich chaotisch, aber immerhin kann es stattfinden. Außerdem werden ab nächster Woche 2 Engländer kommen, so dass wir drei wenigstens für kurze Zeit den Englischunterricht übernehmen können und die anderen Lehrer/innen bei verschiedenen Aktionen unterstützen können. An einem Tag die Woche werde ich ein Bühnenbild und Kostüme für ein bereits einstudiertes Theaterstück mit den Kids basteln, so dass wir davon einen Film drehen können.
Die nächsten Wochen sind wir also ganz gut an Personal ausgestattet. Trotzdem- damit all dieser Unterricht nachhaltig sein kann, sehe ich unsere Aufgabe vor allem darin, in dieser Zeit dauerhafte Spender/innen oder sogar Freiwillige vor Ort zu finden, damit das Projekt ein bisschen sorgloser weiterarbeiten kann. Weitblick Berlin spendet glücklicherweise immer wieder etwas und kann einen Teil der laufenden Kosten übernehmen. Des Weiteren ist die Idee, verschiede Partnerschaften zu finden, die einzelne Elemente unterstützen können. So wäre es zum Beispiel schön, wenn sich eine Musikschule dazu bereit erklären würde, ein/e Musiklehrer/in zu finanzieren etc.
Wenn jemand Ideen hat, darf er/sie sich gerne bei mir melden

Ich bin gespannt, was passieren wird uns bin sehr motiviert mich darum zu bemühen, weil ich sehe, dass das Projekt in sehr guten Händen liegt und großes Potential hat.

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