Go Kenya 3 – Klassenraum No. 5

Als zum letzten Mal der Ruf „kwaheri“ ertönte, lag tatsächlich eine bedrückte Stimmung in der Luft.

Kein „pakakeshu“, kein „Bis morgen!“ mehr, sondern nur noch ein „Tschüß“, ein „Auf Wiedersehen“ und ein „es war so schön, warum ist es denn schon vorbei?“.

In der letzten Woche ging es noch einmal richtig rund auf der Baustelle. Die Innenwände waren noch nicht fertig verputzt, das Dach bestand am Montag nur aus 8 Holzleisten und streichen müssen wir unseren Klassenraum ja auch noch. Nachdem wir unsere Abschiedsfeier ganz optimistisch auf den Mittwoch gelegt haben, wurde uns spätestens Dienstag ziemlich schnell klar, das daraus auf gar keinen Fall was wird.
Waren wir die ersten zwei Wochen nicht so schnell, dass wir schon überlegt hatten, was wir mit den überschüssigen Tagen anfangen sollten, wenn wir frühzeitig mit dem Bau des Klassenraums fertig sind? So können sich die Dinge ändern…

Trotz des Zeitdrucks auf dem Bau, haben wir Mädels uns am Mittwoch schon früh von den Jungs verabschiedet und mit den Einkäufen & Party Vorbereitungen begonnen. Am Abend kamen dann die Lehrer der Schule, Freunde von Bernd und die Bauarbeiter, um mit uns zusammen deutsches BBQ zu probieren, den neuen Klassenraum und das Ende unserer gemeinsamen Zeit zu feiern. Als wir gesehen haben, mit was für einen Appetit unsere Gäste zuschlügen, haben wir uns gleich doppelt gefreut, dass alles geklappt hat und dass wir so schnell Bekanntschaften schließen konnten. Zum Ende der Feier kam zum ersten Mal ein leichtes, nostalgisches Gefühl auf. Sind die vier Wochen wirklich schon vorbei?

Nein, zwei harte Tage auf der Baustelle blieben uns noch, um fast den letzten Rest zu verputzen und zumindest ein Teil schon zu streichen. Das hat geklappt und wir waren so stolz auf uns, als wir Freitagmittag vor dem Klassenraum standen und sagen konnten: „DAS haben wir gebaut!“.

Anschließend wurden wir ganz groß von den Kleinen verabschiedet mit Liedern, Tänzen und Gedichten. Es fiel schwer den kleinen, süßen Kiddies auf Wiedersehen zu sagen, mit denen wir jede Mittagspause auf dem Bau verbracht haben und die im Laufe der Zeit richtig aufgetaut sind.

Unser Dank gilt natürlich auch Bernd und seiner Familie, die uns wahnsinnige, unglaublich lange vier Wochen bei sich haben wohnen lassen und uns Meute ertragen und überlebt haben. Zum Abschied und als Dankeschön haben wir Familie Avermann am Freitagabend zum Essen eingeladen. Auch wenn Freitag eigentlich unser letzter offizieller Arbeitstag war, sind wir am Samstag noch einmal zur Baustelle gefahren, um uns von den Bauarbeitern zu verabschieden, die dafür gesorgt haben, dass unser Gebäude nicht krumm und schief wurde.

Nach einem letzten Handschlag war dann der Moment gekommen. Kein „pakakeshu“ mehr, nur noch „kwaheri“! Wir fuhren vom Hof, die Hände zum Winken aus dem Fenster gestreckt. Ein letzter Blick auf die Bauarbeiter, auf die Schule und natürlich – auf Klassenraum Nr. 5!

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