wo der Pfeffer wächst…

Pfefferplantage in Kampot

Jemand kann bleiben wo der Pfeffer wächst. Jeder kennt diese Redewendung. Aber wo wächst er denn? In Kambodscha in der Stadt Kampot zum Beispiel.

Pfefferpflanze

Der Pfeffer, der aus dieser Stadt kommt ist (zumindest in der Spitzengastronomie) berühmt für seinen tollen Geschmack. Ich habe mit meinem Chef bereits zwei Kurztrips nach Kampot unternommen, um herauszufinden, ob es möglich ist Kampot Pfeffer nach Deutschland zu exportieren. Wir besichtigten zwei Pfefferfarmen, eine Vereinigung, die sich für die Interessen der Pfefferfarmer in Kampot einsetzt und z.B. versucht den “Markennamen” zu schützen und einen internationalen Distributor. Die Details unserer Recherche erspare ich euch jetzt mal.
Am Wochenende habe ich dann Kampot als Naherholungsort genutzt und dort ein bisschen entspannt. Ich sage euch Leute, es wird hier immer heißer. Ihr freut euch über eure 12 Grad, wir verfluchen unsere 35. Also was macht man:

Fischerboot in Kampot

Man versteckt sich vor der Hitze, chillt am Fluss, isst Seafood (Kampot liegt an einem Fluss unweit seiner Mündung in den Indischen Ozean und es gibt super Shrimps dort) – wahlweise natürlich mit Peffer, den sie hier nahezu verschwenderisch auf dem Essen verteilen – oder lässt sich massieren (hier bieten Blinde ihre Dienste an und die Seeing Hands Massage kann ich wirklich nur empfehlen). Natürlich gibt es in Kampots Umgebung auch noch wahnsinnig interessante Dinge zu besichtigen, aber man muss sich auch mal vom stressigen Schulalltag im Dorf erholen und einfach nichts machen dürfen.

Hühnchen mit frittiertem grünem Pfeffer

Nach meiner Rückkehr war ich auf zwei traditionelle Khmer-Feste eingeladen. Hier wird gefeiert, dass die Asche einer verstorbenen Person sozusagen “umgelagert” wird. Traditionell wird der Tote erst begraben und die Knochen nach einiger Zeit wieder ausgegraben und verbrannt. Die Asche wird meistens erst auf einem Friedhof und dann in einer kleinen Stupa vor dem Haus der Familie aufbewahrt. Jedenfalls zelebriert man hier in unregelmäßigen Abständen, dass die Asche von verstorbenen Familienmitgliedern von einem Ort an den anderen gebracht wird. Es wird (wie bei den Hochzeiten) ein riesiges Zelt vor dem Haus aufgebaut und das halbe Dorf eingeladen. Nur das Bier wird weggelassen. Das ganze wird (wie immer) von lauter Musik und Danksagungen des Dorfältesten begleitet, die aus riesigen Lautsprechern dröhnen.

Opfertisch beim traditionellen Khmer-Fest

Die Feier dauert zwei Tage und geht die ganze Nacht. Musikfrei ist ca. zwischen 0:00 und 4:30 Uhr. Ich habe jetzt auch herausgefunden, warum meine Nachtruhe im Moment so häufig gestört wird. März ist der Monat, in dem am meisten Hochzeiten oder eben diese “Aschebewegungfeste” gefeiert werden. Die Gründe dafür sind, dass es erstens im März trocken ist (in der Regenzeit gleicht Kambodscha eher einer Schlammwüste) und zweitens die Erntezeit für den Reis vorüber ist. Also haben alle Zeit zu feiern und versinken nicht beim Tanzen. Berücksichtigen Sie dies bitte bei Ihrer Reiseplanung und packen sie ausreichend Oropax ein!

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1 Kommentar zu “wo der Pfeffer wächst…”

  1. Frau Sorglos schreibt:

    Mrz 19, 12 um 15:36

    Wow… das hört sich sehr gut an. Bei deinem Pfeffer-Konsum war das ja genau das richtig für dich. Ich hoffe du bringst eine kleine Kostprobe mit! Liebe Grüße aus Hamburg!!!


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