Jambo!

Und da ist die letzte Woche auf dem Bau tatsächlich schon angebrochen!

Nachdem wir die ersten Wochen eher „Haraka, haraka!“  („Schnell, schnell!“) gemacht haben, sind wir nun  in einer ziemlichen „Pole,  pole“ – Phase („Langsam“) angekommen, die sich mit „Hakuna Matata“ eigentlich auch ganz gut beschreiben lässt.

No Problem! Denn immerhin steht das Klassenzimmer doch fast.

Die Atmosphäre auf der Baustelle ist wesentlich entspannter geworden. Erschallte früher immer der Ruf „Karei, Karei! Morta, Morta, Morta!“, damit man noch schneller eine neue Reihe des Gebäudes bauen konnte und die Matschepansche nur so hin und her flog, so hört man heute nur noch die hoffnungsvolle Frage: „Kwisha?“, was man simpel mit „Fertig? Feierabend???“ übersetzen kann.

Die Arbeit macht zwar immer noch sehr viel Spaß, aber leider sieht man nicht mehr jeden Tag sofort das Ergebnis. Haben wir früher 3-4 Reihen an Steinen gelegt, brauchen wir jetzt zwei Tage um die Fenster einzubauen. Aber die sind zumindest jetzt drin J.

Besonders stolz waren wir als der allerletzte Stein auf den Giebel gelegt wurde, was auch bei einem abenteuerlustigen 3 Meter hohen Gerüst nur noch den Größten unter uns möglich war.

Und der musste sich dafür auf eine noch abenteuerlichere Konstruktion aus zwei Steinen und einem Brett stellen, sich mächtig strecken,  auf Zehenspitzen stehen, die Arme lang machen, den schweren Stein balancieren, das letzte freie Stück Mauer anvisieren und dann – STOP! Jemand muss doch noch den Fotoapparello holen!

 

 

 

Ein kleiner Stein für die Mauer, aber ein großer Stein  für Go Kenya!

Stolz wie Oskar haben wir also letzte Woche auf das bis dahin vollbrachte Werk geschaut.

Alle Wände sind da!

Na, der Rest müsste doch Ratzi-Fatzi zu machen sein, oder?

Aber nein, das verputzen der Wände dauert ewig, die Fenster brauchten länger als wir gedacht haben, die Tür wurde drei Tage später geliefert als geplant, die Löcher dafür wurden erst an der falschen Stelle gemacht und wieso ist eigentlich ständig der Zement alle?! Sind wir hier in Afrika oder was?!

Der erste weiße Anstrich an der Außenwand ist getan, aber schön ist was anderes. Da machen wir doch einfach noch eine Schicht J.

Beim Verputzen der Innenwände können wir leider herzlich wenig helfen, denn da gibt es so eine ganz spezielle Technik, die nur Aba, unser Architekten-Guru, machen kann. Und wenn ich mir ansehe, wie wir den Morta an die Wand klatschen ( ¾ landet auf dem Boden) und wie die Bauarbeiter das machen (die Matschepansche  bleibt wo sie hingehört), tja nun ja, da kann ich ihre Bedenken auch glatt verstehen. ^^

Auch beim Dach können wir leider wenig helfen, denn mal abgesehen davon, dass niemand von uns das entsprechende Know-How hat, turnen Baraka und Kahindi (typische kenianische Bauarbeiter, beide nur 1,60m groß und 45 Kg schwer) ohne Gerüst auf den Mauern rum und werfen sich gegenseitig Balken zu wie andere Leute Mikado-Stäbchen.

Bei aller Abenteuerlust hängen wir doch alle ziemlich an unserem Leben.

Außerdem  sind wir trotz unserer nun ausgeprägten Bauarbeitererfahrung immer noch die Mzungus: TÜV ungeprüfte, doch leicht gefährliche und ganz schön halsbrecherische Arbeitsplätze liegen uns einfach nicht. ^^

Heute wurde endlich die Tür eingebaut, was eine ziemlich gute Sache ist, denn wie man sich so erzählt, kann man eine Tür immer gebrauchen.

Letzte Woche Mittwoch gab es dann auch endlich die große Abstimmung, in welcher Farbe die Türen und Fenster gestrichen werden sollten.

Die Frage aller Fragen sozusagen.

Lila wurde haarscharf von Türkis überstimmt (das möge man sich mal bitte vorstellen…!) und so hat sich Janin mit Papa Bernd ins Auto geschmissen, um die Farbe zu kaufen.

Mit dem Ergebnis, dass sie mit schlumpfenblau wieder gekommen ist.

 

 

Über den Daum gepeilt, grob geschätzt und optimistisch gesehen können wir mit dem Streichen der Innenwände vielleicht, möglicherweise, wenn alles klappt am Donnerstag anfangen.

Gut, dass wir Mittwochabend unsere Abschiedsfeier geben!

Aber hey, this is Kenya (TIK)!

Alles in allem könnte man davon ausgehen, dass wir Freitag fertig werden, wenn wir wieder ein bisschen mehr „Haraka Haraka“ machen.

Da Freitag der 9.3. von Anfang an als letzter Tag geplant war, haben wir doch eigentlich ein ganz gutes Timing. ^^

 

Die Stimmung in der Gruppe ist weiterhin gut. Wir erkunden immerhin jedes Wochenende zusammen einen anderen Strand inklusive Strandbar J. Diejenigen unter uns, die dazu in der Lage sind, haben inzwischen eine glänzende Karamel-Macchiato- farbene-Hauttönung angenommen.

Die Anderen werden zumindest ab und an mal rot.

Die Arbeitsklamotten werden schon nicht mehr sauber und wir haben einen erheblichen Sockenschwund zu beanstanden, aber kleine Rückschläge gehören  ja bekanntlich zum Leben dazu. ^^

Inzwischen hat auch schon jeder erste Blessürchen und Weh-Wehchen, aber wenn wir ohne Kratzer wieder kommen würden, würde uns ja keiner glauben, dass wir eine Schule in Afrika gebraut haben. ;)

Erstaunlicherweise hat noch niemand das Bedürfnis jemanden umzubringen, also kriegen wir die letzte Woche auch noch getrost rum.

Und dann ist endgültig Kwisha!

Also: Hakuna Matata! J

 

 

PS: I’m sure, there’s something in the Morta, something in the Morta!

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