The long eel and the long pot II

Welse

Ich schulde euch ja noch die Geschichte vom “langen Aal und dem langen Topf”. Ihr könnt euch vor Spannung bestimmt kaum noch halten und hier kommt sie nun:

Es war einmal ein Ehepaar. Der Mann fing eines Tages im Bach einen langen Aal und brachte ihn mit nach Hause. Er bat seine Frau ihn zum Abendessen zuzubereiten. Diese guckte ihn nur fragend an und sagte: “Ich habe doch gar keinen Topf, der lang genug ist, um den Aal zu kochen.” Der Mann schüttelte nur den Kopf und machte sich selbst an die Arbeit. Er schnitt den Aal in Stücke und kochte eine Suppe. Die Frau war sehr überrascht, den Aal in einem runden Topf zu sehen und mochte die Suppe sehr. Nachts stand sie auf, um noch mehr von der Suppe zu essen. Sie steckte ihren Kopf in den Topf, um an den Rest der Suppe zu kommen. Ihr Mann entdeckte sie am nächsten Morgen mit dem Kopf im Topf feststeckend.

Und die Moral von der Geschicht’: Iss vom Teller und nicht aus dem Topf.

Das ist zumindest die Moral, die meine Schüler mir weitergegeben haben. Mein Chef aber meint, dass die Geschichte eher auf die Frau herabblickt und ihre niedere Stellung betonen soll. Das kann man wohl sehen wie man will.

Farmer beim Sieben des Reises

Apropros, sehen wie man will. Stichwort Schönheitsideal. Super Überleitung…. Ich war am Wochenende in Phnom Penh und wollte mir eine Body Lotion besorgen. Ich laufe also in den Laden, entdecke NIVEA und mache mich auf zur Kasse. Auf dem Weg sehe ich dann in dicken Buchstaben auf dem Etikett “WHITENING” prangen. Ich laufe wieder zurück und bei genauerem Hinsehen ist es mir unmöglich eine Creme zu finden, die meine blasse Haut nicht noch weisser macht als sie sowieso schon ist. Hier in Asien gibt es nichts schöneres als blasse, helle Haut. Was für ein Welt: Im Westen springen alle Frauen auf die Sonnenbank und ein gut gebräunter Teint steht für Schönheit, Gesundheit und Wohlstand. Bräune steht in Kambodscha jedoch für Armut, denn wer braun ist, muss auf dem Feld arbeiten. In Phnom Penh sieht man alle möglichen grotesken Formen, die dieses Schönheitsideal annehmen kann. Frauen vermummen sich bei 35 Grad beim Motofahren mit Strumpfhosen und Handschuhen, um bloß keinen unnötigen Sonnenstrahl abzubekommen. Man sieht Teenager mit weiß geschminkten Gesichtern. Sie wirken auf mich auf den ersten Blick wie Vampire. Für mich ein seltsamer Anblick, wo man doch aus unseren Breitengraden ganz anderes gewohnt ist. In umgekehrter Form gibt es diese Übertreibungen ja auch bei uns. Dieter Bohlen hat’s ja auch ein wenig zu gut gemeint mit der Bräune.

Blick vom Phnom Da auf die Reisfelder, von hier aus kann man sogar schon die vietnamesische Grenze sehen

Leider habe ich kein Bild von einem Aal, dafür aber von drei netten Welsen, die wir in unserem Badezimmer bis zum Abendessen “aufbewahrt” haben. Danach kamen sie auf den Grill. Typisch Khmer gab es dazu Mangosalat (unreife, grüne Mangos mit Chili und Salz) und natürlich Reis, den ich mal vorsichtig als Hauptnahrungsmittel beschreiben würde. Teilweise wird im Moment noch Reis geerntet. In den Überflutungsgebieten von Takeo, die zur Regenzeit (Juli bis Oktober) komplett überflutet werden, sind auch jetzt noch grüne Reisfelder zu sehen. Das schönste Grün, das ich bisher in meinem Leben gesehen habe (leider mit der Kamera nicht so gut einzufangen).

 

 

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2 Kommentare zu “The long eel and the long pot II”

  1. Lili Salfeld schreibt:

    Feb 09, 12 um 14:05

    Liebe Sina, hallo!

    Schön von dir wieder was nettes zu lesen…
    Also, Vampiren brauchen wir hier in kaltem Deutschland
    nicht, deswegen, bitte, komm gebräunt wieder nach Hause,
    und viele Mädels und Frauen werden dir neidisch sein!!!!

    Der grüner Reisteppich sieht sogar besser aus als bei uns ein gepflegter Grasfeld ( auf mein Gras zu Hause war ich immer stolz, jetzt muss ich überlegen….)

    Dann alles Gute noch dir und liebe Grüße von mir,

    Lili

  2. Gabriele Meier schreibt:

    Feb 13, 12 um 16:05

    …. go baby creme :-) gabi


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