The long eel and the long pot.

Die ersten drei Wochen meines “Abenteuers Kambodscha” sind wie im Flug vergangen. Anfang Januar machte ich mich auf den Weg über Dubai und Bangkok nach Phnom Penh, um drei Monate an einer der zwei Schulen des Vereins Sorya e.V. Englisch zu unterrichten.

Die Fahrt von Phnom Penh in das kleine Dorf Tropeang Trea kann man in ca. 1,5 Stunden mit dem Bus zuruecklegen. Hier im Dorf geht das Leben im Gegensatz zur Hauptstadt sehr ruhig und beschaulich – man koennte sagen “chillig” – zu.  Zumindest tagsüber: Da hoert man eigentlich nur Voegel und ein paar Huehner, aber sobald es dunkel wird fangen die Grillen an zu zirpen, die Froesche an zu quaken, die Geckos an zu lachen und die Bewohner des Dorfes drehen ihr Lautsprecheranlagen voll auf (ich gehe davon aus, dass hier einfach alle Angst vor der Dunkelheit haben und deshalb so einen Krach machen). Morgens ab 4 Uhr kommen dann auch noch das Krähen der Hähne und stundenlange Lautsprecherdurchsagen des Dorfsprechers oder Gebete der Moenche dazu. Viele werden jetzt sagen “Arme Sina”! Aber ich kann euch versichern: Ich schlafe hier  – auf meinem traditionellen Holzbett mit der Bastmatte als Matratzenersatz, das mir am Anfang unertraeglich hart erschien – so gut wie noch nie in Deutschland.

Das mag auch an meinem “anstrengenden” Tagesablauf und dem ungewohnten Klima hier in Kambodscha liegen: Ich unterrichte hier bisher vier Stunden am Tag in vier unterschiedlichen Klassen. Die Kleinsten sind zwischen 5 und 6 und die ältesten 17 Jahre alt. Die zwei juengsten Klassen unterrichte ich zusammen mit zwei Khmer-Kolleginnen, da die Schueler noch kein oder nicht so viel Englisch verstehen und sprechen und wir teilweise noch Dinge auf Khmer uebersetzen muessen. Die Pre-Intermediate sind das zweithoechste Level, das wir hier unterrichten. Sie haben gerade das Dschungel Buch gelesen und machen Grammatikaufgaben. Die Conversation Class sind Schueler, die schon gut English sprechen (sollten) und hier das freie Sprechen und ihre Aussprache verbessern wollen. Leider sind die Englischkenntnisse bei den Schueler auf einem sehr unterschiedlichen Niveau. Mir faellt es noch sehr schwer einzuschaetzen, wie schnell ich mit dem Stoff durchkomme und wie schnell ich weitermachen kann. Man moechte natuerlich, dass alle mitkommen, sollte aber die guten Schueler nicht staendig unterfordern. Mein erster Versuch mit meinen Schuelern auf Basis eines kurzen Zeitungsartikels ueber Inflation in Kambodscha zu sprechen ist klaeglich gescheitert. Am naechsten Tag jedoch forderte ich die Schueler auf, mir ihre Lieblingskindergeschichte zu erzaehlen. Genau das Richtige, wie sich herausstellte! Meine anfaengliche Angst, dass die Schueler (die ja bereits 17 Jahre alt sind) die Aufgabe albern finden koennten, hat sich nicht bestaetigt. Die Schueler, die mich sonst schuechtern angucken, wenn ich sie auffordere mit mir zu sprechen, bluehten foermlich auf und konnten sich vor lachen gar nicht mehr halten. Sie erzählten mir – in Gemeinschaftsarbeit – die Geschichte vom “Langen Aal und dem langen Topf”. Äusserst lustig. Aber die erzähle ich euch beim nächsten Mal…

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1 Kommentar zu “The long eel and the long pot.”

  1. Lili Salfeld schreibt:

    Jan 30, 12 um 11:43

    Liebe Sina,

    es freut mich, von Dir was zu hören,bzw. zu lesen.
    Ich bin eifach begeistert, was Du im Kambodscha machst…
    Vor gemütliche Wohnung mit einem bequemen Bett und weicher Matratze im Deutschland in das andere Ende der Welt,….Hut ab!

    Und das machst Du sehr gut!

    Ich wünsche Dir noch viel Spaß und natürlich viel Erfolg mit deinen Schülern, ob es kleine Kinder oder 17-Jährige Mädchen und Jungs sind.
    Bleib gesund und viel Kraft für deine unvergessliche Erfahrung im weiten Kambodscha!!!!

    Liebe Grüße

    Lili Salfeld


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