Pädagogik und Abenteuer in Guatemala Teil 5: Das Projekt beginnt

Schon etwas aufgeregt: der erste Tag

Am 22. September 2010 startete unser pädagogisches Projekt “Centro Integral Para Niños y Jóvenes”. Das bedeutet soviel wie “Ganzheitliches Zentrum für Kinder und Jugendliche”. Vorgesehen war eine Nachmittagsbetreuung für Kinder hauptsächlich von Indígena-Familien, der Ureinwohner und Maya-Nachfolger. Diese Bevölkerungsgruppe wird in Guatemala besonders unterdrückt und zahlreiche Indígenas leben in bitterer Armut.

Die Betreuung sollte montags bis freitags von 14 bis 17.30 Uhr stattfinden und folgendes beinhalten: Hausaufgabenhilfe, Spiele am Tisch und in der Gruppe drinnen sowie in der Gruppe draussen, basteln und malen, Sportspiele draussen, wie Fuß- und Völkerball, gemeinsame Einnahme einer Speise mit anschließendem Aufräumen und Spülen. Zudem waren Ausflüge vorgesehen.

 

Unsere kleinen Klienten in ihrer neuen Umgebung

 

Den Kindern wurde das Projekt, also was auf sie zukam, vorgestellt und gleich als Zweites ging es um klare Benimmregeln. Dazu gehörte besonders, keine rassistischen und sexistischen Reden zu führen und Vulgär- und sonstige “schlechte” Sprache zu unterlassen. Das ist von besonderer Bedeutung, da wir es bei den Jungen dort schon mit kleinen Machos zu tun haben, die ihrem sonstigen sozialen Umfeld nacheifern.

 

Evelyn, Ingrid und David (v.l.n.r.) bei der Belehrung von "dos and don´ts" anhand der Tafel

 

Außerdem gehörte zum Programm, die Aktivitäten nach einer möglichst gleichen Struktur täglich durchzuführen. Das Nachmittagsprogramm wurde den Kindern nach dem Versammeln in der “Klasse” mündlich und schriftlich anhand der Tafel mitgeteilt. Und bevor dann eine Aktivität begonnen wurde, hieß es zunächst : Hände waschen gehen. Das passierte in getrennten Jungen- und Mädchengruppen mit je einem Pädagoge/einer Pädagonin als “GruppenführerIn”. Bei der dortigen mentalitätsbedingten Erziehung sowie den weitgendst allgemeinen miserablen hygienischen Zuständen, ist die Vermittlung solcher sog. Basics unverzichtbar. Das soll nicht heißen, dass wir das in Deutschland nicht ähnlich nötig haben.

 

Schubsen, drängeln, schlechte Reden: David hält die Jungengruppe am Waschbecken in Schach.

 

Danach war die Hausaufgabenhilfe an der Reihe. Wir Helfer mussten uns auch erst einmal strukturieren, wer was übernimmt. Da Evelyn vorhatte, Ausweise mit Bild für jedes Kind anzufertigen, gingen nach den Hausaufgaben immer zwei Kinder mit mir raus ins Freie um “Passfotos” zu machen. Neben dem Spaß am Fotografieren war auch noch interessant für mich, mit meinem wenig-Spanisch, die Kinder, die z.T. recht schüchtern waren, bei dem kalten Regenwetter draussen an den richtigen überdachten Platz zu führen und sie noch dazu zu bringen, möglichst entspannt in die Linse zu lächeln. Das gelang mir zum Glück in den meisten Fällen.

 

Büffeln für gute Noten: Katrin und Ingrid geben Klarheit

 

Als der erste Tag im Projekt zu Ende ging, waren alle Beteiligten zufrieden und freuten sich auf die folgenden gemeinsamen Wochen.

 

Damit schließe ich und wir lesen uns im nächsten Bericht,

 

Frank :-)

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