Grameen Bank II – “…weil in Bangladesch alles anders ist”

Inzwischen sind wir schon wieder wohlbehalten in das kalte Deutschland zurückgekehrt. Die letzten vier Wochen Indien haben uns so auf Trab gehalten, dass wir es nicht geschafft haben euch von den letzten zwei Wochen unseres Grameen Bank Praktikums zu berichten. Dies möchten wir nun nachholen:

 

Laut der Grameen Bank sind Mikrokredite vor allem erfolgreich um extreme Armut zu überwinden.  Um einer nachhaltige Armutsreduzierung ein Stück näher zu kommen, müssen diese Kreditvergaben allerdings durch Initiativen zur Überwindung von grundlegenden, sozialen Notstände begleitet werden. Mit sozialen Notständen sind beispielsweise eine schlechte Gesundheits- und Ernährungssituation, eine unzureichende Wasserversorgung oder ein eingeschränkter Zugang zu Bildung für Kindern und Jugendlichen gemeint.  Daher setzt sich Dr. Yunus, wo auch immer er einen dieser sozialen Notstände entdeckt, für die Gründung eines so genannten  „Social Business“ ein. Der Begriff des „Social Business“ beschreibt  ein Unternehmen, dass nicht auf Profitmaximierung ausgelegt ist sondern eben die Überwindung eines bestimmten sozialen Notstandes anstrebt. Mittlerweile existiert eine Vielzahl dieser Grameen-Schwesterunternehmen.  Als Grameen Praktikantinnen hatten wir die Möglichkeit einige dieser Schwesterunternehmen persönlich kennen zu lernen. Beispielsweise besichtigten wir die Produktionsanlage von Grameen-Danone. Dort wird ein nahrungsergänzendes Joghurt produziert, das von so genannten „Joghurt-Ladies“ in ländlichen Gebieten für gerade einmal 8 Taka (8 Eurocent) verkauft wird. Weiterhin besuchten wir die (für uns Weitblicker sehr interessante) Berufsbildungsschule, in der Jugendliche ohne Schulabschluss in 1-6 monatigen Kurse der Umgang mit dem Computer, das Bedienen einer Nähmaschinen oder die Reparatur von Mobiltelefonen näher gebracht wird. So erhalten diese Kinder einen leichteren Berufseinstieg. Auch der Besuch einer Grameen-Schule in einer Armensiedlung Dhakas war ein interessantes Erlebnis. Dort können Kinder für 5 Taka (5 Eurocent) im Monat für drei Stunden täglich zur Schule gehen und Mathe, Englisch und Bengalisch lernen. Voller Stolz stand ein Kind nach dem anderen auf und sagte in reinstem Englisch seinen Namen und sein Alter.

Ein kleines Highlight war es natürlich, dass wir an unserem letzten Praktikumstag Dr. Yunus persönlich (bzw. zu einem schnellen Fototermin) kennen lernen durften.

 

Was ist nun das Fazit unseres Bangladesch-Aufenthaltes?

Bangladesch ist ein verrücktes Land: Manchmal traumhaft schön, manchmal unbeschreiblich beeindruckend, manchmal raubt es einem aber auch den letzten Nerv und macht oder betrübt einen. In Bangladesch lassen sich viele Frage mit den einfachen Satz erklären: „…weil in Bangladesch alles anders ist!“ So ist auch ein Praktikum bei der Grameen Bank vollkommen anders als ein Praktikum in Deutschland.  Aber genau das ist vielleicht auch der Reiz an dieser Erfahrung. Hält man aber seine Ohren und Augen offen und hört vor allem niemals auf zu Fragen, so gibt es, nach unserer Erfahrung, in diesem Land und in dieser Bank so unendlich viel zu lernen und zu entdecken.

 

Wir hoffen ihr hattet ein wenig Spaß an unserer kleinen Berichterstattung und vielleicht haben wir ja den ein oder anderen motivieren können auch mal den WEITBLICK zur Grameen Bank zu wagen.

 

Liebe Grüße,

Susanne und Marion

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