#2 Momentaufnahme

 

1. Weisst du eigentlich wie gern ich dich hab?

Situation: Zwei Menschen (Frau und Mann) haben sich gern und wollen dies zum Ausdruck bringen

Deutschland: Die beiden Personen umarmen sich, kuessen sich, etc.
Kambodscha: Die Menschen hauen sich, meist ist es ein leichter Schlag mit der Faust in die Schulter der anderen Person, aber es kann nach Ausmass der Zuneigung, auch mal ein bisschen kraeftiger sein. Am Anfang war ich ja wirklich irritiert, aber man gewoehnt sich schnell dran. Ich kann mit Freude verkuenden, Mr Theoun, der Leiter von Sorya Cambodia, haut mir von Zeit zu Zeit immer mal wieder eine rein;)

2. Delikatessen

Ich bin keine Vegetarierin, aber Fleisch gehoert nicht zu meinen Leibspeisen, da hat man es hier im Dorf leider nicht ganz so einfach. Fleisch ist einfach ueberall mit dabei, das vor allem im Dorf. Christina und ich sind in dem naechstgelegenen Dorf auf einen Markt gegangen, das Rumstoebern wollten wir mit einem leckeren Essen beenden. Wir sind zu einem Imbiss und versuchten es doch mal mit “Bai Bonlay” (Reis mit Gemuese), da wurden wir doch glatt ausgelacht.

Fleisch/ Fisch ist wirklich bei jeder Malzeit dabei. Die Kambodschaner sind sehr praktische Menschen und essen nahezu alles: Frosch, Ameisen, Schlange, rohe Krabben… ausser Geckos wird hier nichts verschont, wie es uns ein kleiner Junge erzaehlte. Waehrend des Regimes von Pol Pot (1975-1979) sind viele Menschen umgekommen, wenn sie dem Regime widersprachen, aufgrund von Ueberarbeitung und aus Hungersnot. In dieser grausamen Zeit haben die Khmer gelernt, mit dem auszukommen, was da ist…
Bisher konnte ich mich jedoch nicht ueberwinden all diese Koestlichkeiten zu probieren, aber ein paar Wochen haben wir ja noch.

3. Koennen eigentlich alle Khmer singen?

Es ist einfach zu witzig, auf den Strassen, im Bus, bei der Arbeit, vor dem Unterricht, waehrend des Unterrichts, nach dem Unterricht…es wird einfach immer gesungen. Keiner ist zu schuechtern, ob Frau oder Mann, alle singen und das staendig und der Hingabe nach zu urteilen, haben auch alle die singen das Gefuehl, auch wirklich singen zu koennen.
Noch bin ich noch nicht so ganz auf den Khmer Musikgeschmack gekommen, aber ihr ja vielleicht.
Check this out ;) : http://www.youtube.com/watch?v=ZvukPmQUaAo&feature=related

4. Laueft eigentlich ausser uns noch irgendwer?

Am Anfang ist es uns ja gar nicht aufgefallen, aber nachdem wir einmal drauf hingewiesen wurden, faellt es schon besonders extrem auf. Auf den Strassen sieht man kaum jemanden laufen. Auch die Lehrer vor Ort nutzen gerne Motos so kurz der Weg auch sein mag. Dafuer gibt es verschiedene Erklaerungen. Zum einen sind die Khmer ihnen selbst zufolge schlicht und einfach zu faul, zum anderen ist es zu heiss, der Status wird anhand des Fortbewegungsmittels gemessen (zu Fuss, Fahrrad, Moto, Mini Van, Bus, Auto, …) und insbesondere fuer Frauen ist es sicherer nicht zu laufen.

5. Muellverbrennung

Die Muellentsorgung hier zulande kann bei Weitem nicht an deutschen Massstaeben gemessen werden. Der Muell wird hier leider gar nicht getrennt, sondern aufbewahrt und an besonders heissen, trockenen Tagen wird dieser angezuendet mit samt Plastik, Dosen, Obstresten, etc. Ein fuerchterlicher Gestank. Ungluecklicherweise existieren keine Muelldeponien oder etwas dergleichen, in laendlichen Gebieten gibt es keine andere Moeglichkeit.
Wir konnten jedoch fuer die Bereitstellung eines Komposts sorgen, in diesem werden zumindest die organischen Reste umweltfreundlicher entsorgt. Das Ganze ist laengst noch nicht optimal, aber schon mal besser als vorher.

6. Alles-geht-schon-irgendwie-Mentalitaet

Kambodscha zeichnet sich durch eine unglaubliche Gelassenheit aus und diese macht sich besonders an der ”Alles-geht-schon-irgendwie-Mentalitaet’’ aus. Der Fantasie und Kreativitaet sind keine Grenzen gesetzt. Besonders beim Reisen sehen wir die amuesantesten Konstruktionen:

Ein anscheinend frisch aus dem Krankenhaus entlassener Mann, faehrt seelenruhig mit Moto wieder zurueck und das mit dem Tropf noch in der Hand. Krankenwagen, Bettruhe…alles Schnick-schnack, wer braucht das schon?
Immer wieder ein Schmunzeln wert sind auch die Transportweisen der Khmer. Ein Mini Van, der urspruenglich fuer den Transport von 12 Menschen geeignet ist, kann auch ohne Probleme mit 28 Menschen gefuellt werden. Kein Problem und wir mittendrin – ein Spass;)

Aber was solls, geht schon irgendwie.

 

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