Familienleben in Bangladesch

Nach zwei Wochen voller aufregender Erlebnisse in Bangladesch schaffen wir es nun endlich euch ein wenig zu berichten. Wir werden versuchen nur das wichtigste der letzten zwei Wochen herauszufiltern und den Eintrag nicht allzu lang werden zu lassen, allerdings wissen wir nicht genau, wo wir beginnen sollen.

Vielleicht zu erst einmal: es geht uns sehr gut! Nachdem unsere erste Zeit bei einer befreundeten Familie in Chittagong, der zweitgroessten Stadt Bangladeschs, verbracht haben sind wir inzwischen in Dhaka angekommen um hier ein Prakikum bei der Grameen Bank zu machen.

Aber nun erst einmal zum Familienalltag in Bangladesch:

 

Die Gastfreundschaft in Bangladesch ist vermutlich mit kaum einer anderen auf der Welt vergleichbar. Staendig wird man von Bangladeschis nach Hause eingeladen, jeder laechelt einen an und will Fotos machen. Alle sind sehr hilfsbereit und staendig wird einem hinterhergerufen: “Hello, Siser! What is your country?” Und dann folgt eine Unterhaltung, die haeupsaechlich mit Haenden und Fuessen funktioniert.

Diese Gastfreundschaft begegnete uns intensivst in “unserer” Familie, bei der wir zwei Wochen ein sehr herzliches Familienleben miterleben durften. Neben Vater und Mutter zaehlt die Familie fuenf Geschister (vermutlich eine durchschnittliche bangladeschische Familiengroesse), ausserdem von Tag zu Tag noch einige Verwandte, Freunde oder Nachbarn die gerne mal zur Tuere hereinschneien. Schnell wurden wir wie zwei weitere Schwestern in die Familie aufgenommen, wurden zu vielen interessanten Orten gefuehrt und durfen auch am Ende das Ramadan das Eid Fest mitfeiern (Bangladesch ist ein muslimisches Land).

“Vergesse alle Tischmanieren, die du je gelernt hast!” Dieser Satz aus dem Reisefuehrer duerfte jeden Reisenden sehr gut auf die Essgewohnheiten in Bangladesch vorbereiten: man ist mit den Haenden, matsch alles was man sich auf den Teller geschaufelt hat gut durcheinander, spielt ein wenig mit seinem Reisbrei herum, formt kleine Kuegelchen und schieb sie sich mit der rechten Hand in den Mund. Und dann wird einem ganz furchtbar heiss und das Wasser schiesst einem in die Augen, weil es sooooo scharf ist! Aber auch super lecker!

Bangladesch ist chaotisch, laut und unglaublich bunt, es macht einen verrueckt und froehlich zugleich. Die groesste Herausfoderung des Alltag ist womoeglich das Ueberqueren einer Strasse: es gibt einfach so unglaublich viele Minitaxis, Busse, Lastwagen und eine Rickscha folgt der naechten. In Kombination mit der rasanten Fahrweise der Bangladeschis steht man schon mal gerne 15 Minuten am Strassenrand bis man endlich den Weg zur Fahrbahnmitte findet.

Befindet man sich zur falschen Zeit (die eigentlich immer ist) IN einem der kleinen gruenen Minitaxis so hat man ein anderes Problem: Eine 10 Minuten Strecke dauert dann naemlich gerne mal 1 Stunde. Aber irgendwie schafft man es trotzdem jede Minute davon zu geniessen, vor allem wenn man spontan von einer Pferdekutsche gerammt wird.

Soweit erst einmal unsere ersten Eindruecke!

Wir senden euch liebe Gruesse aus eine viel zu klimatisierten Hotel in Dhaka,

Susanne und Marion

 

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1 Kommentar zu “Familienleben in Bangladesch”

  1. Katja schreibt:

    Dez 03, 12 um 09:48

    hallo Marion und Susanne,

    ich plane im Feb nach Bangladesch zu gehen. Ich schreibe meine Diplomarbeit über Mikrokredite und würde deshalb auch gern ein Praktikum bei der Grameen Bank machen.

    Ich würde gerne Kontakt mit euch aufnehmen, da ich ein paar Fragen habe. Wäre es möglich mir eine E-mail zu schreiben`? Bitte!

    lg Katja


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