Alltag in Kamboscha… niemals!

6:00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Wach bin ich aber schon früher, geweckt von Gebeten und Gesängen, die durch Mikrofone das komplette Dorf beschallen. Um 6:00 Uhr ist die Sonne aufgegangen und der Tag in Tropeang Trea beginnt. Die Marktfrauen haben bereits ihre Früchte (von Bananen über Rambuttan bis hin zu undefinierbaren grünen Kugeln), ihr Gemüse und das Fleisch auf ihren Ständen ausgebreitet und warten lächelnd auf ihre ersten Kunden. Wenn man früh genug da ist, kann man auch noch leckeres Gebäck (frittierte Teigwaren mit unterschiedlichen Füllungen, meistens irgendwas mit Bohnen) bekommen.

10:00 Uhr, meine erste Unterrichtsstunde beginnt. Wie Nilaxsa bereits im letzten Blog beschreiben hat, gibt es unterschiedliche Klassen, bei denen wir als Co-Teacher mithelfen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, eigene Klassen bzw. auf die Zeit unseres Aufenthalts begrenzte Workshops anzubieten. Solch einen Workshop mache ich nun zum Thema “Business”, ein teilweise recht schwieriges und anspruchsvolles Themenfeld. Doch die Schüler sind so unglaublich interessiert, da machen auch längere Diskussionen und viele Nachfragen richtig Spass!

11:00 Uhr. Die nächste Stunde fängt an. Diesmal versuche ich mich als Co-Teacher bei den “Headstarter”. Die Kinder in dieser Klasse lernen bereits einfache Konversationen auf Englisch. Aufgelockert wird der Unterrichtsstoff hin und wieder durch Spiele, die auch einfach mal die ganze Stunde in Anspruch nehmen können. Aber die Kinder freut es, wir als Lehrer haben auch unseren Spass und was ist schon besser, als spielerisch Englisch zu lernen?!

Danach habe ich erstmal etwas Freizeit, in der ich etwas esse, den nächsten Unterricht vorbereite, auf den Markt gehe, Sachen erledige oder mit Nilaxsa Kaffee in unserem “Stammcafè” trinke.

Um 16:00 Uhr geht es dann weiter mit der “Conversation Class”. Zusammen mit einem Voluntär von “Weltwärts” diskutieren wir über die unterschiedlichsten Themen, wie Schule, Frauenrechte in Kambodscha oder einfach mal einen Song einer dänischen Popgruppe. Dabei versuchen wir die Schüler zum Reden zu bringen und eigene Meinungen zu formulieren und zu  vertreten. Das funktioniert meistens unterschiedlich gut, abhängig von den jeweiligen Englischkenntnissen und der Tagesmotivation natürlich!

Um 17:00 Uhr beginnt dann meine letzte Klasse für den Tag. Wie bereits vormittags bin ich Co-Teacher bei den “Headstarter”. Es werden zwar die gleichen Themen behandelt, aber alleine durch die unterschiedliche Grösse der Klasse und insbesondere aufgrund der unterschiedlichsten Charaktere ist ausreichend Abwechselung gegeben.

Um 18:00 Uhr ender dann der Schultag für alle und die Dämmerung setzt bereits ein. Eine Stunde später ist es dann auch dunkel. Wir essen noch etwas, sitzen zusammen auf der Dachterasse oder in der Sofaecke und reden über unseren Tag.

So in etwa sieht mein Tag im Alltag der Sorya School aus, doch von Alltag kann keine Rede sein! Jeder Tag birgt neue Herausforderungen, die gemeistert und Erfahrungen, die erlebt werden wollen. Diese reichen von Spinnen von der Grösse meiner Hand oder einfach nur einem minutenlangen Lachanfall der ganzen Klasse inklusive Lehrer bis hin zu Pagoden-Besuchen mitten in der Nacht (davon wird es im nächsten Bericht mehr geben) und Regengüsse, die einen Weltuntergang vermuten lassen.

Die Tage vergehen hier wie im Flug und ich mag noch gar nicht darüber nachzudenken, bald wieder in Deutschland im wirklichen Alltag zu sein. Aber noch habe ich etwas Zeit und die werde ich in vollen Zügen geniessen!

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