Was für ein Land, was für Menschen…

Wir, also Christina und ich, sind gerade mal zwei Wochen
hier und konnten bereits verschiedene Eindrücke in diesem wundervollen Land
bekommen.

Es hat vier Tage gedauert bis wir in unserem Dorf, Tropeangtrea, ankamen. Ein Flug von Frankfurt nach Bangkok, eine Busfahrt von Bangkok nach Poipet, eine Stadt an der thailändisch-kambodschanischen Grenze, eine anstrengende Busfahrt von Poipet nach Phnom Penh, der Hauptstad Kambodschas und letztlich eine weitere Busfahrt von Phnom Penh nach Tropeangtrea. Während der Busfahrt konnten wir viele Eindrücke von der Vielfalt Kambodschas gewinnen:

Palmen – Regen- Häuser auf Stelzen – streunende Hunde –
Karaoke im Bus – Geckos – arbeitende Kinder – lemon grass and chicken soup –
kaputte, holprige Straßen – witzige, unglaublich laute Klingeltöne –
freundliche Mitfahrer, die trotz Sprachbarrieren äußerst hilfsbereit waren
–  und, und, und …

Als wir endlich in Tropeangtrea, glücklich, aber erschöpft, ankamen, wurden wir bereits von Mr. Theoun, dem Leiter von Sorya Cambodia, erwartet. Bei Sorya handelt sich um eine Partnerorganisation von weitblick.
Nachdem unser Zuhause für die nächsten drei Monate uns gezeigt wurde, wurden
wir direkt in einen Unterricht geschickt. Das ging die nächsten 3 Tage lang so.
Um Eindrücke zu sammeln, durften wir an unterschiedlichen Klassen, mit
verschiedenen Lehrern teilnehmen. Diese Unterrichtsstunden verliefen sehr
ähnlich, wir stellten uns vor, erzählten von Deutschland und anschließend
konnten die Schüler Fragen stellen. Und bei allen Klassen war gewiss immer die
Frage „Are you married?“ mit anschließendem Gekicher mit dabei.

Nach diesen drei Tagen wurde auf dem wöchentlichen „Meeting“ der Lehrer und Volontäre beschlossen, welche Klassen wir übernehmen. Die Sorya Schule bietet folgenden Unterricht:

1)     Intermediate und die entsprechende Conversation Class

2)     Pre- Intermediate Class

3)     Headstarters

4)     Beginners

Ich unterrichte in zwei Pre-Intermediate Classes, die zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden, diese Klassen sind gut besucht mit bis zu 35 Schülern. Die eine Klasse unterrichte ich selbstständig, da der eigentliche Lehrer sich zurzeit in Deutschland aufhält, um den deutschen Unterricht näher kennenzulernen.
Bei der anderen Klasse bin ich als Co-Teacher, tätig. Hier besteht meine
Aufgabe darin, unterstützend zu wirken, die Stunden vorzubereiten, die Übungen
mit den Schülern durchzugehen, Vorzulesen, um die Aussprache zu verbessern und
möglichst viel auf Englisch zu erklären.
Die Lehrerin, auf der anderen Seite, erklärt die Grammatik und Wörter,
Zusammenhänge und Sätze auf Khmer, wenn nötig.

Darüberhinaus helfe ich einer sehr jungen Lehrerin, die
gerademal 17 Jahre ist und selbst zu den besten Schülern gehört, mit den
Beginners.  In dieser Klasse ist voller Körpereinsatz gefragt und auch meine künstlerischen Experimente bleiben den
Schülern nicht erspart, da ich versuche auch ohne Khmer zu sprechen möglichst
viel zu erklären, was nicht immer einfach ist. Ich hoffe jedoch, dass sich
meine Khmer- Kenntnisse im Laufe der Zeit noch verbessern werden. Ich habe
einige Wörter und nützliche, kurze Sätze gelernt, aber eindeutig ausbaufähig.

Bei dem Unterricht, der von Sorya angeboten wird, handelt
sich um kostenfreien Privatunterricht. Da der Englischunterricht häufig in den
öffentlichen Schulen nicht zufriedenstellend ist, besuchen die Schüler
Private-Classes, diese können sich jedoch nur ausgewählte Familien leisten. Im
Gegensatz dazu ist der Unterricht bei Sorya kostenfrei und Sorya hat sich zum
Ziel gesetzt, tatsächlich das Englisch der Schüler zu verbessern und nicht
lediglich die Schüler durch die Klausuren zu bringen.

Dieses Angebot wird von zahlreichen Schülern genutzt.
Momentan  sind noch Schulferien und ich bin wirklich überrascht, wie viele Schüler trotzdem zum Unterricht erscheinen. Viele Khmer-Schüler sind es nicht gewohnt, Englisch zu sprechen, aus diesem Grunde, werde ich ab kommender Woche einen Pre-Intermediate Conversation Workshop während meines Aufenthaltes anbieten.  Auch hier war ich überrascht, wie begeisternd ihn die Schüler aufgenommen haben. Die Wissbegierde der Schüler überrascht mich immer wieder aufs Neue.

Den ersten Unterricht gebe ich erst um 10 Uhr, vorher  habe ich daher Zeit in der zur Sorya gehörenden Seidenmanufaktur bei Bedarf mitzuhelfen. Die Seidenmanufaktur soll Sorya helfen in Zukunft auch ohne Spendengelder selbstständig zu agieren. Ich durfte bereits einige Male weben. Etwas was viel einfacher aussieht wenn es die Weberin Min-Theoun macht.   Vor kurzem
wurde die Winterkollektion beendet, daher ist momentan nur Min-Theoun
beschäftigt. Eine sehr herzliche Frau, wir können uns zwar so gut wie gar nicht
verständigen, aber dennoch klappt es irgendwie mit Händen und Füßen. Auch sie
war es, die mir gezeigt hat, wie man webt. An meiner Geschwindigkeit kann man zwarnoch arbeiten, aber verständlich erklärt hat sie es. An einigen Tagen kommt
ihre  ca. 4-Jährige Tochter,Sopea, vorbei und rennt kreuz und quer durch die Seidenmanufaktur.

 

Christina unterrichtet

Ich könnte so viel erzählen, von dem Forsch, den ich gegessen
habe, von den übrigen Lehrern, von den freundlichen Damen auf dem Markt, von
beeindruckenden, bewegenden Geschichten, aber das spar ich mir für die nächsten
Beiträge auf. Nur eines kann ich abschließend sagen, ich bin sehr froh hier
sein zu dürfen. Das ich das erleben darf …

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3 Kommentare zu “Was für ein Land, was für Menschen…”

  1. sophie schreibt:

    Aug 31, 11 um 10:11

    du hast einen frosch gegessen???
    ooh lachsda, das hört sich alles super spannend an!!!!!! berichte berichte berichte!!!!

  2. René schreibt:

    Sep 05, 11 um 10:21

    Mensch Laxsi, der Frosch hat mich jetzt aber auch geschockt 😀 Ich wünsch dir weiterhin ganz viel Spaß und freue mich auf weitere Storys!

  3. Kathrin schreibt:

    Sep 07, 11 um 03:13

    Frösche sind soooo lecker, glaubt es mir!


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