Die erste Woche

Tag 2 beginnt für die meisten von uns mit einem Muskelkater. Dennoch sind wir alle schon gespannt, wie es nun weitergeht. Heute lernen wir das Maurern, etwas völlig Neues für die meisten von uns. Nur Sepp, unser Maurermeister, ist schon erfahren auf diesem Gebiet und diskutiert sogleich mit unserem Vorarbeiter Abba über die Umsetzung. Doch zuerst geht es ans Mischen vom Mörtel – wie macht man das am besten ohne eine Maschine? Man nehme 6 Schubkarren Sand, 2 Säcke Zement und ca. 5 Eimer Wasser. Ganz schön schwer, dies nur mithilfe von Spaten zu mischen. Da müssen vor allem die Jungs ran. Unsere Steine sind Kalksandsteine, keiner gleicht dem anderen. So geht bei jeder neuen Reihe die Suche los, die besten Steine müssen gefunden werden. Auch das Mörteln will gelernt sein, anfangs landet der meiste Mörtel noch auf dem Boden anstatt an der Mauer. Doch die Kenianer sind sehr geduldig, sie lassen uns bei allem mithelfen und versichern uns: Übung macht den Meister!

 

 

 

 

 

 

 

Der Vormittag wird einzig und allein dadurch getrübt, dass unser Wasservorrat schon nach einer Stunde aufgebraucht ist. Erlösung gibt es am Mittag, und so wird den ganzen Nachmittag bis 17 Uhr fleißig weitergearbeitet. Abends gibt es dann eine Überraschung: Bernds Band tritt in einem Hotel am Strand auf! Wir freuen uns, diese live erleben zu dürfen und vergessen beim Tanzen kurzfristig unsere Müdigkeit.

Die restliche Woche verbringen wirunter anderem mit Schreiner Kahindi für Fenster und Türen (“Power people are scheiße!”). Außerdem verbessern wir unsere Fertigkeiten im Maurern und kommen immer schneller voran. Die Kenianer nehmen es gelassen hin, wenn jemand von uns einige gerade gesetzte Steine wieder herunterreißt, und bald schon handeln auch wir ganz nach dem Motto „Hakuna matata“ (no worries)! Auch unser Suaheli-Wortschatz verbessert sich stetig und wir lernen unser erstes Lied: Jambo Bwana. Die Mittagspausen werden meist schlafend verbracht, nachdem wir Sandwiches von Mariam verschlungen haben. Dabei fragen wir uns immer wieder, wie einige unserer kenianischen Arbeiter es nur schaffen, während des Ramadans den ganzen Tag ohne Essen und Trinken auszukommen. Am Ende der Woche haben wir zwei Verletzte zu verzeichnen, Verena mit einem entzündeten Moskitostich und Janin, die sich am Freitag in einen rostigen Nagel kniet.

Zum Glück sind die Verletzungen aber bald geheilt und wir sind froh, in der ersten Woche schon weit gekommen zu sein. Bis Freitagabend wird weiter gemauert und die Metallstreben für die Verschalung der Fenster zurechtgebogen. So kann das Wochenende beginnen! Da die Safari um eine Woche verschoben wurde, heißt das für uns: Stadtbesichtigung, Ausgehen und Entspannung! Auch ein Matatu sehen wir endlich von innen, mit dem wir am Samstag nach Mombasa und abends in den Club fahren. Badee, der auch mit uns auf der Baustelle arbeitet, begleitet uns beim Stadtrundgang und macht uns später das kenianische Nachtleben schmackhaft.
Mombasa kommt mir nach einem Rundgang laut und chaotisch vor, und ich bin froh, dass wir ein wenig außerhalb in unserem kleinen Dörfchen wohnen. Die Möglichkeit zum Shoppen wird jedoch genutzt, und es gibt leckere Gewürze und Souvenirs für alle sowie neue Schuhe für die Mädels.
Voll neuer Energie kann die zweite Woche beginnen!

Janina

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren