Zwei Wochen im Schnelldurchlauf

Das Wochenende in Kara liegt mittlerweile schon eine ganze Weile zurueck, sodass ich euch – diesmal im Schnelldurchlauf – von den vergangenen Tagen im Juni berichten moechte.

Freitag, 10. Juni: Nach 1,5 Wochen Reise, Pâte, Ablo und Koliko gibt’s zusammen mit Annik (arbeitet beim DAAD und hat mir den Kurs vermittelt), Lena (weltwaerts) und Jenny (kulturweit) selbstgebackene Pizza, die aufgrund des Gasofens dann doch etwas kross geraten ist. Dazu wird in bayrischem Dialekt „Wer frueher stirbt, ist laenger tot“ geschaut, wohlgemerkt mit englischem Untertitel – das Ganze im frankophonen Togo! Sprachen-Wirrwarr!

Samstag, 11. Juni: Von Georges und Bernice (beide in schneeweiss, Bernice mit Pailetten, Georges mit Calvin Klein Schal ueber der Schulter – ich in “hauptsache bequem” und Oeko-Tasche) werde ich ins Nachtleben von Lomé eingefuehrt. Angekommen im Club werden fuer uns drei gleich 12 Flaschen Bier (verschiedene Sorten – versteht sich von selbst) auf einmal bestellt!

Sonntag, 12. Juni: Land unter! Das ist also die Regenzeit! 4 Stunden sitze ich im InetCafé fest…naja, es gibt schlimmere Orte…

Montag, 13. Juni: Pfingsten! Zur Feier des Tages goenne ich mir den Eintritt von umgerechnet 9€ (!!!), um den Tag am wirklich grossen Pool des Mercure-Sarakawa-Hotels zu verbringen. Ganz in Ruhe kann ich ein paar Bahnen ziehen, mir den Ruecken verbrennen und auf einem luxurioes weichen Polsyer unter Palmen entspannen. Wer haette das gedacht, aber ich geniesse es in vollen Zuegen – fernab von „Jovo, Jovo! Madame, viens viens! Ma cherie! Tsss Tsss!“…

Und weil ich in so spendabler Laune bin, druecke ich del (ohnehin unfaehigen) Motofahrer 4000 statt 1000frCFA in die Hand. Er gibt mir brav die 750frCFA Wechselgeld, (fuehrt innerlich wahrscheinlich ein Freudentaenzchen auf) und duest davon…wer kann es ihm veruebeln!

Dienstag, 14. Juni: Kinoband im Greenfield: Erste-Reihe-Platz + Wein + Vollmond…so laesst es sich aushalten!

Mittwoch, 15. Juni: Durch Zufall habe ich von einer wunderbaren Dachterasse aus die Moeglichkeit, den blutroten Mond zu beobachten…ziemlich genial!

Freitag, 17. Juni: Fauzia (aus meinem Kurs) und ich ergreifen fuers Wochenende die Flucht aus Lomé und von diversen unerwuenschten Verehrern…

Samstag, 18 Juni: Nachdem wir uns 3,5 Stunden inklusive Gepaeck auf Mt. Agou, den hoechsten Berg Togos, geschleppt haben, erzaehlt man uns allen Ernstes, dass ein Wisch aus Kpalimé fehlt und wir doch bitte wieder hinabsteigen, ein Taxi ins 20km entfernte Kpalimé nehmen, ein Ticket kaufen und dann wieder zurueckkommen sollen, um Zugang zum Aussichtspunkt zu erhalten! Geheimtipp: „Sorry, we don’t speak French…we don’t understand you…what’s the problem?“ – und nebenbei lauschen, was man ueber uns in Franzoesisch tuschelt! Funktioniert.

Die Nacht verbringen wir im herrlich gelegenen und verschlafenen 200-Seelen-Dorf Kouma-Konda…

Sonntag, 19. Juni: Nachdem auf Mt. Klouto hauptsaechlich Nebel auf uns wartet, geht es nicht wirklich motiviert zurueck nach Lomé. Zum Abschluss probieren wir noch den Lonely Planet Tipp El Mahata und essen in warenhausaehnlicher Umgebung mutterseelenallein die trockenste Falafeltasche unseres Lebens. Leserbrief?!

Ganz nebenbei: Halbzeit in Westafrika!

Montag, 20. Juni: Besuch auf der ghanaischen Botschaft: Seit Januar 2011 stellen die Botschaften in Lomé und Cotonou keine Visa lehr aus…die sollen im Vorfeld in Deutschland beantragt werden! Alles hochkompliziert und ausnahmsweise wohl mal nicht durch den ein oder anderen Geldschein zu loesen. Mit einem Wisch meines Sprachkurses habe ich noch Hoffnung – Daumen druecken…

Dienstag, 21. Juni: Ausnahmsweise mal Feiertag in Togo! Das schreit nach einem ausgiebigen Strandtag mit den deutschen Maedels…

Freitag, 22. Juni: Ich nehme alles zurueck! DAS ist Land unter! Kann mich nicht daran erinnern, jemals so viel Regen auf einmal gesehen zu haben! Mein Quartier schwimmt weg…

Naechste Woche Donnerstag geht’s nach Benin…auch, wenn mir noch ein paar Tage hier in Togo bleiben, an dieser Stelle schon einmal ein kleines Resumée. Wer mich kennt, hat es wahrscheinlich ohnehin schon rausgehoert, alle anderen vielleicht auch…

Jedenfalls habe ich in Togo das erste Mal die Erfahrung gemacht, dass nicht jede Reise der absolute Knaller sein kann oder muss…auch das gehoert wahrscheinlich dazu, sowohl zum Reisen selbst als auch zur Berichterstattung. Fuer mich persoenlich war Togo wohl vor allem der falsche Ort zur falschen Zeit…davon abgesehen wuerde ich aber allen, die eher unternehmenslustig veranlagt sind, vielleicht nicht gerade Togo weiterempfehlen…

Ich verabschiede mich also schon einmal von euch aus Togo! Spaetestens zum Rueckflug Anfang August wird’s noch einmal ein Wiedersehen mit Lomé geben…aber erst einmal geht’s nun zu pro dogbo nach Benin und im Anschluss (hoffentlich!) nach Ghana!

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