Von Schlangen, Geckos und anderen Lebewesen…

Hallo Zusammen,

Ich bin Martin und bin jetzt seit wenigen Wochen in Kambodscha – seid dem 29.05 lebe und arbeite ich an der Schule der Organisation Sorya in einem kleinen Dörfchen namens Tropeang Sdock. Ich wohne zusammen mit Mr. Michael, einem anderen Freiwilligen, in einem hölzernen Überbau auf der Schule. Ich wurde hier von jeder menschlichen Person, die ich bisher getroffen habe, sehr freundlich aufgenommen. Zumal meine Erscheinung (über 1.90 m, kräftig gebaut, blond und blau-äugig) jedem im ersten Moment ein erstauntes Grinsen auf die Lippen zu zwingen scheint.

Mit den anderen Lebewesen hatte ich jedoch zunächst meine Probleme. Hier leben für europäische Verhältnisse wirklich merkwürdig anmutende Insekten und Tiere. Ich habe mittlerweile so viele Erfahrungen diesbezüglich sammeln können, dass es sehr schwer ist dabei noch den Überblick zu behalten. Aber ich werde einfach mal loslegen und Euch ein wenig über diese Kerlchen erzählen:

Zunächst einmal gibt es hier kleine grüne, eigentlich wirklich niedlich aussehende Geckos. Manchmal verlieren Sie vor Aufregung ihren Schwanz, der dann noch knappe 5 Min zappelnd über den Boden fliegt. Sie dienen unter Anderem auch Katzen, wie ich in Phnom Penh live miterleben durfte, als Nahrungsquelle. Gestern haben mein Mitbewohner und ich einen Gecko gefunden, der in unserem Duschwasserbecken ertrunken ist. Merkwürdigerweise gibt es bei Geckos tatsächlich so etwas wie eine Leichenstarre, denn der kleine Gecko war so steif wie ein Brett. Dann gibt es noch unterarm-große Geckos, die mit vielen roten Punkten auf der Haut, mehr oder weniger merkwürdig und bedrohlich wirken. Wenn gegen 6 Uhr die Sonne untergeht, schreien Sie immerzu Geck-ooooo durch die langsam einsetzende Dunkelheit. Einer dieser Geckos lebt auch bei uns in der Wohnung, allerdings kommt er selten dazu zu schreien, weil er hauptsächlich mit dem vertilgen von Insekten beschäftigt ist. Eigentlich sind diese Tiere tatsächlich hilfreich und auch recht nützlich – Sie verputzen locker 5 Mosquitos und andere Insektenarten in 10 Min.! Und es gibt hier verdammt viele Geckos… Heute vor knapp einer Stunde durfte ich auch die ruralen Fressfeinde der Geckos kennenlernen: Die Schmuckbaumnatter. Sie ist vielleicht knapp 2 Meter lang und hat eine grün-glänzende Haut. Als ich heute in der Pause nach dem deutsch Unterricht für die Lehrer etwas auf unserer Terrasse trinken wollte, raste eine solche Natter mal eben vom Dach an unserer Treppe hinunter zum Boden. Ich war auch tatsächlich der Einzige, der verdutzt und tendenziell verwirrt, sein erstaunen durch so etwas wie “Woow Schlange!” ausgedrückt hat. Die Lehrer waren eher durch meine befremdliche Reaktion aufgeschreckt. Die gelassene und entspannte Art der Kambodschaner hat mich dann auch wieder schnell übermannt und ich habe mich somit wieder meinem Wasser gewidmet. Tatsächlich hat es gerade eine Babynatter der Großen gleich gemacht und ist an mir vorbei an der Treppe zu Boden geglitten. Aber diesmal waren Schülerinnen in der Nähe, die ähnlich erschreckte Geräusche von sich gegeben haben – meine Reaktion war somit wohl doch nicht ganz außergewöhnlich   :)

Es gibt noch soviel mehr was ich darüber erzählen könnte, aber an dieser Stelle soll erstmal Schluss damit sein, damit euer erster Eindruck nicht zu Einseitig ist. Ich konnte auch viele andere kulturelle Impressionen sammeln, die wirklich erstaunlich sind. Ich habe schon einige sehr alte und unglaublich schöne Tempel besichtigen können und mich vom Götterkult des Buddhismus faszinieren lassen. Ganzen oben auf meiner to-do Liste ist aufjedenfall Angkor Wat, das Wahrzeichen Kambodschas. Mir haben schon viele der Dorfbewohner und Schüler euphorisiert darüber erzählt. Da diese Tempelanlage aber so enorm riesig ist, kann man dies leider nicht an einem Wochenenden komplett besichtigen. Somit werde ich damit wohl noch bis zum Ende meines Aufenthalts warten und diese Kultstätte als krönenden Abschluss meiner Reise für mehrere Tage besichtigen.

So, ich hoffe Ihr hattet etwas Spaß beim lesen meiner Ausführungen und verbleibe mit besten Grüße aus dem wunderschönen Kambodscha,

Martin

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