Kambodscha – erster Tag im Projekt

One, two, three und A, B, C schallt es aus zwei Stockwerken tiefer zu mir hoch. Ich sitze gerade auf der Terasse der Schule und schaue auf unendlich lange Reisfelder hinab, die sich wie Bienenwaben aneinander reihen.

Ca. 100 Schüler in drei unterschiedlichen Altersklassen bekommen hier gerade  Englischunterricht in unterschiedlichen Leveln beigebracht. Unterrichtet werden Sie von einheimischen Lehrern, die alle selber mal Schüler in dem Projekt waren, sowie Freiwilligen  von weitblick und SORYA.

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Es ist ein unbeschreibliches Gefühl hier oben im zweiten Stock der Schule zu sitzen und zu sehen wie immer mehr Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

Was geht einem in solchen Momenten durch den Kopf? Zuerst einmal, eine Dankbarkeit denen gegenüber, die dieses Projekt möglich gemacht haben, den vielen weitblickern, die in Hamburg und Münster mit unzähligen Aktionen dafür gesorgt haben, dass dieses Gebäude steht.

Des Weiteren kommen einem die Gedanken, dass jeder Euro hier richtig und nachhaltig investiert wurde. Investiert aus dem Grund, da ich nur sehr wenige andere Projekte kenne, in dem die Einheimischen ein solches Engagement haben ihren Blick zu erweitern und Ihre Zukunft positiv zu gestalten.

Die Schüler zeigen ein besonders herausragendes Engagement. Die von weitblick und SORYA gebaute Schule ist nämlich eine „Nachmittagschule“, übrigens die einzige kostenfreie in der Region. Dies bedeutet, dass die Schüler freiwillig in ihren Pausen von der Public School kommen. Die Public School geht von 08.00 bis 11.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Sofort nach der Public School, kommen Sie hierhin, um Englisch zu lernen und in Diskussionen und Reading Classes der Sprache Herr zu werden. Dies passiert jedoch nicht nur einmal am Tag. Auch nach Schulschluss um 16.00 Uhr strömen sie wieder hierhin, um in zwei weiteren Stunden ihr Wissen aufzubessern.

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Man stelle sich dies in Deutschland einmal vor, dass die Schüler in ihren Pausen und nach Schulschluss 4 bis 5 Stunden sich weiter unterrichten lassen. Aus meiner Sicht – unvorstellbar.

Schließlich schießt einem die Freundlichkeit der Menschen in den Kopf. Während wir hier sitzen wird eine Etage tiefer für uns gekocht. Es wird Fleisch geben, von welchem Tier habe ich nicht gefragt J . Die Offenherzigkeit mit der einem begegnet wird, ist einzigartig auf der Welt. Im ersten Stock sind neben der Küche noch ein Bad und die Räume der Volunteers. Zwei Weitblicker haben hier ab August die Möglichkeit in der Schule zu leben und zu unterrichten. Bett, Schrank, Tisch und Stuhl bilden hier einen idealen Rückzugsraum nach lautem, stressigem Unterricht. Ich kann es nur jedem empfehlen, wer sich hier nicht wohlfühlt ist selber Schuld.

Gleich um 16.00 Uhr kommen die Mönche um der Schule ihren Segen zu geben. Damit haben wir weitblicker  nach Moscheebesuch, Hindutempel und Synagoge die letzte große Religion ein wenig kennengelernt und somit wirklich weitblick bewiesen.

Der letzte Gedanke könnte eigentlich ein wenig Stolz und Freude über das Erreichte sein aber stattdessen wandert der Blick jedoch in die Weite der Felder und wird ersetzt durch den Gedanken,  wie viele schöne Schulen wohl noch in die kleinen Reisfelder passen würde.

Morgen geht dann um 14.00 die große Eröffnungsfeier los, auf der über 250 Leute erwartetet werden. Ich werde fleißig Bilder machen und Euch zeitnah berichten.

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