Hello Mister

Liebe Weitblicker und alle die es noch werden wollen,

seit genau einem Monat sind Sebastian und ich (Patrik) in der Millionenmetropole Medan, Indonesien. Wir sind an einer der vielen Universitäten der Stadt (Unimed) als Sprachassistenten im Bereich ‚Deutsch‘ tätig. Neben dem Unterricht, den wir selbst vorbereiten, gestalten und durchführen, betreuen wir sehr intensiv Examenskandidaten und eigentlich auch alle anderen  Studenten, die sich mit Fragen jeder Art an uns wenden. Untergekommen sind wir im universitätseigenen Gästehaus. Inzwischen haben wir beide eigene Zimmer bekommen (die ersten zehn Tage bewohnten wir zusammen zehn m²) in denen wir uns sehr wohlfühlen. Das Gästehaus ist international ausgerichtet: neben uns beiden Deutschen wohnen hier Studenten und Dozenten aus Nationen wie Frankreich, Usbekistan, Bangladesch, Ungarn etc. Die Stimmung ist meistens sehr gut, alle sind sehr aufgeschlossen, so dass man sich öfters abends  zum interkulturellen Gedankenaustausch trifft.

Morgens zwischen acht und zehn Uhr machen wir uns in der Regel auf den Weg zur Uni. Da wir auf dem Campus wohnen können wir die Strecke in etwa 20 Minuten locker zu Fuß absolvieren. Manchmal ähnelt der Weg allerdings einem Spießrutenlauf, wenn mal wieder 20 bis 30 begeisterte Indonesier ein ‚Hello Mister‘ verlauten lassen (morgens nach dem Aufstehen kann es nerven, aber meistens stört man sich nicht daran, hält einen kurzen Smalltalk oder grüßt zurück).

Wir unterhalten einige Kurse zu den Themen Sprechfähigkeit und Hörverstehen. Neben diesen leiten wir ein Examenskolloquium in dem wir den Studenten Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens vermitteln. Es gibt einige sehr wissbegierige und tüchtige Studenten, andere wiederum haben trotz jahrelangem Unterricht kaum etwas gelernt. Das Leistungsspektrum ist daher sehr groß und besonders dieser Aspekt macht die Gestaltung des Unterrichts zu einer interessanten und vor allem anspruchsvollen Aufgabe.

Meistens macht uns die Arbeit sehr großen Spaß, vor allem wenn wir das Gefühl haben, dass die Studenten aufgrund unseres Einwirkens Fortschritte machen.  Sowohl die Unterrichtsvor- als auch die -nachbereitung nimmt einige Zeit in Anspruch, denn ohne passendes Konzept – so unsere Erfahrung – steht man manchmal etwas hilflos vor der Klasse J. Die Studenten freuen sich sehr mit deutschen Muttersprachlern reden und arbeiten zu dürfen und auch die Lehrer sind froh das sie einen großen Batzen Arbeit auf uns abwälzen können :-p.

Die Stadt Medan ist sehr laut und die Luft ist nicht sonderlich gut, da sich scheinbar jeder Einwohner nur motorisiert  vorwärts bewegt. Aber gerade die kontinuierlichen Ströme der Becaks (Motorradrikschas) und die Massen an Mopeds bzw. Rollern gestalten nachhaltig das Bild der drittgrößten Metropole Indonesiens. Für uns ist dies von großem Interesse, da scheinbar alle Fortbewegungsmittel  deutsche Verkehrsregeln ad absurdum führen  J.

Letztes Wochenende haben wir einen Ausflug in das zwei Autostunden entfernte Berastagi gemacht. In der Nachbarschaft des kleinen Ortes befinden sich die zwei Vulkane Sinabung und Sibayak. Letzteren haben wir haben wir in etwa acht Stunden bewältigen können. Lohnenswert ist auch ein Besuch des dortigen Frucht- und Gemüsemarkts.

Es gibt sowohl in als auch um Medan jede Menge zu sehen und zu entdecken. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Patrik und Sebastian

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1 Kommentar zu “Hello Mister”

  1. Guelay schreibt:

    Mrz 18, 11 um 00:55

    Nette Seite, gefaellt mir sehr.


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