Grundsteinlegung am 12.03.11 in Tossouhoué

Endlich war es soweit: Der Grundstein für die 3. Weitblickschule konnte gelegt werden. Bereits letzte Woche waren wir zu einer Versammlung in das, eine halbe Stunde von Dogbo entfernt gelegene Dorf Tossouhoué gefahren. In einer Strohhütte (die momentane Schule) warteten sämtliche wichtige Dorfpersönlichkeiten (Dorfchef, Lehrer, Elternvertreter, Kantinenchef…). Die gesamte Versammlung wurde auf Adja gehalten (lokale Sprache), da kaum einer der Erwachsenen Französisch sprach. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Dorfbevölkerung noch nicht geglaubt, dass der Schulbau tatsächlich umgesetzt werden würde. Nachdem wir ihnen dies aber zusichern konnten, wurde die Grundsteinlegung für den 12.03. vereinbart.

An besagtem Tag fuhren wir dann mit einer „Delegation“ von Pro Dogbo, unter anderem Klaus, nach Tossouhoué. Dort wurden wir von einem Spalier applaudierender Schulkinder und einer Gruppe tanzender und musizierender Frauen begrüßt. Dieser -beinahe majestätische- und die damit einhergehende Dankbarkeit der Menschen stimmten uns im ersten Moment verlegen. Im Anschluss versammelten wir uns unter den, für das Fest errichteten Paillotes (Holzgestell mit Strohdach), wo das offizielle Programm stattfand. Es wurden verschiedene Reden gehalten und auch wir stellten in einer kurzen Rede die Arbeit von Weitblick vor. Als etwas eigenartig empfanden wir, dass die Menschen hier alles, wofür sie dankbar sind – so auch die Arbeit von Weitblick- als von Gott gegebenes Geschenk darstellen.

Alles in allem war das Fest aber eine einzige Faszination. Es wurde getanzt, getrommelt und viel gelacht. Die dabei zum Ausdruck gebrachte Fröhlichkeit war absolut ansteckend. Wir versuchten uns, nach Aufforderung der Frauen, in traditionellem beninischen Tanz. Unser stocksteifer Ententanz stand dabei in starkem Kontrast zum lockeren und beweglichen Tanz der Dorfbewohner und führte zu großer Belustigung dieser. Was bei uns dagegen zu großer Belustigung führte, war die Tatsache, dass eine ältere Afrikanerin irgendwann ihren Rock hob und darunter einen umgeschnallten Holzpenis entblößte mit dem sie unverkennbare Bewegungen vollführte.

Die spätere Grundsteinlegung war dann ein rein symbolischer Akt: Etwas Zement um einen Stein spachteln, nett lächeln und Fotos schießen.

Insgesamt war es ein wunderbar buntes und  fröhliches Fest, von dem die Deutschen sich für ihre Zeremonien sicher etwas abgucken können

Eintrag auf Facebook teilen
Eintrag auf Twitter teilen

Kommentieren