Bienvenue à Dogbo

Mit diesen Worten wurden wir nach rasanter Fahrt im rostigen Taxi (Überbelegung – Einer saß auf der Handbremse!) am Bahnhof von Dogbo empfangen. Bevor wir wussten wie uns geschah, saßen wir jeder auf einem Zem (Motorradtaxi) und düsten Richtung Pro Dogbo, Dort wurden wir sehr herzlich begrüßt, kurz über das Gelände geführt und bezogen dann unser Zimmer. Im Laufe des Tages lernten wir einige der Jugendlichen kennen, die hier wohnen und in der Werkstätte und Bäckerei arbeiten. Sobald wir sagten, dass wir „Weitblicker“ sind, bekamen wir ein strahlendes Lächeln und ein „C’est très bien.“

Abends sammelten wir dann erste Eindrücke des Stadtlebens in Dogbo und besuchten den Markt, begleitet von Prosper, der uns (zusammen mit Klaus) schon in Cotonou vom Flughafen abgeholt hatte und von Pascal, einem Weltwärts-Freiwilligen.

Die Farben, Gerüche, Musik und Bilder, die einem entgegenschlugen, waren so überwältigend, dass es schwer fällt, sie in Worte zu fassen. Ein fröhliches, buntes Treiben, das uns begeisterte und sprachlos machte.

Am nächsten Tag lernten wir bei einem Spaziergang durch den Ort auch andere Seiten des Alltags hier kennen: Die Menschen leben in einfachsten und ärmlichsten Verhältnissen – Lehmhütten, überall Tiere, die zwischen dem Müll in den Straßen umherlaufen. Auffällig ist die riesige Zahl von Kindern – die für uns zunächst unvorstellbare Angabe, dass über fünfzig Prozent der beninischen Bevölkerung unter 16 Jahre alt sei, wurde auf einmal greifbar…

Im Gespräch mit Prosper erfuhren wir, dass er eines der größten Probleme Benins darin sieht, dass der Status eines Mannes davon abhängig ist, möglichst viele Frauen und Kinder zu haben. Das heißt, die Kinder werden gezeugt ohne das sicher gestellt ist, dass sie versorgt werden können (Nahrung, Medizin, Bildung etc.) – Es gibt Männer, die über sechzig Kinder haben. –

Für die nächsten Wochen stehen die Eröffnung der zweiten Weitblick-Schule, die Grundsteinlegung für die dritte Schule, sowie verschiedene Reiserouten an.

Das Reisen hängt allerdings ein bisschen davon ab, ob die Präsidentschaftswahlen hier ruhig verlaufen werden (Sie sollten eigentlich Sonntag stattfinden, werden jetzt aber noch mal kurzerhand verlegt..man ist noch nicht fertig mit Vorbereiten).

Es gibt vierzehn Kandidaten, Zitat: „C’est l’Afrique, tout le monde veut être président »

An allen Straßenecken hört man daher Gesänge und Getrommel als Wahlkampagne.

Wir sind gespannt auf die nächsten Wochen…

Erstes Fazit: Bisher sind wir sprachlos und überwältigt von allen Eindrücken und Begegnungen und glücklich hier zu sein.

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1 Kommentar zu “Bienvenue à Dogbo”

  1. Jonas schreibt:

    Aug 01, 11 um 17:42

    Liebe Antje, bist du die Antje aus Korbach :) ? Liebe Grüße, Jonas


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